Münnerstadt
Nachruf

Münnerstädter Maler Gerald Kriedner starb im Alter von 77 Jahren

Nach längerer Krankheit ist in der vergangenen Woche der Münnerstädter Künstler Gerald Kriedner gestorben.
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Gerald Kriedner
Gerald Kriedner
77 Jahre wurde der kreative Kopf alt, der mit provokativen Werken oft für Aufsehen sorgte. Die Skulptur eines pinkelnden Mannes nahe der Lauer an der nördlichen Stadteinfahrt von Münnerstadt zieht bis heute immer wieder Blicke auf sich.

Der Maler und Kunstpädagoge hatte viele Facetten, die er recht impulsiv auslebte. So lag es ihm am Herzen, mit ausdrucksstarken und teils provokanten Bildern soziale Missstände anzuprangern. Als anderen Pol gibt es gefühlvolle Begegnungen mit der Rhön - auch nur eine Episode seines Schaffens als herausragender Aquarellist. Gerne experimentierte er mit verschiedenen Maltechniken. Das epochale Ereignis des Mauerfalls feierte der Künstler mit seiner "Götterdämmerung", die er auf das erhaltene Mauerstück der East Side Gallery malte.

Kriedner wurde 1940 in Maxen bei Pirna geboren, lernte handwerkliche Berufe und studierte am Kunstseminar der Ruhruniversität Duisburg unter anderem bei Josef Beuys. Reisen führten ihn in die ganze Welt, sein vielfach ausgezeichnetes Werk war bei ungezählten Ausstellungen im In- und Ausland (zuletzt schwerpunktmäßig in China) zu sehen.


Gründung des Kunstvereins Bad Neustadt

Von seinem Wohnsitz Münnerstadt aus engagierte er sich für die Gründung des Kunstvereins Bad Neustadt 2002, sah dort aber nicht lange eine Heimat für sich. Nach vielen Jahren in Steinach hat Gerald Kriedner im Jahr 2000 in Münnerstadt eine neue Heimat gefunden und unterhalb des Oberen Tores sein Atelier eingerichtet und mit seinem akribisch arrangierten Steingarten ebenfalls neugierige Blicke auf sein Anwesen gezogen. Gerald Kriedner war stets ein Rastloser, sein Münnerstädter Domizil vereinigte Kunst und Erinnerungen an seine vielen Reisen. 2010, kurz nach seinem 70. Geburtstag, brach er nach Peking auf, wo auf der International Art Biennale China ausstellen durfte. Immerhin vertritt er Süddeutschland. Dort geht es um die Schäden verfehlter Umweltpolitik. Eine große Ehre für den Künstler, der von 1970 bis 1990 an der Realschule in Bad Neustadt Kunst unterrichtete. Kriedner war einer von 220 eingeladenen Künstlern, gut 40 000 Künstler hatten sich für einen Platz beworben.

Bereits 2003 war er zur Biennale geladen. "Als einziger No-Name", wie er sagt. Hing sein Bild doch bei Werken von so renommierten Leuten wie Georg Baselitz, Markus Lüpertz oder dem zwischenzeitlich verstorbenen Jörg Immendorf. Karin Nerche-Wolf
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