Nüdlingen
Inklusion

Ob Handicap oder nicht, Hauptsache Spaß

Spiel, Spaß und Kennenlernen stehen beim Inklusionsturnier von TG 48 Schweinfurt und Lebenshilfe im Vordergrund. Den Sieg holt Nüdlingen.
Artikel einbetten Artikel drucken
Manuel Neues vom Breiten- und Vitalsportverein der Turngemeinde Schweinfurt (links) setzt sich gegen Sascha Stefan vom späteren Sieger aus Nüdlingen durch. Foto: Dominik Großpietsch
Manuel Neues vom Breiten- und Vitalsportverein der Turngemeinde Schweinfurt (links) setzt sich gegen Sascha Stefan vom späteren Sieger aus Nüdlingen durch. Foto: Dominik Großpietsch
Inklusion - nicht wirklich oft haben neun Buchstaben für solch lang anhaltende Diskussionen gesorgt. Seit Jahren wird geredet, aufgeregt debattiert und mitunter auch lamentiert, wenn's darum geht, Menschen mit und ohne Handicap zusammenzubringen.

Dass es auch einfacher geht, zeigten die TG Schweinfurt und die Lebenshilfe wieder mal eindrucksvoll. Bei der dritten Auflage des Inklusionsturniers in der Georg-Wichtermann-Halle wurde nämlich nicht debattiert, sondern einfach mal gemacht - in wunderbarer Art und Weise.


Nüdlinger erfolgreich

Glück empfanden auch die siegreichen Mannschaften aus Nüdlingen und Dittelbrunn. "Das ist wirklich toll. Den Sieg hatten wir nicht erwartet, ein bisschen Glück war auch dabei. Für uns stand heute das Miteinander im Vordergrund", erzählten Richard Kiesel und Holger Neeb, die das Nüdlinger Team betreuten.


Nach Futsal-Regeln gespielt

Wie schon im Januar 2015, als die verzahnte Turnierform unter dem etwas drastischen Motto "Mein Freund ist behindert - für mich kein Hindernis!" lief, standen auch dieses Mal wieder das Spiel, der Spaß und das Kennenlernen im Vordergrund. "So konnten wir dann auch mal sehen, wie die Lebenshilfe-Mannschaften spielen", meinte Lukas Bauer, Mittelfeldspieler der U13-Mannschaft des TSV Bergrheinfeld, "das Niveau hat wirklich gepasst". Im Wechsel traten sechs Lebenshilfe- und sechs U13-Teams gegeneinander an. Gespielt wurde - wie schon im Vorjahr - nach den Futsal-Regeln, was mitunter für ein bisschen Verwirrung sorgte.

Während vielerorts das Interesse an den Hallenturnieren sinkt, musste die Lebenshilfe den Wettbewerb sogar auf sechs Mannschaften limitieren. "Wir hatten sogar weitere Anfragen, mussten das Ganze jedoch aus organisatorischen Gründen beschränken", betonte Michael Zöller, der das Turnier in Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Turngemeinde auf die Beine stellte.


Gegenseitig ausgeholfen

Getreu des diesjährigen Mottos "Fußball verbindet" halfen sich die Teams sogar gegenseitig aus, um das lebendige Treiben in der Halle nicht frühzeitig abebben zu lassen. Als der mit nur fünf Mann angereiste TSV Aidhausen zwei Verletzte zu beklagen hatte, wechselten zwei Akteure aus dem TG-Lager kurzerhand das Trikot, um die vorzeitige Abreise der Aidhäuser zu verhindern.

"Das ist unser Fußball, der verbindet", meinte TG-Jugendleiterin Monika Niestroj, "Kinder mit gehandicapten Menschen zusammenzubringen, erachte ich als sehr wertvoll. Sie sehen dann auch, wie diese Leute mit ihren Einschränkungen umgehen." Das lobte auch Schweinfurts Bürgermeisterin Sorya Lippert, bei der Siegerehrung.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
Noch keine Kommentare
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren