Auszeichnung

Schmuckstücke in Münnerstadts Innenstadt

Den "Mürschter Nagel" erhielten Michael Moritz sowie Gabi und Peter Borst. Sie hübschten ihre Häuser am Marktplatz auf.
in markanter Blickfang am Marktplatz ist  mit seinem üppigen Blumenschmuck das renovierte Fachwerkhaus von Michael Moritz. Foto: Heike Beudert
 
von DIETER BRITZ
Langsam, aber sicher entwickelt sich die Mürschter Innenstadt mit ihren zahlreichen Fachwerkhäusern zum sehenswerten Schmuckstück. Wieder konnte der Altstadtverein die Besitzer zweier Häuser, die am Marktplatz fast direkt nebeneinander liegen, mit dem "Mürschter Nagel", natürlich samt gerahmter Urkunde, auszeichnen.
Michael Moritz hat sein Haus am Marktplatz Nummer 6 sehr ansprechend saniert. Das gilt ebenso für Gabi und Peter Borst am Marktplatz 2. Die Urkunden mit dem Text "verliehen als Anerkennung um die Erhaltung und Bewahrung bestehender Bausubstanz" haben beide sehr verdient. Beiden Häusern gemeinsam ist insbesondere, dass die schmucke Fachwerk-Fassade erneuert und sehr gut herausgearbeitet wurde und dass die erneuerten Fenster den Gebäuden ein eigenes Gesicht geben.
"Ein schönes Haus braucht auch schöne Augen", lobte Peter Braun, einer der drei Vorsitzenden des Altstadtvereins, die ansprechenden Fenster beider Häuser. Er stellte fest, dass in letzter Zeit viele Häuser in der Stadt renoviert worden seien.
Braun erinnerte auch daran, dass Michael Moritz das Reißmann-Haus gleich neben seinem eigenen Haus an die Bürgergenossenschaft übergeben habe. Oliver Schikora, der ebenfalls zum Vorsitzenden-Trio des Altstadtvereins gehört, ergänzte, "das Haus an die Bürgergenossenschaft zu geben, verdient Anerkennung". Es gebe noch zu viele Bürger in der Stadt, die der Verantwortung für ihre Häuser und Grundstücke nicht gerecht würden.
Bürgermeister Helmut Blank (CSU) freute sich, dass sich viele Bürger engagieren wollten, um ihre Häuser herzurichten und den Vorsatz "Jawoll, ich mach was" haben. Er betonte auch, dass die Stadt ihre Hilfe anbiete, und es attraktive kommunale Förderprogramme gebe. Während Einheimische oft der Ansicht seien, es passiere zur Erhaltung und Verschönerung des Stadtbildes nicht viel in der Stadt, seien Fremde, die zum Beispiel nach langen Jahren zu einem Klassentreffen kommen, der Ansicht, hier sei viel geschehen. Auch die Stadt wolle sich direkt engagieren. Häuser zu kaufen sei angesichts der Preisvorstellungen mancher Eigentümer nicht immer einfach. "Zwei Häuser hatten wir eigentlich schon, aber beim Gang zum Notar ist der Preis noch mal gestiegen", meinte er dazu.
"Wir wohnen gerne in dem alten Haus, das hat einfach Charme", meinte Gabi Borst. Sie und ihr Mann haben nicht nur die Fassade und die Fenster des Hauses Marktplatz 2 saniert. Sehr ansprechend ist auch der offene Innenhof, in dem das uralte, durch Beton verdeckte Pflaster wieder herausgearbeitet wurde. Das hat natürlich auch Nachteile, denn die Kinder klagen nun darüber, dass die Tischtennisplatte nie gerade steht.
Die Fassade war im Jahr 1992 zum letzten Mal hergerichtet worden. Das Haus ist ziemlich alt, das erste Obergeschoss und die darüberliegenden Geschosse wurden etwa zwischen 1820 und 1830 aufgesetzt. Es ist in der dritten Generation in Familienbesitz. Im Erdgeschoss beherbergte es eine Drogerie, ein Reisebüro und schließlich seit 1997 eine Bäckerei.
Michael Moritz meinte, die Fassade eines derartigen Hauses müsse man halt mindestens alle 30 Jahre neu herrichten. Und das hat er mit viel Liebe zum Detail getan. Er versprach, "die Urkunde bekommt einen schönen Platz in meinem Schuhladen".
Newsletter kostenlos abonnieren


noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.