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Film

Johannes Bloching: Noch mit 70 Jahren an der Kamera

Der Münnerstädter Johannes Bloching hat sich dem Filmemachen verschrieben. In seiner "Franken-Tour" stellt er Städte von Rothenburg bis Coburg vor.
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So kennt man ihn: Johannes Bloching mit der Kamera.  Fotos: Christian Bayer
So kennt man ihn: Johannes Bloching mit der Kamera. Fotos: Christian Bayer
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Schon vor Jahrzehnten hat Bloching Münnerstadt verlassen. Abgebrochen ist der Kontakt aber nie. Als Darsteller im Heimatspiel und Herr über die Tontechnik bei den Aufführungen kehrte er immer einmal wieder in seine Heimatstadt zurück. Gelegentlich kam der Fernsehtechnikermeister und Chef von TV 1 auch mit der Kamera auf der Schulter, beispielsweise um die Aufnahmen für die DVD "Wunderschönes Unterfranken" in den Kasten zu bekommen. Inzwischen hat er die Kamera noch einmal geschultert und mit seinem Team, zu dem auch der Münnerstädter Thomas Schubert gehört, eine weitere filmische Reise unternommen, die diesmal von Rothenburg nach Coburg führte.

Es gibt zwar Parallelen zwischen den beiden DVDs, direkt vergleichbar sind sie aber nicht. Auf den Auftritt von Musikgruppen hat er in seiner "Franken-Tour" verzichtet, dafür kann der Betrachter zwischen Deutsch und Englisch wählen. Die Hülle ist sogar mit einem Wende-Cover versehen.


Start in Rothenburg

"Liebe auf den ersten Blick" heißt es im ersten Film, als Münnerstadt zu sehen ist. Johannes Bloching liebt zwar seine Heimatstadt, blind für andere ist er jedoch nicht. "Rothenburg ist meine Traumstadt", sagt er. Dort beginnt seine "Franken-Reise" im zweiten Film. Schon als Kind war der Filmemacher oft dort.

Nun kann man Münnerstadt nicht ganz mit Rothenburg vergleichen, aber auch hier gibt es Parallelen. Neben den schönen, historischen Gebäuden, von der die Stadt ob der Tauber noch ein paar mehr hat, gibt es dort mit dem "Meistertrunk" auch ein Heimatspiel, das an Vorkommnisse während des 30-jährigen Krieges und - ganz wichtig - einen Altar von Tilman Riemenschneider. Mit 17 Minuten ist Rothenburg Schwerpunkt der "Franken-Reise", die insgesamt 64 Minuten dauert. Sie führt von Rothenburg über Würzburg nach Bamberg und Coburg mit Stationen, in Creglingen, Weikersheim, Giebelstadt, Kitzingen, Schloss Seehof, Rödental und Wallenfels.


Bewährtes Team

Bei den Dreharbeiten konnte sich Johannes Bloching wieder auf sein bewährtes Team verlassen, zu dem unter anderem die Töchter Andrea und Sonja, Thomas Schubert und Sprecher Michael Betz (Kuddl) gehören. Mit Michael Betz habe er den "weltbesten Sprecher", ist Johannes Bloching überzeugt. Die DVD gibt es unter anderem in verschiedenen Buchläden, Tourist-Informationen und Geschäften von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen.

Der fast 70-Jährige konzentriert sich aber nicht nur auf Filme über seine fränkische Heimat. Erst kürzlich hat er bei einem Symposium in der Klinik für Handchirurgie in Bad Neustadt mitgewirkt. Das heißt, er hat es zusammen mit seinem Team möglich gemacht, Operationen aus drei OP-Sälen gleichzeitig zu übertragen. "Dafür haben wir einen Kilometer Glasfaserkabel verlegt, 15 Stunden hat die Übertragung gedauert." Ein wenig kürzer ist Johannes Bloching inzwischen schon getreten. "Früher waren wir auch oft für ARD und ZDF unterwegs, so beispielsweise beim Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall, beim Hochwasser in Passau und beim Schneechaos in Zwiesel", sagt er.

Im Alter von 16 Jahren hat er seine erste Acht-Millimeter-Kamera geschenkt bekommen. Das war der Anfang einer Leidenschaft, die ihn bis heute nicht mehr losgelassen hat. Johannes Bloching, der vor allem mit seinem früheren Regionalsender und der heutigen Produktionsfirma TV 1 (Schweinfurt) bekannt geworden ist, wird wohl auch nach seinem 70. Geburtstag die Kamera nicht aus der Hand legen.
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