Münnerstadt
Bürgerentscheid

Münnerstädter Hallenbad ist nicht aufgegeben

Der Bürgerbadverein Münnerstadt erreicht beim Bürgerentscheid mit gut 54 Prozent Ja-Stimmen einen vorläufigen Abrissstopp für das Hallenbad.
Artikel einbetten Artikel drucken
Punkt 18 Uhr wurden die Wahlurnen geleert. Foto: Heike Beudert
Punkt 18 Uhr wurden die Wahlurnen geleert. Foto: Heike Beudert
+4 Bilder
Der euphorische Freudentaumel, den man vielleicht angesichts des Bürgerentscheids-Ergebnisses bei den Hallenbadfreunden erwartet hätte, blieb zwar aus. Aber die meisten Münnerstädter, die den Weg ins Rathaus gefunden hatten, um dort unmittelbar nach der Auszählung das Ergebnis zu erfahren, nahmen das mit einer erkennbaren stillen Freude zur Kenntnis. Denn die Mehrheit der Anwesenden gehört an diesem Abend zur Gruppe der Hallenbadbefürworter.
Unmittelbar nachdem der letzte Wahlbezirk gegen 19.30 Uhr ausgezählt war und im Rathaus das vorläufige Endergebnis feststand, vermeldete ein gefasst wirkender Bürgermeister Helmut Blank (CSU) das Ergebnis und bedankte sich, wie er betonte, für das "faire Miteinander beim Entscheid". Die Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid in Münnerstadt lag bei 48,92 Prozent, eine gute Beteiligung, wie auch Bürgermeister Helmut Blank feststellte. Er kündigte in knappen Worten an, dass der Stadtrat sich im Januar mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids befassen werde.
Er sei nicht von dem Ergebnis enttäuscht, erklärte Bürgermeister Helmut Blank auf Anfrage dieser Zeitung unmittelbar nach der Auszählung. Er habe ja seit Jahren ein solches Bürgerbegehren gefordert. "Die Bürger haben sehr deutlich gemacht, dass sie eine Vergleichsberechnung wünschen." Es gehe nur um diese, um mehr nicht, so Bürgermeister Helmut Blank. Er müsse das Ergebnis akzeptieren. Der Abriss wird jetzt erst einmal gestoppt, die Stadt werde die Vergleichsberechnung in Auftrag geben. Danach werde man weitersehen, so Blank.
"Wir sind erst einmal erleichtert über das deutliche Ergebnis", betonte Wilhelm Schmitt vom Bürgerbadverein. Er hofft nun, dass Bürgermeister und Mandatsträger die viel gepriesene Bürgerbeteiligung ernst nehmen und auch respektieren. Für ihn ist der jetzt erkämpfte Abriss-Stopp ein erster Schritt zum Erhalt des Bades. Für ein Jahr sei mit dem erfolgreichen Bürgerentscheid der Abriss gestoppt.


Ein Ja aus der Kernstadt

Axel Heim vom Bürgerbadverein freute sich, dass es gelungen ist, so viele Leute zu mobilisieren. Für ihn ist das Ergebnis ein Zeichen dafür, "dass das Bad noch nicht aufgegeben ist".
Alrun Lintner, die für den Bürgerbadverein zwei Monate lang nahezu Tag für Tag Unterschriften für das Bürgerbegehren gesammelt hatte, freute sich über das Ergebnis. Aber ihr war auch wichtig, dass möglichst viele Wähler die Möglichkeit nutzten, ihre Meinung zu vertreten.
Das Hallenbad, das wird beim Ergebnis sichtbar, ist ein Thema, das in der Kernstadt komplett anders gesehen wird als in den meisten Ortsteilen. Lediglich das benachbarte Althausen stimmte mit den Münnerstädtern mehrheitlich für einen Abriss-Stopp. Alle anderen Ortsteile sprachen sich zum Teil sehr deutlich gegen den Abriss-Stopp aus - das Nein zum Bürgerentscheid wurde umso klarer, je weiter der Ortsteil von der Münnerstädter Kernstadt entfernt liegt.
Der Erfolg des Bürgerbadvereins hat sicherlich einen Grund im rührigen und unerschütterlichen Engagement seiner Verantwortlichen, den Abriss doch noch zu verhindern - auch in der Hoffnung, dass irgendwann einmal wieder in Münnerstadt geschwommen werden kann.
Ohne das Engagement des Bürgerbadvereins und dessen Anliegen schmälern zu wollen, könnte das Ergebnis aber auch von der Anrufaffäre des Bürgermeisters beeinflusst worden sein. Das Verhalten des Rathauschefs hat den einen oder anderen Unentschlossenen wohlmöglich dazu bewogen, zu wählen und seine Stimme für die Sache des Bürgerbadvereins zu geben, um ihm damit einen Denkzettel zu verpassen.


Wahlberechtigte 6308
Wähler 3086
Wahlbeteiligung 48,92 Prozent

Münnerstadt Gesamt
Abrissstopp Ja:
1674
Abrissstopp Nein: 1397

Münnerstadt Stadt
Ja: 866, Nein: 203

Althausen
Ja: 64, Nein: 48

Brünn
Ja: 27, Nein: 36

Burghausen
Ja: 39, Nein: 52

Fridritt
Ja: 21, Nein: 79

Großwenkheim
Ja: 40, Nein: 264

Kleinwenkheim
Ja: 58, Nein: 92

Reichenbach
Ja: 87, Nein: 142

Seubrigshausen
Ja: 32, Nein: 160

Wermerichshausen
Ja: 36, Nein: 42

Windheim
Ja: 30, Nein: 74

Briefwahl
Ja: 374, Nein: 205

Es handelt sich um das vorläufige Endergebnis.
Verwandte Artikel
Verwandte Fotoserien
1 Kommentar
Sie sind nicht angemeldet.
Sie müssen angemeldet sein, um Kommentieren zu können!
registrieren