Musik

Blasmusik aus einer heilen Welt

Vier Musikbegeisterte gründen zusammen mit weiteren Musikern die "Eghalanda Musikanten".
Marco und Christa Straub haben als Fans von Ernst Mosch und der Egerländer Musik viel Material über die Musiker gesammelt. Jetzt haben sie zusammen mit anderen die Eghalanda Musikanten gegründet.  Foto: Thomas Malz
 
von THOMAS MALZ
Sie wollen so nah am Original sein wie nur irgend möglich. Ernst Mosch und seine Original Egerländer Blasmusik sind die großen Vorbilder. "Wir sind Vollblutfans", sagen Christa und Marco Straub. Zusammen mit Thomas Reuß, Günther Sollner und etwa 20 weiteren Musikern haben sie die "Eghalanda Musikanten" gegründet. Am Sonntag, 6. November, geben sie ihr erstes Gala-Konzert im großen Kursaal der Franken-Therme in Bad Königshofen.
Die Liebe zur Egerländer Blasmusik kommt nicht von ungefähr. Marco Straubs Großeltern stammen aus der Stadt in Böhmen, die heute den Namen Cheb trägt. Im Alter von acht Jahren hat er begonnen, Trompete zu lernen. Später kam das Flügelhorn hinzu.


Die Sängerin

Ehefrau Christa Straub spielt ebenfalls Trompete und Flügelhorn, dazu Geige und Klavier. Sie hat drei Jahre Gesangunterricht genommen und unter anderem den Gospelchor in Münnerstadt geleitet. Sie wird den Part der Sängerin übernehmen. Beide haben über Jahre bei der Egerländer Blasmusik in Bad Kissingen gespielt.
"Wir haben uns selbstständig gemacht und zwei Verbündete gesucht", sagt Christa Straub. Alleine kann man so etwas nicht tragen, auch aus finanzieller Sicht." Die Beiden sind schnell fündig geworden.


Musikschulleiter im Boot

Dritter im Bunde ist Thomas Reuß, seit 15 Jahren Leiter der Städtischen Musikschule Münnerstadt. Der Diplom-Musiklehrer hat sich auf die Trompete spezialisiert.
"Günther Sollner spielt Klarinette, seitdem er stehen kann", umschreibt Marco Straub das vierte Gründungsmitglied. Er hat Klarinette studiert, hat beim Heeresmusikkorps gespielt und ist heute Lehrer an den Musikschulen Würzburg und Karlstadt. Seine Vorfahren stammen ebenfalls aus dem Egerland
Die vier Musiker sind seit Jahren befreundet und waren sich in einem von Anfang an einig: "Wenn wir es machen, dann machen wir es richtig", sagt Marco Straub.


Rund 20 Musiker

"Aber so einfach ist das nicht. Man kann das nicht zu viert machen", erläutert Christa Straub. Um die Egerländer Musik so richtig rüber zu bringen, brauche man um die 20 Musiker. "Man kann es auch deutlich kleiner machen, aber dann klingt es nicht so", weiß Marco Straub.


Sondierungsprobe

Ihre Bemühungen haben sich gelohnt. Von Erlangen bis Fulda stammen die Berufsmusiker und ambitionierten Amateure, die sich im November letzten Jahres passend zum 90. Geburtstag von Ernst Mosch zu einer ersten Sondierungsprobe in der Münnerstädter Musikschule getroffen haben. "Fast alle sind dabei geblieben." Die musikalische Leitung hat Florian Bauer übernommen. Er vervollständigt auch das Gesangs-Duo.
Seither wird geprobt. Etwa einmal im Monat kommen sie zusammen. "Das ist anders nicht machbar", meint Christa Straub. Aber: "Mit guten Leuten reicht das aus."
So nah wie möglich am Original - das trifft selbstverständlich auch auf die Trachten zu. "Das kann man nicht kaufen, alles muss maßgeschneidert werden", sagt Christa Straub. Zu den Proben ist ein Schneider gekommen, der bei allen Musikern Maß genommen hat. Die Hosenträger beispielsweise (G'schirr) wird handgefertigt, was nur noch sehr wenige Handwerker beherrschen. "Es unterscheidet sich völlig von anderen G'schirren", erläutert Marco Straub. Und ganz billig ist das Ganze auch nicht. Rund 500 Euro muss jeder Musiker in die Tracht investieren. Die Original-Noten gibt es auch nicht umsonst.
Als Bub hat Marco Straub erstmals die Egerländer Musik gehört, wenn die Großeltern mal wieder eine Platte aufgelegt haben. Bei den Straubs läuft die Musik noch heute oft. "Das muss man hören, sonst kann man es nicht spielen." Marco Straub schwärmt von der vertrauten Musik, die von Liebe handelt und einer heile Welt. Aber eins machen die beiden Musiker unmissverständlich klar: "Wir wollen nicht auf der modernen böhmischen Welle reiten. Es geht darum, Ernst Mosch und seine Musik am Leben zu erhalten." Christa und Marco Straub sind sich sicher: "Das ist wahre Musik."
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