Oehrberg
Wildunfall

Hund hetzt Reh bei Oehrberg vors Auto

Ein wildernder Hund jagte am Dienstag bei Oehrberg ein Reh vor ein Auto. Das Reh überlebte die Kollision nicht, das Auto war kaputt.
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Der Unfallverursacher und seine "Beute":  Ein wildernder Husky jagte am Dienstag im Staatswald bei Oehrberg ein Reh vor ein Auto. Das Reh verendete nach der Kollision. Foto: Arnulf Schöberl
Der Unfallverursacher und seine "Beute": Ein wildernder Husky jagte am Dienstag im Staatswald bei Oehrberg ein Reh vor ein Auto. Das Reh verendete nach der Kollision. Foto: Arnulf Schöberl
Ein entlaufender Husky hat am Dienstag einen Autounfall auf der Staatsstraße KG 34 zwischen Oehrberg und Singenrain verursacht. Der Hund hatte zwei Rehe aufgestöbert und diese über die Straße gejagt. Dabei kam es zu dem Unfall. Eines der Rehe trieb der Hund vor ein Auto. Das Tier überlebte die Kollision nicht, der Wagen war kaputt, dies teilten die Bayerischen Staatsforsten, Forstbetriebsteam Hammelburg, mit.

Aus diesem Anlass wendet sich Daniel Zippert, der Leiter des Forstbetriebs Hammelburg, an die Öffentlichkeit. Vielen Hundebesitzern sei gar nicht klar, was es für Konsequenzen haben könne, wenn die Hunde unangeleint, oder, wie in diesem Fall unbeabsichtigt entlaufen sind, und dabei Wild nachstellen, so Zippert. Der Leiter des Forstbetriebs Hammelburg, der für den Wald am Unfallort zuständig ist, betont: "Wenn, wie hier, ein Unfall passiert, den der treue Gefährte verursacht, so haftet der Hundebesitzer für den entstandenen Schaden. In diesem Fall war es - Gott sei Dank - nur ein Blechschaden. Aber ein paar tausend Euro können schnell zusammenkommen, die jetzt wohl auf den Hundebesitzer zukommen."


Auch ein Dackel hat Wolfsgene

Wie der Forstbetrieb Hammelburg schreibt, zeigt dieser Unfall wieder einmal, dass es sich bei Hunden um Jäger handelt und sie vom Wolf abstammen. Arnulf Schöberl, zuständiger Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten, weist darauf hin: "Auch wenn wir immer wieder zu hören bekommen: Mein Hund tut nichts, der ist doch harmlos. Den habe ich voll im Griff. Ich brauche keine Leine - oder ähnliche Aussagen von Hundebesitzern, die ihren vierbeinigen Gefährten beim Waldspaziergang frei laufen lassen, so kommt es doch häufiger vor, dass Hunde wildern." Selbst ein Dackel, der zwar gar nicht mehr aussieht wie ein Wolf, trage noch die Wolfsgene zum Jagen in sich und möchte diese auch ausleben. "Da kann schnell mal was passieren", so Schöberl.

"Ferner", unterstreicht Forstbetriebsleiter Zippert, "handelt es sich in Fällen, in denen ein Hund Wild aufscheucht und verfolgt, um einen wildernden Hund. Neben den bereits erwähnten finanziellen, aber auch strafrechtlichen Konsequenzen für den Halter, hat ein Jäger auch das Recht, den Hund zu erschießen. Das möchte aber niemand von uns, und das wäre wirklich der allerletzte Schritt." Und noch einen weiteren Grund, den Hund unter Aufsicht zu haben, führt Zippert an: "Gerade im ausgehenden Winter hat das Wild seine Reserven aufgebraucht und benötigt unbedingt Ruhe." Er appelliert daher an die Hundehalter: "Jeder Hund und dessen Halter sind im Staatswald wirklich herzlich willkommen. Aber bitte nehmen Sie die Hunde an die Leine, um damit auch Rücksicht auf unsere Wildtiere und andere Waldbesucher zu nehmen. Vielen Dank!" Auch das Landratsamt Bad Kissingen bittet die Hundehalter darum, die Hunde an der Leine zu führen, wenn sie nicht bei Fuß gehen und gehorchen, um solche Unfälle zu vermeiden.


Prävention gegen Wildunfälle


Übrigens für die Autofahrer: Die beste Prävention um Wildunfälle zu vermeiden, ist insbesondere in Waldgebieten und von der Abenddämmerung bis hinein in die Morgenstunden die Geschwindigkeit anzupassen und vorausschauend zu fahren sowie die Verkehrszeichen zu beachten. Der Forstbetrieb Hammelburg schreibt in seiner Pressemitteilung weiter: "Bitte melden Sie auch jeden Zusammenstoß mit Wildtieren bei der Polizei oder dem örtlich zuständigen Jäger. Häufig passiert es, das man zwar keine Schäden am Fahrzeug hat, und dass die Tiere nicht unbedingt am Unfallort liegen bleiben, aber trotzdem schwer verletzt sind. Außerdem benötigen Sie im Schadensfall noch von der Polizei oder dem Jäger eine Bestätigung, dass dies ein Wildunfall war, sonst könnte es Probleme mit der Versicherung geben."

Bei einem "normalen" Wildunfall, wo das herrenlose Wild über die Straße läuft und dabei überfahren wird, springt normalerweise die Teilkaskoversicherung ein. Allerdings mit Einschränkungen: Nach den Versicherungsbedingungen handelt es sich nur um einen "Schaden", wenn Haarwild - also beispielsweise Hirsche, Wildschweine, Rehe oder Hasen den Schaden verursachen. Im Zeitraum von 1. April 2016 bis 31. März 2017 (Jagdjahr) gab es knapp 228.500 Wildunfälle in Deutschland (+ 5 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr). 86 Prozent aller Wildunfälle passieren mit Rehen. Im Landkreis Bad Kissingen gab es nach Informationen der Polizei im letzten Jahr 1142 Wildunfälle. Dabei gab es zwei Schwer- und sieben Leichtverletzte.

Zu Wildunfällen hat der ADAC (Allgemeine Deutsche Automobil-Club) und DJV (Deutscher Jagdverband) gemeinsam mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) die Broschüre "Besser langsam als Wild" herausgebracht. Weitere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.adac.de.
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