Bundeswehr

Zivile Führungskräfte schlüpfen für eine Woche in Uniform

Am Ausbildungszentrum Infanterie erhielten 36 zivile Führungskräfte Einblick in die militärische Ausbildung von Soldaten.
Die Ausbildungsteilnehmer lernten, wie sie bei einer Verletzung richtig handeln. Patrick Böhmer
 
Am Ausbildungszentrum Infanterie erhielten 36 zivile Führungskräfte Einblick in die militärische Ausbildung von Soldaten. Bei der "22. Dienstlichen Veranstaltung zur Information im Heer" hatten die 18 Teilnehmerinnen und 18 Teilnehmer die Möglichkeit, sich selbst ein Bild von ausgesuchten Facetten des gesamten Ausbildungsspektrums der Infanterie am Ausbildungszentrum zu machen.
Ein militärischer Vorgesetzter soll führen, erziehen, ausbilden und kämpfen können: Deshalb erhielten die zivilen Führungskräfte eine Uniform und den vorübergehenden Dienstgrad eines Oberleutnants. Das Programm bestand aus praktischer Infanterieausbildung, sicherheitspolitischen Vorträgen und geselligen Veranstaltungen.


Die eigenen Grenzen überwinden

Beispielhaft durchliefen die Oberleutnante die Ortskampfbahn, bei der sie in dunkle Löcher springen und an schmalen Trittbrettern entlang einer Hauswand kletterten. Sie lernten Geschosse und deren Wirkung kennen und hatten den Auftrag, ein Gebäude einzunehmen. Dabei trugen sie neben der Uniform zeitweise eine 15 Kilo schwere Schutzweste sowie ihr Gewehr. Zusätzlich war die Tagestemperatur von bis zu 33 Grad eine besondere Herausforderung. Obwohl es jedem Teilnehmer freigestellt war, ob er an dem jeweiligen Abschnitt teilnimmt, lag die Beteiligung bei einhundert Prozent. Die meisten wollten sich ausprobieren und ihre Ängste und Grenzen überwinden. Sie wollten erfahren, wie sich die Soldatenausbildung anfühlt.
Die Ausbilder schonten die Teilnehmenden nicht. Einige Oberleutnante kamen an ihre Grenzen. Die Tagesbilanz von zwei blutigen Nasen, einer leichten Verbrennung an der Hand, einem überstrapazierten Fußgelenk und pro Kopf vier bis sechs Liter Getränkeverzehr zeugten von der anspruchsvollen Ausbildung. Die Erschöpfung war allen anzusehen, aber auch der Stolz, durchgehalten und mitgemacht zu haben.


Über ein Drahtseil laufen

Am vorletzten Tag wartete noch eine große Herausforderung: Am Kletterturm galt es in zwölf Metern Höhe über ein Drahtseil zu laufen und sich danach abzuseilen. "Die Angst sitzt nur im Kopf", sagt der Ausbilder, Hauptfeldwebel Sebastian Heidenfelder. "Sie sind besser gesichert als in jeder Kletterhalle." Gegenseitiger Zuspruch ermöglichte den Teilnehmern, die eigenen Grenzen zu überwinden und eine neue Erfahrung zu gewinnen.
Vorträge zu Einsatzerfahrungen, künftigen Herausforderungen des Heeres und internationalen Bedrohungssituationen füllten den theoretischen Anteil der Veranstaltung. Ebenso tauschten sich die Teilnehmer bei geselligen Veranstaltungen, wie einer Weinprobe und einem Sektempfang, über ihre neu gemachten Erfahrungen aus.
"Wir pflegen hier einen regen Austausch insbesondere zwischen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Wirtschaft und von staatlichen Behörden auf der einen sowie dem Militär auf der anderen Seite", beschreibt der Lehrgangsleiter, Oberstleutnant Sascha André Zander, das Ziel. Und weiter: "Besonders freuen wir uns über die Teilnahme von Parlamentariern, die uns Soldatinnen und Soldaten mit ihrer Entscheidung letztlich in den Einsatz schicken."
Im nächsten Jahr findet die "Dienstliche Veranstaltung zur Information im Heer" vom 15. bis 20. Juli am Ausbildungszentrum Infanterie statt. Interessierte können sich unter AusbKdoAbtS3-S2@bundeswehr.org informieren.
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