Auftritt

Nacht der Poesie auf der Trimburg

Das Interesse an der "Nacht der Poesie" auf der Trimburg ist ungebrochen. Die vielen Zuhörer schätzen das Flair in den Burgmauern.
Peter Hub inspiriert die Zuhörer auf der Trimburg mit literarischen Werken und poetischen Versen. Foto: Winfried Ehling
 
von WINFRIED EHLING
Auf mitgebrachten Stühlen, Decken, Bänken und sogar in Schlafsäcken lauschen die Zuhörer den Versen, die Peter Hub und Christine Hadulla vortragen. Mit "Das Funkeln der Sterne" sind ihre poetischen Rezitationen betitelt. "Lassen sie sich von der Poesie auf dem Weg in die Nacht begleiten", empfiehlt Micha Strauß, Vorsitzenden der Freunde der Trimburg. Dem Rat folgen die Zuhörer gerne.

Im Licht der untergehenden Sonne bevorzugen die "Sternenpoeten" die Werke großer, deutscher Literaten wie Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller, dessen "Teilung der Erde" sie an den Beginn setzen. Ihm folgt Goethes "Zauberlehrling", eine Ballade aus der Weimarer Zeit des deutschen Dichters, die zu seinen populärsten Werken gehört.

Auch das "Riesenspielzeug von Burg Niedeck" von Adelbert von Chamisso dürfte vielen noch aus der Schulzeit in Erinnerung sein - genauso wie die "Heinzelmännchen", eine Erzählung von August Kopisch, die sogar in einem Kinderfilm ihren Niederschlag fand. Eingestreut in das poetische Erzähltheater ist Philosophisches über Dinge, die es in einer von Geld beherrschten Ära umsonst gibt wie die Liebe oder die Zeit. Dazu passen die Zeilen von Christine Hadulla: "Ich mach ein Lied aus Stille."

Der Miriam Frances zugeschriebene Songtext "Komm wir gehen Sterne pflücken", eine lyrische Expedition zum Sternenhimmel und zur Liebe, geht nicht in Erfüllung, da Wolken die funkelnden Himmelskörper verdecken. Ein langer, schön anzusehender Sonnenuntergang hat dafür entschädigt. Auch humorige Werke sind zu hören wie das Gedicht vom Schatten, der sich nächtens davonstiehlt und vielleicht am Morgen den Herren wechselt, oder "Die Sau im Spiegel", die vor demselben ihre Model-Träume begräbt.

Hub und Hadulla sind bis zum 10. September auf "Rhön-Tour" und treten dabei an acht ausgewählten Orten zwischen Fulda und Schweinfurt auf - ganz im Sinne ihres Vorgängers Rudolf Herget, dem sie, rezitatorisch-literarisch gereift, nacheifern.

Damit gewinnen sie ein großes Publikum. Poesie-Fans reisen den beiden Schweinfurtern inzwischen sogar zu den verschiedenen Aufführungsorten nach, wie sich dies auch auf der Trimburg in der zunehmenden Zahl auswärtiger Besucher zeigt. "Es ist ein Genuss - vor allem auch wegen des ausgewählten, romantischen Ortes", bestätigt ein Ehepaar aus Bad Neustadt.

Schillers "Ode an die Freude", die Ludwig van Beethoven in seine neunte Sinfonie übernahm und Herbert von Karajan zur "Europa-Hymne" arrangierte, krönt die Veranstaltung. Hadulla und Hub rezitieren gemeinsam den kompletten Text. "Freude schöner Götterfunke" - ein bisschen davon berührt auch die Zuhörer auf der Trimburg.
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