Hammelburg
Event

Hoheiten stoßen an: Guter Tropfen Wein sorgt für volle Bänke

Gut besucht war das Hammelburger Weinfest des FC, das sich in 53 Jahren zum Besuchermagnet entwickelt hat. Heuer fand es zum 25. Mal am Marktplatz statt.
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Ein erlesener Tropfen und weinselige Gespräche sind geschätzt: (von links) FC-Vorsitzender Andreas Ruppert, Weinprinzessin Mirjam, Bürgermeister Armin Warmuth, die Weinprinzessinnen Annika und Marlene sowie FC-Ehrenvorsitzender Edgar Hirt. Foto: Winfried Ehling
Ein erlesener Tropfen und weinselige Gespräche sind geschätzt: (von links) FC-Vorsitzender Andreas Ruppert, Weinprinzessin Mirjam, Bürgermeister Armin Warmuth, die Weinprinzessinnen Annika und Marlene sowie FC-Ehrenvorsitzender Edgar Hirt. Foto: Winfried Ehling
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Seit mehr als einem halben Jahrhundert richtet der heimische Fußball-Club das Weinfest auf dem Marktplatz aus, das den Ruf der Saalestadt als Standort erlesenen Weines und guter Stimmung entscheidend mitprägt. Auch wenn manchmal einige Regentropfen in die Gläser fallen, lockt diese Veranstaltung die Besucher wie ein Magnet.

"Bier ist ein Menschenwerk, der Wein kommt von Gott". Das geflügelte Wort Martin Luthers schien Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) zur Eröffnung am Samstagabend zu inspirieren. Er war "froh, dass das Weinfest nach Jahren der Zelt-Abstinenz wieder in Hammelburgs guter Stube stattfand" - zum 25. Mal, wie FC-Vorsitzender Andreas Ruppert hinzufügte, der die Gäste auf dem voll besetzten Platz willkommen hieß.


Aus der Not geboren

Dabei wurde das Fest aus der Not geboren, weiß FC-Ehrenvorsitzender Edgar Hirt zu berichten, der gemeinsam mit Erich Schneider das Weinfest etablierte. "Vor 53 Jahren war der 1. FC Hammelburg ziemlich klamm. Um nicht bei den Geschäften betteln zu müssen, kamen wir auf die Idee, ein Weinfest zu veranstalten", erinnert er sich. "Wir mussten das Fest nie abbrechen und konnten schon Bundes- und Landtagsabgeordnete hier begrüßen. Unser Weinfest fand viele Nachahmer", betont Hirt.

Aus der Idee erwuchs eine jährlich ständige und erfolgreiche Einrichtung. Zunächst noch im bescheidenen Rahmen, gewann die Veranstaltung immer mehr Freunde, das Weinangebot vergrößerte sich, der FC holte passende Stimmungsbands hinzu und schließlich gab es auch eine eigene Weinprinzessin.

Sie heißt heuer Annika Kuchenbrod und ist seit einem Jahr im Amt. "Ich habe schon einige Weinfeste erlebt und komme gerne dazu", gestand sie auf dem Podium und wünschte gesellige Stunden und weinselige Gespräche. Die Weinprinzessinnen Marlene Büttner aus Wirmsthal und Mirjam Gössmann-Schmitt aus Ramsthal sprachen ebenfalls ein Grußwort. Sie hofften auf Freundschaften untereinander, die über das Fest hinausgehen. Weinprinzessin Marlene begleitet das Ehrenamt schon im fünften Jahr und wird ihre Insignien niederlegen. "Man muss zwar einige Freizeitopfer bringen doch ich bereue es nicht, dies gemacht zu haben - vor allem weil auch meine Familie dahinter stand".

Gefragt ob für sie denn auch ein Jahr als Fränkische Weinkönigin in Frage käme, meint die Hammelburger "Hoheit" Annika, ihres Zeichens Feuerthaler Winzertochter: "An so etwas denke ich nicht. Ich bin noch in der Ausbildung und lege demnächst meine Prüfung ab. Dann sehen wir weiter". Abiturientin Mirjam will zunächst "das Berufliche" erkunden. "Prinzipiell ist der Titel der Weinkönigin ein erstrebenswertes Ziel. Es sollte aber auch zum Beruf passen", findet sie.


Besuch aus Amerika

Die Stimmung steigerte sich schnell bei den guten Tropfen heimischer Winzer und selbst die Estenfelder "Gaudiprofis" warfen Komplimente in die Menge - manche allerdings etwas doppeldeutig. "Ihr seid ein tolles Publikum", rief der Sänger des Trios und: "Wenn ich die Wahl hätte zwischen euch und einer Weltreise - hmmh - ich tät euch ganz schön vermissen".

Elke und Uwe sind eigentlich Hammelburger. Der Ehegatte verdient derzeit jedoch seine Brötchen als Ingenieur in den Vereinigten Staaten, wohin ihn seine Firma als Verstärkung ihrer Niederlassung geschickt hat. War es Zufall, das die beiden die weite Reise wegen des Weinfestes machten? Die Frage beantwortet Uwe mit einem Grinsen und meint: "Naja, ich hatte halt Urlaub". Als ehemaliger FC-Kicker wusste er natürlich nur zu gut, wann das Weinfest startet und "so etwas gibt es in Amerika kaum und wenn, dann nur eingezäunt", fügt seine Frau hinzu.


Extra-Party für die Jugend

Eine Besonderheit bot der FC am Samstagabend im Garten des Kellereischlosses. In der romantischen Umgebung neben dem Rentamtsweiher mit Blick auf das abendliche Saaletal wummerten Bässe elektronischer Musik. Die DJs von "Elotail" schmissen hier ihre "Elektro-Cocktailparty", denen meist jüngere Zuhörer bei Cuba libre oder Pina Colada auf Liegestühlen oder im Gras lauschten. Eine interessante, wenn auch individuelle Variante des Weinfests.
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