Fest

Wittershausen feiert

Der Ort Wittershausen zeigt, was seine Bewohner auf die Beine stellen können. Im ganzen Dorf gibt es Attraktionen aus 700 Jahren Geschichte zu sehen.
Mit dem Bieranstich eröffnen Ganna Kravchenko, Jürgen Weigand, Elmar Sell und Bürgermeister Gotthard Schlereth das Fest.Foto: Gerd Schaar
 
von GERD SCHAAR
"Unsere Dörfer sind nicht nur durch eine bestimmte Infrastruktur geprägt, sondern vor allem durch die dort lebenden Menschen", sagt Ganna Kravchenko, Schirmherrin und Projektmanagerin von der Allianz "Kissinger Bogen", bevor sie zum Schlag für den Bieranstich ausholt. Und Wittershausen sei für den Zusammenhalt auf dem Lande "ein richtig gutes Beispiel".

Sowohl der Einsatz als auch die Kreativität seien einen dicken Applaus wert - der im Festzelt auch gewährt wird. Ortsbeauftragter Elmar Sell weist auf die Vielfalt der Feier hin, und Jürgen Weigand erinnert an die aufwendigen Vorarbeiten, die vor einem Jahr anfingen.

Pfannekuche mit Öpfelbrei, Räucherfleisch mit Arwesbrei und Sauerkraut, saure Bohnen mit Klößlich nach Großmutters Art oder Knöchle mit Grumbernbrei und Kallerobe: Diese traditionellen Gerichte locken viele Besucher und lassen Erinnerungen wach werden. Auch Besucherin Immelda Köhler aus Hammelburg schmeckt es: "Wie früher bei Muttern daheim", meint sie.

Mehr über Wittershausener Traditionen ist in den Jubiläums- und Kochbüchern nachzulesen, die speziell für die Feier erstellt wurden. Ob Wittershausen auf den Tag genau 700 Jahre alt sei, sei im Grunde nicht so wichtig. "Von Bedeutung aber ist der Gemeinschaftsgeist, der auf diesem historischen Boden gewachsen ist und bis heute noch existiert", sagt Bürgermeister Gotthard Schlereth (CSU/FWG).

Er lobt das große Maß an Eigenleistung, das zum Beispiel für die Sanierung der alten Schule erbracht wurde. Das knapp eine halbe Million Euro teure Projekt sei ein Meilenstein für Wittershausen.

Unter den vielen Helfern ist Bruno Geiger anzutreffen: "Wir sind stolz auf die gelungene Sanierung, und zufrieden, dass sie pünktlich fertig wurde." Mehr als 80 Helfer hätten bei der Sanierung mitgearbeitet und mehr als 1300 Stunden an Eigenleistung reingesteckt.

So ist die frisch sanierte alte Schule eine zentrale Attraktion beim Rundgang durch das Dorf. Die Besucher wollen sehen, wie sie gelungen ist - und sie sind begeistert. Im großen Saal bewundern viele etliche 100 alte Fotos, die auf Stellwänden präsentiert werden. "Da ist doch Opa drauf zu sehen, wie er noch jung war" oder "So sah unser Hof früher mal aus", ist als Zwischenruf der Betrachter zu hören.

Weitere Stellwände mit einer umfangreichen Fotoausstellung gibt es im Gerätehaus der Feuerwehr. Dort präsentieren sich neben der Feuerwehr die anderen Vereine des Ortes. Viel Besucherzulauf hat die Ausstellung "Unseren Wald erleben".

Altes Handwerk in vielfältiger Form ist ebenfalls zu bewundern. So hat zum Beispiel Festausschussmitglied Hans Dünninger einen Imkerstand aufgebaut und eine Drehbank, auf der er aus Holt Kreisel für die Kinder fertigt. Ausgestellt sind auch alte Werkzeuge aus der Schmiede und der Schreinerei. Es gibt einen Info-Film über den Kirchturm und eine Kirchenführung mit Adolf Schottdorf.

Für die musikalische Begleitung beim Rundgang sorgt der "Ziiech Sepp", der mit seiner Zieharmonika durch das Dorf zieht. Am Sonntag spielen dann "Warümned" und die Jagdhornbläser. Für musikalische Stimmung im Festzelt sorgen die Obererthaler Musikanten, der Allianzchor "Kissinger Bogen", die Rhöner Rucksackmusikanten und der Musikverein Oberthulba.

Aus der ehemaligen Georgs-Kirche hatten Bewohner den Tabernakel gerettet, der nun in der Ausstellung präsentiert wird. Die lokalen Betriebe, die Feldgeschworenen, die Holzrechtler sind ebenfalls zur Stelle. Die Bulldogfreunde Vorrhön sind mit ihren 30 historischen Schleppern angereist. Teil der Trecker-Schau sind acht Schlepper von Dünninger aus Wittershausen.
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