Weinbau

Wie funktioniert ökologischer Weinbau?

Die Umstellung auf biologische Anbaumethoden beim Weingut Schloss Saaleck hat bei anderen Winzern das Interesse an den ökologischen Funktionsprinzipien geweckt.
Wolfgang Patzwahl (links) erklärt den Bodenaufbau.Foto: Arkadius Guzy
 
von ARKADIUS GUZY
Über das Jahr verteilt bietet das Weingut zusammen mit Fachberatern von Naturland und Bioland Informationsveranstaltungen an. Nach einer theoretischen Einführung im März ging es nun zur praktischen Demonstration in die Weinberge hinaus.

"Ein Ökobetrieb lernt seine Weinberge intensiver kennen", sagte Wolfgang Patzwahl, Berater bei Naturland. Der Biowinzer muss nicht nur genau beobachten, was sich auf und zwischen den Rebstöcken abspielt. Patzwahl: "Man muss auch in den Boden hineinschauen."

Eine Bodensonde hilft nachzuspüren, wie der Untergrund an einzelnen Stellen im Weinberg beschaffen ist. "Die Bodensonde prüft, wie tief ich eindringen kann", erklärte Norbert Drescher. Der Bioland-Experte bohrte den spitzen Metallstab zur Demonstration in die Erde des Schloss-Weinbergs. "So kann ich erkennen, wo die Verdichtungen und Steine anfangen." Zeigerpflanzen, die zwischen den Zeilen wachsen, erlauben ebenfalls Rückschlüsse auf die Bodenbedingungen. Ampfer zum Beispiel deutet auf feuchte Stellen hin.

Noch anschaulicher ist ein Querschnitt des Grunds. Die beiden Berater stachen ein Stück aus dem Weinberg heraus, um an der Erdprobe zu ermitteln, wie tief die Humusschicht reicht. Die gilt es auszubauen. Das richtige Begrünungsmanagement ist dabei entscheiden, so Patzwahl. Mit Einsaaten lässt sich der Stoffwechsel im Boden antreiben, sodass Bakterien und Pilze genügen Nahrung finden. Der Erfolg stellt sich aber erst längerfristig ein. Patzwahl: "Bodenfruchtbarkeit erhält man nur durch ständiges Arbeiten am Boden."

Um Bewuchs im Unterstockbereich ohne den Einsatz von Spritzmitteln zu entfernen, kann auf größeren Flächen zum Beispiel eine Unkrautbürste helfen. Sie rasiert das Grünzeug ab und beseitigt nebenbei die Stockaustriebe. Das Gerät konnten die Teilnehmer im Weinberg in Aktion erleben.


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