Malkurs

Verliebtes Radieschen in der Schreinerei

Bilder und Kulinarisches mit Verena Kühnlein in der Ausstellungshalle. Eine Wiederholung scheint durchaus nicht ausgeschlossen.
Kulinarische Malerei: Das "verliebte Radieschen" ist eines der Motive von Verene Kühnlein.  Fotos: Winfried Ehling
 
von WINFRIED EHLING
Kulinarisches Malen im Schreinereibetrieb gehört sicher nicht zu den Alltäglichkeiten. Der Besitzer der "Holzwerkstatt", Harald Fischlein - selbst ein Liebhaber der Malerei - sah es jedoch gern, dass Verena Kühnlein Erwachsene und Jugendliche zu einem Malkurs in seine Ausstellungshalle einlud.
Verena Kühnlein, in Schweinfurt geboren, ist Malerin und lebt in Fulda. Sie gibt kunstpädagogische Malkurse der "besonderen Art" und ist dabei recht vielseitig, wie zahlreiche Ausstellungen belegen - unter anderem in München, wo sie mehrere Jahre lebte.
Der Kontakt zu Fischlein ergab sich beim Kunsthandwerkermarkt im Rahmen der Adventsausstellung 2012 in der Schreinerei. Zum vereinbarten Termin fanden sich jetzt zehn Hobby-Maler ein, nachdem der Schreinermeister seine Kunden via Internet informiert hatte.
Was ist eigentlich kulinarisches Malen? Nicht unbedingt etwas Essbares, was aber durchaus nicht ausgeschlossen ist. Es ist der Start in die Acrylmalerei mittels Motiven aus dem täglichen (Gemüse)-Leben, denen Verena Kühnlein humorige Titel zuteilt. "Verliebtes Radieschen" zum Beispiel für das kleine Rote, das sich an eine große Zwiebel schmiegt.
"Das eignet sich gut als Einstieg", sagt die Malerin, die diese Phase aber in Form der "Malköche" schon längst weitergeführt hat - ein Team-Event, bei dem Rezepte zunächst gemalt und danach zubereitet und gegessen werden. Die Vielseitigkeit und Fantasie der 53-Jährigen beweist sich neben Gourmet-Ticks aber auch in Bildern über die Natur, Stillleben oder Abstraktionen und kubistischen Darstellungen.
Wie kommt eine gelernte Bürokauffrau zur Malerei? "Meine Eltern haben eine Kunstgalerie in Schloss Obbach betreut. Ich war sozusagen von Jugend an mit der Kunst konfrontiert und habe das Malen autodidaktisch als Hobby betrieben. Vor 14 Jahren begann ich mit Malkursen, in München, wo die Kunst tobt", lacht sie.
Heute souveräne Leiterin solcher Kurse, geht sie professionell vor. Auf geometrisch angeordneten "Feldern" der Bleistiftskizze wird zunächst eine Farblasur aufgetragen. "Die Farbe mit viel Wasser verdünnen und dabei immer von hinten (aus dem Bilderhintergrund) nach vorne malen", rät sie. Beim Austeilen der Farben hält sie die nächsten Tipps parat. "Nur wenig nehmen, denn Acryl trocknet schnell. Lieber nachfassen. Möglichst den Strich im Bild nicht wechseln" fügt sie hinzu. Und - auf Nachfrage - "Nimm Gelb, das ist schmusiger als Weiß".
Was die Teilnehmer nach zwei Stunden präsentieren, kann sich sehen lassen - auch wenn die Farbgebung manchmal ins Gesicht springt. Schönheit entsteht bekanntlich im Auge des Betrachters. Schließlich sind die meisten Hobbymaler hierher gekommen um zu lernen, wie die 13-jährige Luisa Schäfer. "Ich habe schon viel gemalt und auch beim Hammelburger 'Klein-Montmartre' mitgemacht", verrät sie und fügt hinzu: "Malen macht mir unheimlich Spaß, aber Künstlerin will ich nicht werden."
Das wollen wohl die wenigsten der in der Schreinerei Versammelten. Aber ein schönes Hobby ist ihnen willkommen. Deshalb herrscht (manchmal etwas kritische) Zufriedenheit in der Runde, was Verena Kühnlein zu der Absicht veranlasst, "weitere Kurse bei Harald Fischlein anzubieten".
Bewerbungen dazu sind in der Holzwerkstatt oder über die Internetseite www.verenz.de möglich, auf der übrigens auch die Bilder und Ausstellungen der Malerin zu bewundern sind.



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