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Planungen

Neue Wege und Gräber

Die Sanierung des Euerdorfer Friedhofs soll nun endlich angegangen werden. Dringenden Handlungsbedarf sieht Vize-Bürgermeister Klaus Kaufmann.
Die Sanierung des Euerdorfer Friedhofs (Foto) soll in die konkrete Planungsphase gehen.  Foto: Winfried Ehling
 
von WINFRIED EHLING
Für die geplante Friedhofsanierung erörterte der Gemeinderat anhand einer Ideenskizze von Architekt Ralph Schäffner (Kitzingen) die Einzelmaßnahmen. Die gesammelten Vorschläge sollen in eine konkrete Planung einfließen. Dringenden Handlungsbedarf sah Vize-Bürgermeister Klaus Kaufmann, der die Bürgermeisterin vertrat, bei der Sanierung von Erd- und Urnengräbern. Sogenannte Gemeinschaftsanlagen, die sich wie ein "roter Faden" durch die Vorplanung ziehen, hielt Kaufmann im dargelegten Umfang für überzogen.


Rampe für Rollstuhlfahrer

Überlegungen müsse es auch zu den Hauptwegen sowie den Gehwegen zwischen den Gräbern geben, die besonders im Bereich der Kapelle außer der Flucht liegen. Ebenso ist eine Rampe für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte nahe der Friedhofskapelle vorgesehen. Dietmar Büchner warf die Frage nach der Entwässerung auf und empfahl, die von der Gemeinde erstellte Drainage bei Nutzung eines Grabes durch die Hinterbliebenen fortführen zu lassen. Drei Bereiche sind nach Dafürhalten Kaufmanns frei zu halten. Dies wäre eine Wiese für anonyme Urnengräberbestattungen, eine Fläche für ein "Sternenkindergrab" und ein Areal für erhaltenswerte Grabsteine. Nach Meinung des Rates gehören Bäume zwar zu einem Friedhof, doch sollten sie in Größe und Standort zur Struktur des Gottesacker passen. In Erwägung zu ziehen sei ein Bereich, in dem auf Umbettungen verzichtet werden sollte, der nun eine gestalterische Veränderung erhält.


Gespräch mit Anliegern

Diskutiert wurde über die Eingabe einer Anliegergemeinschaft aus dem unmittelbaren Umfeld des neuen Rathauses. Das Veto über die Anlieger-Parkplätze am neuen Amtssitz ging an die Marktgemeinderäte und die Bürgermeisterin, die das Schreiben zur Prüfung an das Landratsamt weitergab, aber die Räte nicht informierte. "Hier wurde ein kapitaler Fehler in der vorigen Sitzung begangen", haderte Elmar Hofmann. "Es wäre der richtige Weg gewesen, zuerst den Rat zu informieren", befand Guntram Gock, der forderte, den Sachverhalt mit Bürgermeisterin Patricia Schießer zu klären. "Ich verurteile das Vorgehen aufs Schärfste. So etwas ist Vertrauensmissbrauch", schloss sich Jochen Huppmann an. Das Ratsgremium kam überein, am 30. oder 31. Mai ein Gespräch mit der Bürgermeisterin und den Anliegern zu führen.
Verärgerung bei den Anliegern herrscht über den Baubeginn des Rathauses, über den auch der Markt nicht informiert war. "Eines Morgens standen die Bagger auf der Straße", räumte Kaufmann ein. Das Landratsamt stellte fest, dass die Gemeinde wegen eventueller Bodendenkmale eine grabungsrechtliche Erlaubnis beim Rathausbau braucht. Ein Antrag ist gestellt.
Einen Beschluss aus der vorhergehenden Sitzung hob das Gremium auf. Die Dauerstromversorgung für die Bushaltestelle in Wirmsthal kommt doch zustande, durch die Mitwirkung der Ortsvereine bei den Leitungs-Grabarbeiten. Damit will der Ortsteil den Euerdorfer Bauhof entlasten, wie Christian Rost mitteilte. Die Materialkosten übernimmt die Gemeinde.
Keine Einwände gab es gegen die Nutzungsänderung der ehemaligen Praxisräume in der Bäckergasse. Ein Bewerber aus Kürnach möchte die frühere Zahnarztpraxis in drei Wohneinheiten umwandeln. Der Errichtung einer Ferienwohnung mit Ergänzungsbau im Obergeschoss des ehemaligen Landgerichtshof in der Gerichtsgasse stimmte der Rat zu. Auch die Denkmalpflege ist einverstanden. Eine Teilgenehmigung sprach der Rat für den Wohnhausneubau mit Carport und Garage am Heiligenberg aus. Die Überschreitung der Baugrenze ist nicht gestattet, die Dachneigung für das Wohnhaus und die Garage passierte einstimmig. Eine Information erhielt der Rat zur Kreisumlage, die Hofmann kritisiert hatte. So ist nach Worten Kaufmanns zwar Widerspruch gegen die Umlage möglich, doch dies berechtigt nicht zur eigenmächtigen Einbehaltung von Geld. Es existiert ein Gerichtsurteil, das sich auf "landkreisfremde Leistungen" bezieht, nicht auf freiwillige Leistungen des Landkreises, die Hofmann in Zweifel zog.
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