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Musikakademie

Kultusminister stellt Investition ins Kloster Altstadt vor

Im Konventgebäude entstehen neue Unterkunfts- und Proberäume für die Musikakademie. Kultusminister Ludwig Spaenle stellt die Pläne bei einem Besuch vor.
Landrat Thomas Bold, Kultusminister Ludwig Spaenle, Abgeordneter Sandro Kirchner und Bürgermeister Armin Warmuth verschaffen sich einen Eindruck davon, wie sich Architekt Christian Brückner (rechts) einen der künftigen Proberäume im Dach vorstellt. Foto: Arkadius Guzy
 
von ARKADIUS GUZY
Schon jetzt sind alle Beteiligten stolz und glücklich darüber, was aus dem aufgegebenen Kloster Altstadt werden wird. Und die Pläne des renommierten Architekturbüros Brückner & Brückner sind tatsächlich vielversprechend. Fast zehn Millionen Euro investiert der Freistaat Bayern in das Konventgebäude, damit die Musikakademie sich erweitern kann. Das Vorhaben wurde am Freitag im Beisein des Bayerischen Staatsministers für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle (CSU), der Öffentlichkeit vorgestellt.

"Das Projekt ist für die Sicherung und Weiterentwicklung der Musikakademie von entscheidender Bedeutung", sagte Landrat Thomas Bold (CSU) in seiner Rolle als Vorsitzender des Trägervereins der Einrichtung. Bold erinnerte daran, dass sich schon im Jahr 2006 abgezeichnet hatte, dass die Franziskaner das Kloster in naher Zukunft verlassen würden.

Schon damals gab es Überlegungen, das Kloster, wo die Musikakademie bereits teilweise untergebracht ist, komplett zu übernehmen. Mit dem Rückzug der Franziskaner Ende 2014 konnte die Kaufoption dann genutzt werden. Danach sei klar gewesen, dass man zügig an die Sache rangehen müsse, erklärte Bold. Der Schädlingsbefall des Dachstuhls durch den Kugelkäfer erlaubte kein langes Warten.


Dank für die Unterstützung

So dankte Bold dem Kultusminister für die Unterstützung des Freistaats, ohne die es nicht gehen würde, und den CSU-Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner und Peter Winter für ihren Einsatz für die Musikakademie. Die zügige Entscheidung zugunsten der Investition bezeichnete Bürgermeister Armin Warmuth (CSU) als nicht selbstverständlich. Der Freistaat trägt die Kosten für die Sanierung und den Umbau des Gebäudes komplett selbst.

Kultusminister Spaenle unterstrich die Bedeutung der Musikakademie als "Kristallisationspunkt für alle, die sich für Musik interessieren". Und Kirchner erwähnte das neue Potenzial das für die Musikakademie entstehe.

Mit dem Umbau bekommt die Einrichtung nicht nur neue Gästezimmer und Übungsräume. Christian Brückner vom Architekturbüro Brückner & Brückner (Tirschenreuth und Würzburg) erläuterte, welche Veränderungen im Konventgebäude geplant sind. Hinter den Entwürfen steht die Idee, die Abgeschlossenheit des Gebäudes zu öffnen und es transparent und modern zu gliedern, und gleichzeitig seinen klösterlichen Charakter zu bewahren.
So soll zum Beispiel die alte Klosterpforte bewusst als Eingang dienen. Durch die Platzgestaltung davor und die Absenkung einer Mauer soll sie sogar noch deutlicher zur Geltung kommen.


Speisesaal im Innenhof

Der verwaiste Innenhof bekommt ein Glasdach, um nicht nur als neuer Speisesaal zu dienen. Er wird vielmehr die "neue Mitte und der Kristallisationspunkt des Hauses", wie es Brückner ausdrückte. Indem die Fensteröffnungen ringsum zum Boden hin verlängert werden, wird der Innenhof von allen Seiten zugänglich. Es entsteht der Charakter eines umlaufenden Kreuzgangs.

Der neue Speisesaal ist nötig, um die höheren Gästezahlen fassen zu können. Denn mit dem Umbau erhöht sich die Kapazität der Musikakademie um 23 neue Einzelzimmer. Diese entstehen sämtlich im Obergeschoss. Die Zellen der Ordensbrüder erfahren dafür eine Umgestaltung. Auch sie sollen aber ihren schlichten, klösterlichen Charakter dabei nicht verlieren. So will der Architekt zum Beispiel die alten Türen erhalten.

Das Dachgeschoss wird zum Übungsraum. Seine Balkenkonstruktion soll gewahrt und sichtbar bleiben. Lediglich die Dachspitze wird aufgebrochen, um ein Lichtband einzufügen. Alle Änderungen sind mit dem Denkmalschutz abgesprochen. Der frühere Kreisbaumeister Günter Stammwitz lobte die gute Zusammenarbeit.

Die Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen. Der Betrieb der Musikakademie geht während des Umbaus normal weiter - mit dem einen oder anderen Provisorium. So wird der Speisesaal für die Dauer der Arbeiten wohl in den Felsenkeller verlegt. Im Jahr 2019 sollen dann die neuen Räumlichkeiten im Kloster fertig sein.
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