Kirchenmusiktage

Das Experiment ist gelungen

Der Projektchor "Gospels & more" nahm in seinen Sängerstamm zum Abschlusskonzert rund 20 neue Sangesfreudige auf.
Begeisterung und Leidenschaft, nicht Perfektion, ist die Intension des Projektchors "Gospels & more", der die Kirchenmusiktage im Kloster Altstadt abschloss. Foto: Winfried Ehling
 
von WINFRIED EHLING
Mit einem musikalischen Gottesdienst beendete der Projektchor "Gospels & more" die Kirchenmusiktage in Kloster Altstadt. Nicht nur zahlreiche Besucher gaben der zwei Wochen währenden Veranstaltungsreihe Höchstnoten. Auch Bürgermeister Armin Warmuth stellte die Musikreise als "einen der Höhepunkte im Jubiläumsjahr" heraus.
"Für den Abschluss haben wir - wie bei der Eröffnung - bewusst die Form eines ökumenischen Erlebnisses gewählt, denn Musik verbindet", ließ der evangelische Stadtpfarrer, Robert Augustin, in seiner Begrüßung in der Barockkirche wissen. Der Musik sollte als Lob Gottes auch der Vortritt vor Textbeiträgen gebühren.
Der Gospel-Projektchor wagte sich an das Experiment, in seinen Sängerstamm von rund 30 Personen weitere Sangesfreudige zum Mitmachen einzuladen. "Gleichgültig ob von nah oder fern oder ob älter oder jung, jeder, der gerne singt, ist willkommen", informierte Chorleiter Martin Stapper der auf die mit elf Jahren jüngste und die mit weit über 60 Jahre älteste Sängerin unter den ca. 20 Neuankömmlingen hinwies.
Proben mussten natürlich sein. Dafür standen nur der Samstag und der Sonntag zur Verfügung, an denen die Stammsänger und "die Neuen" die nicht gerade einfachen Stücke - versehen mit biblischen Texten - eintrainierten. Und das meist in englischer Sprache und sogar in Spanisch.
Doch niemand erwartete Perfektion. Vielmehr waren Begeisterung und Leidenschaft gefragt, und dies kann der 50-köpfigen Sängerschar wirklich nicht abgesprochen werden. Sie wurde zudem durch die vier Musiker Holger Augsburg, Bernhard Schramm, Matthias Uebel und Franz-Josef Tremer instrumental unterstützt.
Zwischen die Songs - die im Übrigen meist nicht den bekannt üblichen Sektor dieses Genres afro-amerikanischen Lobpreises bedienten - streute Pastoralreferent Markus Waite Texte, die die Musik und die Kommunikation mit Gott zusammenbrachten und biblische Psalmen aus dem Alten Testament, die Gesang und Musik zum Lobe Gottes zum Thema hatten.


Gloria auf Spanisch

Bemerkenswert im Rahmen der musikalischen Darbietungen war das in Spanisch gesungene "Gloria". Das historische, deutsche Kirchenlied "Lobet den Herrn" im neuen, fröhlichen "Sound-Kleid" könnte vielleicht ein Vorbild für künftige Gottesdienstgestaltung sein.
Nach dem Abendgebet und dem Segen dankte Bürgermeister Warmuth allen Akteuren und Organisatoren der Hammelburger Kirchenmusiktage. "Es wurde viel Bewegendes im Rahmen dieser Veranstaltungen geboten. Ich bin eigentlich sprachlos, was sich hier entwickelte", gestand er. "Die Kirchenmusiktage, die Freude, Nachdenken aber auch Ermutigung beinhalteten, haben die Stadt und die Menschen zusammengeschweißt", ist der Bürgermeister überzeugt. Seine Empfehlung, "wir sollten diesen Weg weitergehen - wenn nicht jährlich so doch im Rhythmus" - und der Vorschlag, eventuell einen Förderverein für die Kirchenmusiktage und die Barockkirche des Klosters Altstadt zu gründen, dürfte auf offene Ohren stoßen.
Den Ausklang gestaltete ein "Gassenhauer" der Gospel-Szene, den die Edwin-Hawkins-Singers zu höchster Popularität verhalfen - "Oh happy day", der von den Zuhörern nur zu gerne zum Mitsingen und -klatschen aufgenommen wurde. Mit "Always remember" entschwand der Projektchor in den abgedunkelten Altarraum, in dem aber der üppige Applaus durchaus zu hören gewesen sein dürfte.
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