Kultur

Ausstellung "Mitten unter uns" erinnert an jüdische Mitbürger

"Die Erinnerung an die früheren jüdischen Mitbürger wach zu halten, ist nach wie vor wichtig." Das betonte Hammelburgs Bürgermeister Ernst Stross (SPD) am Dienstag bei der Eröffnung der Ausstellung "Mitten unter uns. Landjudentum in Unterfranken" im Remter des Rathauses.
Einführung in die Ausstellung: Michael Mence hat sich intensiv mit der Geschichte der Juden in der Region beschäftigt. Foto: Markus Reeh
 
von MARKUS REEH
Stellvertretender Landrat Emil Müller (CSU), der die Schau offiziell eröffnete, erklärte, der Landkreis habe sich bewusst für eine Wanderausstellung entschieden. So könnten mögliche viele Besucher erreicht werden. Die Ausstellung war bereits in Bad Brückenau und wird nach Hammelburg ab 19. November noch in Bad Kissingen zu sehen sein.

Michael Mence, der sich mit seiner Frau Cornelia seit vielen Jahren intensiv mit der Aufarbeitung der Geschichte der Juden befasst, führte in die Ausstellung ein. Vier chronologische Tafeln geben einen Überblick über die jüdische Historie in Unterfranken, vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Am Beispiel jeweils eines Landkreises werden dann die neun wichtigsten Themen präsentiert. Vier Einzelbiographien, eine Audio-Station, zwei Tafeln zur jeweiligen Ausstellungsregion und ein kostenloses Begleitschreiben runden die Ausstellung ab.

145 Haushalte in der Region

In Hammelburg existierte schon im Mittelalter eine jüdische Gemeinde. Im 16. Jahrhundert kamen Untererthal und Westheim dazu, im 17. Jahrhundert Dittlofsroda und Völkersleier. Als die Juden sich 1817 in die Matrikellisten eintragen ließen, wurden in der Region 145 Haushalte in sieben Gemeinden gezählt.

Die meisten waren so groß, dass sie Vorsinger, Lehrer oder Schächter einstellen konnten. Und in Völkersleier wirkte ein Rabbiner. Im Raum Hammelburg verdienten die Juden ihre Geld vor allem mit Waren- und Kramhandel. In Völkersleier und Dittlofsroda dominierten Viehhandel und Stoff- beziehungsweise Kurzwarenhandel. Trotz Aus- und Abwanderungen in den folgenden Jahrzehnten bestanden die sieben Gemeinden von 1817 mit insgesamt 237 Personen auch noch 1932/33.

Die Schau ist noch bis 15. November im Remter des Rathauses, Am Marktplatz 1, in Hammelburg zu sehen, und zwar wie folgt: Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr, Montag von 14 bis 17.30 Uhr, Dienstag bis Donnerstag von 14 bis 16 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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