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Kriegsgräberfürsorge

Gefallene und Opfer mahnen

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt Ruhestätten in vielen Ländern. Das ist nur dank einträglicher Sammlungen möglich.
In einem hervorragenden Zustand befindet sich der Soldatenfriedhof von Esbjerg an der dänischen Nordseeküste. Diese Pflege wird vor allem mit den Sammlungsergebnissen finanziert.  Fotos: Edgar Bartl
 
von EDGAR BARTL
Der exakt getrimmte Rasen ist dicht wie ein Teppich, die zahllosen Steinkreuze sind makellos sauber, Blumen leuchten rot in der Sonne. Wilhelm Weidinger, Vorsitzender des Landesverbandes Bayern im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist angetan. So wie der Soldatenfriedhof in der dänischen Hafenstadt Esbjerg sollten sich alle Gedenkstätten im In- und Ausland präsentieren. Denn sie mahnen nicht nur zum Frieden, sie sind nicht nur letzte Ruhestätte für Millionen gefallener Soldaten. Die hier geleistete Arbeit, so Weidinger, werde angesichts der zunehmenden Fremden- und Ausländerfeindlichkeit immer wichtiger.
Auch viele zivile Opfer der Gewalt wurden in Skandinavien bestattet. So heißt die Anlage im nahen Oksbol im Volksmund "Friedhof der Großmütter und Babys". Hier befinden sich in einer Reihe die Gräber von fünf Familienmitgliedern: Die drei Kinder Birgit Sahm (zehn Monate), Ludwig (zwei Jahre), Eleonora (drei), ihre Mutter Ilse (45) und Oma Hedwig (71) haben zwar die Flucht aus Ostpreußen überlebt, nicht aber die ersten Nachkriegsmonate in Dänemarks größtem Flüchtlingslager. Nur der Vater, den die Kriegswirren nach Baden-Württemberg verschlagen hatten, hat überlebt.


Gut zwei Millionen Euro pro Jahr

Für den Volksbund ist es Ehrensache, dass über solche Schicksale kein Gras wächst. Deshalb werden die Soldatenfriedhöfe im Ausland von ihm aufwändig und sorgfältig gepflegt. Das aber hat seinen - nicht geringen - Preis. Zur Finanzierung seien die Herbstsammlungen unverzichtbar, sagt Landesgeschäftsführer Jörg Raab. Sie seien "eine Haupteinnahmequelle" und erbrächten Jahr für Jahr gut zwei Millionen Euro.
Das ist auch und gerade solchen "Überzeugungstätern" wie Georg Ludwig Röding (52) zu verdanken. Der Oberstabsfeldwebel ist "Spieß" im Offiziersanwärter-Bataillon (OA) in Hammelburg und seit 22 Jahren als Sammlungsleiter - höchst erfolgreich - tätig. In dieser Zeit haben er und seine Mitstreiter in den Landkreisen Bad Kissingen, Aschaffenburg und Main-Spessart gut 1,2 (!) Millionen Euro zusammengetragen. Röding kam nach einem Einsatz für den Volksbund in Georgien zu diesem "Job", den er seither "gerne und aus Überzeugung" ausübt.


Kommandeur unterstützt

Der Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Simon Leidner, unterstützt das Engagement. Er nennt die Zusammenarbeit mit dem Volksbund einen "wichtigen Beitrag zum sinnvollen Gedenken an die Opfer der vergangenen Kriege".
Sie trage weiterhin zur Versöhnung über den Gräbern bei. Deren Wichtigkeit wolle er, so Leidner, den künftigen Offizieren so früh wie möglich verdeutlichen und bei ihnen so Verständnis wecken für die Kooperation.
Beim Gefreiten Lorenz Schumann ist das gelungen. Der angehende Offizier sammelt demnächst erstmals - freiwillig und in der Freizeit - für den guten Zweck. Die Arbeit des Volksbundes sei für ihn auch ein Anreiz, dafür zu sorgen, dass später einmal seine Kameraden aus möglichen Einsätzen unversehrt zurückkehren.
So lange das so ist, kann der Landesband verkraften, dass die Zahl der Sammler rückläufig ist. Geschäftsführer Raab, der die Jugend- und Bildungsarbeit intensivieren will, er setzt auf die Jüngeren. Vor allem beim Engagement der Schulen sei "noch viel Luft nach oben".


Mittelfristig Handlungsbedarf

Das gilt offenbar auch für die Soldatenfriedhöfe in Deutschland. Sie werden von den jeweiligen Kommunen betreut, der Staat trägt die Kosten; bundesweit ist das 22 Millionen Euro im Jahr. Das klappt wohl nicht überall so gut wie im Landkreis Bad Kissingen. Vorsitzender Weidinger und Raab sehen hier und da durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. Das gilt auch für den großen Soldatenfriedhof am Felschen im Lager Hammelburg, um den sich der Landkreis Bad Kissingen kümmert.
An der Pflege ist nichts auszusetzen. Dennoch, so Raab, bestehe an der Ruhestätte von 3031 russischen Kriegsgefangenen und 427 deutschen Soldaten "mittelfristig Handlungsbedarf". Die Ausstattung sei nicht mehr zeitgemäß und die russische Regierung wünsche eine bessere Kennzeichnung der Namen. Hier fanden bereits erste Gespräche statt.
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