Bad Bocklet
Bundeswehr

Feierlich den Eid abgelegt

499 Offizieranwärter wurden am Donnerstag in Bad Bocklet vereidigt. Dazu waren rund 2000 Gäste gekommen.
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Am Donnerstag wurden  499 Offizieranwärter in Bad Bocklet vereidigt. Peter Rauch
Am Donnerstag wurden 499 Offizieranwärter in Bad Bocklet vereidigt. Peter Rauch
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Die am Donnerstag in Bad Bocklet durchgeführte Vereidigung von 499 Offizieranwärtern war ein wahrer Kampf der Bundeswehr mit dem Wetter. So geriet der "Familientag", also die Stunden vor der eigentlichen Vereidigung, stellenweise mehr zu einer Regenschirmparade. Laut Schätzung einiger Bundeswehroffizieller waren zu der Veranstaltung rund 2000 Gäste gekommen. Zum Teil waren es sogar Angehörige junger Offizieranwärter und Anwärterinnen, die heute weit über 1000 Kilometer entfernt in Großbritannien oder auf dem Balkan leben. Wegen des Wetters blieb die Bundeswehrhundestaffel der Veranstaltung fern. Zu sehen gab es dennoch viel, sowohl im Freien, wo große, gepanzerte Transportfahrzeuge aufwarteten, wie im kleinen Kursaal, wo eine von den Soldaten selbst erarbeitete Ausstellung zu sehen war. In einem Bundeswehrzelt wurden die neuesten Handfeuerwaffen der deutschen Streitkräfte gezeigt. Aber auch das "richtige Leben im Feld" wurde an verschiedenen Stationen demonstriert, und wer es sich zutraute, konnte sogar gut gesichert an einem Seilsteg die Saale überqueren. Fast schien es, dass die Bundeswehr im Kampf gegen das Wetter doch die Oberhand behält, denn beim Einmarsch der drei Ausbildungskompanien des 2. Offizieranwärter-Bataillons war es trocken, von den total durchnässten Wiesen einmal ganz abgesehen. Auch der Vorbeimarsch des Kommandeurs, Oberstleutnant Simon Leidner, der von den Ehrengästen, Bürgermeister Andreas Sandwall und der Bundestagsabgeordneten und parlamentarischen Staatssekretärin Dorothee Bär, begleitet wurde, erfolgte noch im Trockenen. Beeindruckend die Kulisse, als hier über 600 Soldaten im Karree antraten, neben den 499 Offizieranwärtern, unter ihnen 67 weibliche Anwärter, war noch ein Ehrenzug der Bundeswehr, das Heeresmusikkorps 12 aus Veitshöchheim, sowie 40 ausländische Soldaten in ihren Ausgehuniformen angetreten. Diese 40 Soldaten aus 17 verschiedenen Ländern und drei Kontinenten durchlaufen für die gesamten drei Jahre im Rahmen ihrer militärischen Ausbildung die deutsche Offizierausbildung. Unter den 40 ausländischen Offizieranwärtern auch eine junge Kadettin aus Kamerun. Aber zurück zum Zeremoniell: Oberstleutnant Simon Leidner und auch Bürgermeister Andreas Sandwall hatten das Glück, noch bei gutem Wetter vor der angetretenen Front sprechen zu können. Als die Sprecherin der Rekruten, die Offizieranwärterin Louisa Preu vor das Mikro trat, wurde der Wind stärker und erste Tropfen fielen und nach einer musikalischen Einlage des Heeresmusikorps 12 öffnete der Himmel seine Schleusen.
Nun kam die große Stunde von MdL Sandro Kirchner: die Festrednerin der Vereidigung des 87. Offiziersjahrgangs, MdB Dorothee Bär stand kaum hinter dem Rednerpult, als ein voller Guß einsetzte und sich Sandro Kirchner als "Schirmherr" betätigen durfte. Bürgermeister Andreas Sandwall betonte, dass dieser 14. September 2017 einen herausragenden Platz im Leben der Offizieranwärter einnehmen wird, denn mit der anstehenden Vereidigung übernehmen sie eine ganz besondere Verpflichtung für unser Land. Sie werden schwören, dass sie "das Recht und die Freiheit des Deutschen Volkes tapfer verteidigen werden". Bataillonskommandeur Simon Leidner ließ die angetretenen Offizieranwärter wissen, "dass sie sich für einen Beruf entschieden haben, der sich durch die Tragweite der besonderen Verantwortung für das Leben und die Gesundheit der uns anvertrauten Männer und Frauen deutlich von anderen Berufen unterscheidet". So sei der Soldatenberuf kein Beruf wie jeder andere, denn der Beruf des Offiziers sei auf Entscheiden und Handeln ausgelegt. "Das heißt, dem Offizier wird das höchste Gut einer freien Gesellschaft anvertraut: das Leben von Menschen". Ein jeder Offizier ist Führer, Erzieher und Ausbilder und wirkt in erster Linie durch sein Verhalten als Vorbild im Auftreten, Haltung, Charakter und Pflichterfüllung. Auch MdB Dorothee Bär ging in ihrer Festansprache auf die besonderen Erfordernisse und Eigenschaften der zukünftigen Offiziere ein. So verlange der Soldatenberuf verschiedene Rollen zu übernehmen - als Beschützer, Kämpfer, Katastrophen- und Aufbauhelfer und manchmal sogar als Botschafter. Der nun abzulegende Eid könne sogar in Situationen führen, in denen in sekundenschnelle schwere Entscheidungen gefällt werden müssen. So stellte die Politikerin heraus, dass die Offiziere Belastungen und Risiken erleben werden, die die meisten der Mitbürger nur aus Filmen oder Bücher kennen. Dies alles in einer Zeit, in der die Krisen auf dieser Welt näher an uns herangerückt seien. "Die Welt ist turbulenter geworden in den vergangen Jahren. Häufig erscheint sie sogar instabil, Bedrohungsszenarien sind komplexer und asymetrischer geworden und die Feinde von Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind heute mobiler und vernetzter. Wir müssen Verantwortung in der Welt übernehmen, wenn wir hier in Deutschland sicher leben wollen", so die Abgeordnete, die auch nicht verhehlte, dass Soldaten heute im Rahmen von internationalen Mandaten und Bündnissolidarität eingesetzt werden. "Aus Verantwortung für Frieden und Demokratie und nicht aus verantwortungslosem Machtstreben". Mit dem Eid versprechen sie dem Land "treu zu dienen", "sich verspreche Ihnen, wir stehen für unsere Soldatinnen und Soldaten ein, wir stehen zu unserer Verantwortung im Rahmen von UNO, NATO und EU und wir stehen zu unserer Bundeswehr als unserem Sicherheitsgarant über die letzten 60 Jahre."
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