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Nationalpark

Frankenwald, Spessart, Rhön oder Donauauen: Welche Region soll Nationalpark werden?

2016 hat sich der Freistaat vorgenommen, einen dritten Nationalpark auszuweisen. Kandidaten sind die Rhön, der Spessart, der Frankenwald und die Donauauen.
Das undatierte Foto zeigt den Blick vom Lichtenberg hinab ins Höllental im Frankenwald. Der Frankenwald ist einer der vier Kandidaten für einen dritten Nationalpark in Bayern. Foto: Thomas Kraemer/BDF/Bund Deutscher Forstleute/dpa
 
von DPA
Im vergangenen Jahr hat sich der Freistaat Bayern vorgenommen, einen dritten Nationalpark auszuweisen. Nachdem der Steigerwald aus der Debatte rausgefallen ist, sind das die zuletzt verbliebenen Kandidaten:

1. RHÖN

Die Rhön liegt im Dreiländereck von Hessen, Bayern und Thüringen. Das Mittelgebirge ist mit seinem höchsten Berg, der Wasserkuppe, 950 Meter hoch. Die Rhön ist bereits Unesco-Biosphärenreservat. Das heißt, drei Prozent der gesamten Waldfläche müssen Kernzone und damit fast unberührt sein. Im übrigen Teil ist eine naturnahe Bewirtschaftung erlaubt und erwünscht. Seit 1991 trägt die Rhön diesen Titel.

Die Rhön ist - auch dank des Eingriffs und der Steuerung der Menschen - überdurchschnittlich reich an Pflanzenarten. In den Kernzonen gibt es Buchen-Urwälder. Außerdem bietet die Rhön Hoch- und Niedermoore sowie Berg- und Feuchtwiesen.

Der künftige Nationalpark Rhön wäre den derzeitigen Planungen zufolge in der Südrhön zu finden - und zwar im geografischen Dreieck zwischen den Städten Bad Kissingen, Bischofsheim an der Rhön und Bad Brückenau. Es sollen ausschließlich Staatswälder einbezogen werden. Der Nationalpark könnte künftig zugleich Teile der Kernzone des Biosphärenreservats beinhalten.

2. DONAUAUEN

Ein möglicher Nationalpark Donauauen würde überwiegend im Norden Oberbayerns liegen und noch ein kleines Stück nach Schwaben hineinreichen. Diskutiert wird ein Stück etwa von Marxheim (Landkreis Donau-Ries), wo der Lech in die Donau mündet, bis nach Ingolstadt. Der größte Teil dieses Schutzgebietes wäre im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Die Donau ist in diesem Bereich noch relativ naturbelassen, da dort keine großen Schiffe unterwegs sind. Erst ab dem niederbayerischen Kelheim ist Europas zweitlängster Fluss offiziell eine Wasserstraße.

Das Gebiet rund um Neuburg ist allerdings für einen Nationalpark zu klein. Das bayerische Umweltministerium erklärt, dass für einen neuen Park mindestens eine Fläche von 10 000 Hektar nötig sei. "Um auf diese Gesamtfläche zu kommen, braucht die Region Neuburg-Schrobenhausen weitere Partner", heißt es im Ministerium. Wie solch eine Partnerschaft aussehen könnte, ist noch unklar.

Gute Chancen werden dem Projekt dennoch eingeräumt. Denn Auwälder repräsentierten einen Naturraum, der in den bestehenden deutschen Nationalparken noch nicht vorhanden sei, wie das Ministerium in München betont. Österreich hingegen hat bereits seinen Nationalpark Donau-Auen. Seit 1996 stehen 36 Kilometer des Flusses zwischen Wien und Bratislava unter internationalem Schutz.

3. SPESSART

Der Spessart im Nordwesten Unterfrankens steht für das größte zusammenhängende Laubmischwald-Gebiet in Deutschland. Er liegt zwischen den Flüssen Main, Kinzig und Sinn. Ein Großteil des Mittelgebirges ist seit den 1960er Jahren als Naturpark ausgezeichnet. Umweltschützer heben die naturnahen Buchen- und Eichenbestände im Spessart hervor. Im bayerischen Spessart gibt es ca. 100.000 Hektar Wald, davon gehören 42.000 Hektar dem Freistaat.

Ein künftiger Nationalpark im Staatswald könnte zwischen Lohr am Main, Stadtprozelten, Heimbuchental und Bischbrunn zu finden sein. Er würde weniger als fünf Prozent der gesamten Spessart-Fläche einnehmen.
Der Bund Naturschutz in Bayern ist der Meinung, dass der Spessart von den vier verbliebenen Kandidaten aus naturschutzfachlicher Sicht die beste Wahl wäre.

4. FRANKENWALD

Der Frankenwald im Norden Oberfrankens ist etwa 100.000 Hektar groß, seine Ausläufer gehen bis nach Thüringen. Das Mittelgebirge liegt hauptsächlich in den Landkreisen Kronach, Kulmbach und Hof. Nach Angaben des Umweltministeriums gibt es im Frankenwald viele "störungsarme und wenig zerschnittene große Waldgebiete". Heute dominiert die Fichte im Frankenwald - vor Jahrhunderten waren es noch Rotbuche und Tanne.
Weite Teile des Frankenwalds tragen bereits das Label Naturpark. Ein möglicher Nationalpark wäre zudem an das Biotopverbundsystem "Grünes Band" entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze angebunden. Der Frankenwald ist Heimat seltener Tierarten: Das Schwarzstorch-Vorkommen ist bundesweit herausragend.

Landschaftlich charakteristisch für den Frankenwald sind gerodete Hochplateaus, bewaldete Hänge und Wiesentäler. An manchen Orten erinnert die Landschaft gar an die nahezu unberührte Natur Skandinaviens, denn auch der Frankenwald ist vergleichsweise dünn besiedelt.



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