Kritik

Taxiruf verhallt allzu oft

Die Beschwerden häufen sich: Immer öfter ist keine Beförderung mit Chauffeur in der Kurstadt zu bekommen. Die Bürgermeisterin führt Gespräche.
Foto: Arno Burgi/dpa
 
von ROLF PRALLE
Der Ruf "Hallo Taxi" bleibt in Bad Brückenau immer häufiger ungehört. Diese leidvolle Erfahrung musste auch die Kommunalpolitikerin Birgit Poeck-Kleinhenz (PWG) in den vergangenen Wochen wiederholt machen. So sprach sie das Thema erneut in der Stadtratsitzung an.

Auch ihren Gremiumskollegen war die Situation nicht unbekannt. Selbst zu normalen Geschäftszeiten sei oft kein Wagen mit Chauffeur zu bekommen. Und ganz früh am Morgen oder spät am Abend gehe da überhaupt nichts. Die Angelegenheit habe sich mittlerweile zu einem untragbaren Zustand ausgewachsen. Gerade eine Kurstadt, in der es außerdem viele Einrichtungen für ältere Menschen gibt, könne sich solch ein Gebaren der örtlichen Unternehmer nicht leisten. Zur Sprache kam darüber hinaus, dass Taxifahrer in der Regel zur Beförderung verpflichtet seien.


Beschwerden häufen sich

Hier aber liegt ein Problem. Da die Dienstleister neben der Taxi- auch eine Mietwagenlizenz haben, würden sie offenbar Krankenfahrten oder längere Touren in andere Städte oder zum Flughafen Frankfurt vorziehen.
"Ich habe schon ganz gravierende Beschwerden gehört, die sich in letzter Zeit häufen", sagte Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Sie will den "Riesenärger" nicht weiter einfach hinnehmen. So habe sie schon mehrfach Gespräche mit der zuständigen Stelle beim Landratsamt geführt, um hier für Abhilfe zu sorgen.

Und noch eine ganz andere Möglichkeit fasst die Rathauschefin ins Auge: "Vielleicht findet sich ja ein weiterer Unternehmer, der in unserer Stadt dann konstant für die Fahrgäste zur Verfügung steht". Da der Bedarf ganz augenscheinlich vorhanden ist und die momentanen Fahrer offensichtlich völlig ausgelastet sind, würde sie sich für eine zusätzliche Taxilizenz stark machen. Ein neuer Interessent könnte auf ihre Unterstützung zählen.


Problem wird bleiben

Ein weiterer Kritikpunkt, den Poeck-Kleinhenz in der Stadtratssitzung ansprach, war das Ergebnis der Verkehrsschau. "Ich finde es nicht gut, wenn man das Ergebnis der Verkehrsschau aus der Zeitung erfährt", kritisierte sie. Außerdem hätte der Kontrollgang im Bereich von Crailsheimstraße und Friedhof, der wegen der Baustelle mit Ampelregelung in der Kissinger Straße gern als Schleichweg benutzt wird, zu einer völlig falschen Zeit stattgefunden. "Um 14 Uhr fährt da niemand durch, sondern in der Regel morgens und abends beim Berufsverkehr."

Die Sache mit der frühzeitigen Presseveröffentlichung nahm die Bürgermeisterin auf ihre Kappe: "Das war leider meine Schuld." Die unerlaubte Abkürzung werde aber ein Problem bleiben, ist sie sich sicher, auch wenn die Polizei ihre Kontrollen verstärken sollte.

zum Thema "Stadtrat Bad Brückenau"

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