Glauben

Ritterorden ist eine Gemeinschaft des Gebets

Beim Einzug zur festlichen Liturgie fielen in der Klosterkirche am Kreuzberg die Ritter mit weißen Ordensmänteln und die Damen mit schwarzen Mänteln auf.
Festlicher Einzug der Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem in die Klosterkirche am Kreuzberg, anlässlich des Festes Kreuzerhöhung. Einer von ihnen ist Landrat Thomas Habermann (rechts).  Foto: Marion Eckert
 
von MARION ECKERT
Schon ihr äußeres Erscheinungsbild sorgte für Aufsehen: Beim Einzug zur festlichen Liturgie fielen die Ritter mit weißen Ordensmänteln und die Damen mit schwarzen Mänteln auf, auf denen jeweils das Ordenswappen mit dem roten fünffachen "Jerusalemkreuz" als Zeichen für die fünf Wundmale Christi angebracht ist.
Mit dem Fest der Kreuzerhöhung am 14. September wird an die Einweihung der Grabeskirche in Jerusalem im Jahr 335 erinnert. Diese ist die Ordenskirche des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem und das Fest Kreuzerhöhung eines ihrer höchsten Ordensfeste. Der Kreuzberg war für die Ordensmitglieder das gemeinsame Ziel, um dieses besondere Fest in der Klosterkirche zu feiern.
Landrat Thomas Habermann ist Mitglied dieses Ritterordens und hatte bei diesem Gottesdienst im Rahmen der Liturgie die Aufgabe für den Weihrauch Sorge zu tragen. Der leitende Komtur Berthold Orschler stellte den päpstlichen Orden und seine Aufgabenbereiche vor.
"Der Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem ist ein päpstlicher Orden, eine Gemeinschaft des Gebets, der Spiritualität und der gelebten Caritas für das Heilige Land." Durch die Verbundenheit mit Jerusalem bestehe die Kernaufgabe darin, die Christen im Heiligen Land, also Israel, Westjordanland (Palästina) und Jordanien zu unterstützen - im gemeinsamen Beten, durch Besuche vor Ort und konkret materiell.


Hilfe notwendig

Wie notwendig die Hilfe für die dortigen Christen sei, könne nur erahnt werden. Die schon mehr als fünf Jahre andauernden kriegerischen Auseinandersetzungen in Syrien, die Verfolgung und Kreuzigung von Christen durch den sogenannten islamischen Staat und die Flucht von Hunderttausenden Christen im Nahen Osten, das alles sei durch die täglichen Bilder in den Medien bekannt.
Von den rund acht Millionen Einwohnern Israels seien heute nur noch 130 000 Christen, Tendenz weiter abnehmend. Mehr als die Hälfte seien Melkiten, 40 000 seien griechisch Orthodoxe und nur noch 10 000 römisch-katholisch. In Jerusalem leben nur noch 10 000 Christen bei einer Million Einwohner. Allein in den vergangenen zehn Jahren habe sich die Zahl der Christen in Palästina von 400 000 auf 200 000 halbiert.
"Das zeigt, welches Drama sich dort abspielt", betonte Orschler. "So zeichnet sich konkret die Gefahr ab, dass in dem Land, in dem Gott Mensch wurde, unser Christentum begründet wurde, eines Tages keine Christen mehr leben. Doch das Heilige Land darf kein christliches Freilandmuseum werden." Der Ritterorden bemühe sich auch mit finanziellen Zuwendungen für die Einrichtungen des Lateinischen Patriarchats in Israel, Gaza und dem Westjordanland. Diese beliefen sich in den vergangenen zwölf Monaten auf zirka zwölf Millionen Euro.
Dabei gehe es u. a. um die Unterstützung von Pfarreien wie in Marj Alhamam an der Peripherie Ammans in Jordanien, wo ein neues Gemeindezentrum mit größerer Pfarrkirche gebaut wurde, der Unterhaltung von 47 christlichen Schulen, die allen Konfessionen offen stehen, von Altersheimen, der Universität von Bethlehem und dem dortigen Caritas Baby-Hospital.
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