Aktionärsversammlung

Mineralbrunnen: Aktionäre hochzufrieden

Zwei Euro Dividende pro Aktie schüttet die Staatliche Mineralbrunnen AG heuer aus. Die Stimmung ist nicht bloß verhalten, sondern außerordentlich positiv.
Vollautomatisch in die Kästen: Produktionsleiter Andreas Zink am Einpacker in der Produktionshalle in Oberleichtersbach. Foto: Ulrike Müller
 
von ULRIKE MÜLLER
Der heiße Sommer 2015, unter dem viele Menschen gestöhnt haben, der Staatlichen Mineralbrunnen AG hat er in die Hände gespielt. Die Aktionäre, die sich am Montag im König Ludwig I.-Saal im Staatsbad versammelten, waren mehr als zufrieden. "Ich bin der Meinung, dass hier die Sonne scheint", sagte Dieter Tassler, der sich in den vergangenen Jahren als einer der hartnäckigsten Anlegervertreter herausstellte. Das Geschäftsjahr 2015 dürfe sich sehen lassen.

Anfangs trug Vorstand Ingo Vialon die Kennzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vor. Das Unternehmen ist an zwei Standorten aktiv, neben dem Bad Brückenau Wasser wird auch die Petrusquelle in Siegsdorf vermarktet. Insgesamt belief sich der Umsatz auf rund 22,6 Millionen Euro (3,3 Prozent über dem Vorjahreswert). Die Betriebsleistung, die sich aus Umsatzerlösen, Bestandsveränderung und sonstigen betrieblichen Erträgen zusammensetzt, betrug etwa 13,2 Millionen Euro. Besonders erfreulich ist das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit: Es fällt mit rund 1,7 Millionen Euro sogar 35 Prozent besser aus als noch im Jahr 2014.

"Das abgelaufene Geschäftsjahr war für uns ein sehr gutes, ein außergewöhnlich erfolgreiches Geschäftsjahr und hat ein weiteres Mal das nachhaltig wieder erreichte Ergebnisniveau bestätigt", sagte Vialon sichtlich stolz. Die Aktionäre dankten es ihm und winkten jeden der sechs Tagesordnungspunkte dann auch einstimmig durch.


Sinalco wieder im Boot

Aufhorchen ließ den Besucher die Nachricht, dass Sinalco weiterhin mit der AG zusammenarbeitet. Im Bereich Lohnabfüllungen ist Sinalco für den Standort Bad Brückenau ein wichtiger Kunde. Eigentlich sollte der Vertrag auslaufen, die Mineralbrunnen AG hatte bereits nach Alternativen Ausschau gehalten. Nun werde die Zusammenarbeit mittelfristig und in derselben Auftragsstärke wie zuvor fortgeführt, sagte Vialon auf Nachfrage dieser Zeitung.

Was die neuen Glasflaschen in individuellen Design angeht, so zieht der Vorstand eine durchweg positive Bilanz. Rund 1,5 Millionen Premium-Flaschen Bad Brückenauer sind von der Einführung im Sommer bis Ende des Jahres bereits verkauft worden, in Siegsdorf waren es um die 700.000. Einzig das alte Gebäude im Staatsbad hängt dem Unternehmen wie ein Klotz am Bein. "Unsere Vermietungsbemühungen haben bis jetzt zu keinem Erfolg geführt", sagte Vorstand Manfred Karl und fügte hinzu: "Das dürfte schwierig werden. Vor großem Optimismus kann ich da nur warnen."


Aus dem Geschäftsbericht für das Jahr 2015:

Aufsichtsrat Turnusgemäß wurde das Gremium neu gewählt: Gerd Amtstätter, August Francois von Finck, Ernst Knut Stahl und Reinhard Meier.

Dividende Für das Geschäftsjahr 2015 schüttet die Staatliche Mineralbrunnen AG zwei Euro Dividende pro Aktie aus. 2014 waren es 1,50 Euro plus einer Bonuszahlung von 50 Cent.

Eigenkapital Das Eigenkapital des Unternehmens beläuft sich auf rund 14,7 Millionen Euro, was einer Eigenkapitalquote von 66,9 Prozent entspricht.

Füllungen Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden insgesamt 85,4 Millionen Flaschen mit Getränken der eigenen Marken gefüllt (Absatzplus: 5,8 Prozent). Dazu kommen ungefähr 34 Millionen Lohnabfüllungen.

Personalkosten Das Personal bleibt mit knapp 120 Mitarbeitern - 74 davon in Oberleichtersbach und 42 in Siegsdorf (inklusive Auszubildende) - ungefähr konstant. Der Zuwachs der Personalkosten um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr habe mit Zeitarbeitern, Aushilfskräften und dem wechselnden Verhältnis von Teil- und Vollzeitstellen zu tun, erklärt Vorstand Manfred Karl auf Nachfrage.

Photovoltaikanlage Die Produktion von Solarstrom brachte der Staatlichen Mineralbrunnen AG im vergangenen Jahr rund 210.000 Euro Einspeisevergütung ein.

Verbindlichkeiten 1,9 Millionen Euro Schulden tilgte das Unternehmen im Jahr 2015. Aktuell belaufen sich die Verbindlichkeiten auf 1,6 Millionen Euro.

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