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Handwerkertag

Handwerker treffen sich auf dem Kreuzberg

Seit elf Jahren findet der Handwerkertag auf dem Kreuzberg statt. Besonders ging es um die Nachwuchsorgen.
Bei Handwerkertag auf dem Kreuzberg trafen sich (von links): Bürgermeister Georg Seiffert, Sandro Kirchern (MdL), Pater Martin Domogalla, Kreishandwerkersmeister Bruno Werner, Josef Demar (stellvertretender Landrat), Ehrenpräsident Hugo Neugebauer und der Präsidenten der Unterfränkischen Handwerkskammer Walter Heuslein.  Foto: Marion Eckert
 
von MARION ECKERT
"Erfahrungen austauschen - Kontakte knüpfen - Gemeinsam die Region stärken", unter diesem Motto veranstaltete die Kreishandwerkerschaft Rhön-Grabfeld seit nunmehr elf Jahren den Handwerkertag auf dem Kreuzberg.

Begonnen wurde der Handwerkertag mit einem Gottesdienst zum Josefstag in der Klosterkirche. Der Guardian des Klosters Kreuzberg, Pater Martin Domogalla, stellte den Handwerkern den Heiligen Josef als "Handwerker und nicht Mundwerker" vor. "Josef redet nicht, er tut etwas. Schweigen ist die Sprache des Heiligen Josef. Kein Wort von ihm ist in der Heiligen Schrift überliefert." Dreimal empfange Josef wichtige Weisungen im Traum. Sie erfordern sein sofortiges Handeln. Und doch sei Josef kein Träumer, kein verträumter Mensch, sondern einer der anpacke, der handele.

Der Heilige Josef war in Nazareth ein "Tekton", so lautet das griechische Wort für seinen Beruf, das heute nicht mehr mit Zimmermann, sondern mit Bauhandwerker, oder noch besser Allroundhandwerker übersetzt werde. Wie das damals so üblich war, ging der Sohn beim Vater in die Lehre. So war es Josef, der Jesus das handwerkliche Arbeiten beigebracht habe.

Pater Martin zeigte den Handwerkern auf, dass der Sohn Gottes, in diese "gewöhnliche, sensationslose einfache, ja banale Welt eingestiegen ist, in eine Familie wie tausend andere Familien, in einen Beruf wie unzählig andere, in ein hartes Leben, das das tägliche Brot nicht billig hergegeben hat, in einem Beruf, in dem man keine Reichtümer verdienen konnte. Aber mitten in dieser kleinen Welt des Josefs, die noch bescheidener war als unsere, ist eben der Unendliche mit seiner ganzen Liebe anwesend, so wie er auch in unserem Leben hier und heute, in unserem Alltag mit seinen Sorgen anwesend ist."

Im Anschluss an diese Einstimmung trafen sich die Handwerker zum gemütlichen Beisammensein im Antoniusbau. Dort ließ es sich gut miteinander ins Gespräch kommen, eben um Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen, freute sich Kreishandwerkersmeister Bruno Werner über die große Resonanz der Veranstaltung. Zu dieser kamen auch die Ehrenpräsidenten der Handwerkskammer Unterfranken, Hugo Neugebauer, und der Präsidenten Walter Heuslein.

1200 Handwerksbetriebe gebe es in der Region, die 950 Millionen Euro Umsatz generieren, gut 9500 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und 600 Auszubildenden eine berufliche Perspektive bieten. Im Schnitt habe jeder Betrieb 6,5 Mitarbeiter. In Billiglohnländer lagere der Handwerker seinen Betrieb nicht aus, es seien stabile Arbeitsplätze, in stabilen mittelständigen Familienbetrieben.

Bruno Werner motivierte die Handwerksbetriebe, in der Ausbildung nicht nachzulassen. "Die Lehrlinge von heute, sind die dringend benötigen Fachkräfte von Morgen." Ein dringender Appell ging an diesem Abend von mehreren Seiten an die Eltern, eine Ausbildung im Handwerk nicht gering zu achten und nicht ausschließlich eine akademische Karriere ihrer Kinder zu fördern.

Dem konnte sich MdL Sandro Kirchner nur anschließen. Das Handwerk sei das Rückgrat der Gesellschaft und der Wirtschaft, der Motor für die junge Generation, in der Heimat leben und arbeiten zu können. 90 Prozent der Handwerksbetriebe der Region Main-Rhön schauen positiv in die Zukunft: "Sie sind das Fundament unserer Heimat." Er verwies auf die Kampagne "Elternstolz", eine Imagekampagne des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit den Industrie- und Handelskammern in Bayern und den bayerischen Handwerkskammern. In dieser werde aufgezeigt, welche großen Chancen eine "Karriere mit Lehre" biete. Ziel der Kampagne sei es vor allem, die Karrierechancen einer Berufsausbildung aufzuzeigen, die durch Fortbildung schließlich mit einem Studienabschluss vergleichbar sei.

Zu den weiteren Themen des Abends gehörte die Digitalisierung im Handwerk, die zunehmende Anforderungen auch an die Ausbildung stelle. Die Meisterpflicht und Qualitätssicherung sowie europaweite Entwicklungen wurden angesprochen. Dank und Anerkennung für die Leistungen der Handwerkerschaften überbrachten Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert und der stellvertretende Landrat Josef Demar. Seiffert sah in der Qualität handwerklicher Leistungen und Produkte den Schlüssel zum Erfolg. Demar betonte die Rolle der Ehefrau im Handwerksbetrieb, die oft die tragende Säule sei und stattete allen Ehefrauen seinen Dank ab.
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