Bad Brückenau
Innenentwicklung

Bad Brückenau: Mehr Kunden, aber wie?

Um die Zukunft der Fußgängerzone Bad Brückenau wird gerungen. Doch wessen Aufgabe ist die Belebung der Innenstadt eigentlich? Eine Frage, fünf Antworten.
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Für eine Stadt mit rund 6500 Einwohnern bietet Bad Brückenau relativ viele Geschäfte. Doch immer mehr Läden schließen. Foto: Ulrike Müller
Für eine Stadt mit rund 6500 Einwohnern bietet Bad Brückenau relativ viele Geschäfte. Doch immer mehr Läden schließen. Foto: Ulrike Müller
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Jürgen Pfister (PWG), 2. Bürgermeister: Alle an einen Tisch
"In aller erster Linie die Kunden...", entfährt es Jürgen Pfister spontan. Das veränderte Einkaufsverhalten in Zeiten des Internets hat der Raumausstatter selbst erfahren. Deshalb tritt er dafür ein, Dinge, die es in der Stadt gibt, vor Ort zu kaufen. Pfister sieht auch die Stadt in der Verantwortung: "Mein Vorschlag ist, alle Einzelhändler und Hausbesitzer einzuladen, um über Ideen zu reden." Die andere Seite der Medaille sei nämlich, dass der Marktplatz wieder Aktionen bieten müsse. Alle 14 Tage sollte etwas geboten sein, der E-Bike-Tag oder der Lichterglanz seien positive Beispiele. Kostenlose Parkplätze gebe es genug, "da hat die Stadt ihren Beitrag geleistet".

Georg Roth, Sprecher Werbegemeinschaft: Politik und Wirtschaft
Als eine "gemeinsame Aufgabe der politisch Verantwortlichen und der wirtschaftlich Verantwortlichen" beschreibt Georg Roth die Situation in der Stadt. Roth steht zusammen mit Gerhard Fläschner und Hermann Knüttel der Werbegemeinschaft vor. Zwei Workshops habe die Werbegemeinschaft im vergangenen Jahr veranstaltet, berichtet Roth. Dem Ergebnis möchte er nicht vorgreifen, nur so viel: "Wenn wir Besucher für unsere Stadt begeistern wollen, dann muss der Bus auch durch die Stadt fahren!" In Zukunft will Roth regelmäßige Treffen mit der Bürgermeisterin und dem Stadtrat anregen, um dauerhaft und zielorientiert im Gespräch zu bleiben.

Brigitte Meyerdierks (CSU), Bürgermeisterin: Aufgabe für alle
"Die Aufgabe liegt bei uns allen", antwortet Brigitte Meyerdierks bestimmt. Bürger, Hauseigentümer, Gewerbetreibende und "natürlich auch die Stadtverwaltung" seien gefragt. "Unser Part ist es, eine Infrastruktur zur Verfügung zu stellen, die Gewerbetreibenden gute Möglichkeiten bietet." Als Beispiele, wo das gelungen ist, nennt sie die Schaffung kostenloser Parkplätze (Obermang) und die kommunale Förderung für Haussanierungen im Sanierungsgebiet. "Wir werden uns im Stadtrat wieder mit der Öffnung der Fußgängerzone beschäftigen müssen." Sie selbst bleibe bei ihrer Position, probeweise die Fußgängerzone für ein Jahr zu öffnen.

Dieter Seban (CSU), 3. Bürgermeister: Eigentümer gefragt
"Ich sehe die Aufgabe hauptsächlich bei den Hauseigentümern", sagt Dieter Seban. Die Attraktivität der Innenstadt gehe mit der Modernisierung der Gebäude einher. "Nicht umsonst haben wir im Rahmen von Stadtumbau West ein Förderprogramm zur Fassadensanierung aufgelegt." Dass das nicht alle Hauseigentümer nutzen, sieht er vor allem der Entwicklung geschuldet, dass die Hauseigentümer nur noch selten auch die Betreiber der Geschäfte sind. Als Immobilienmakler stellt er zudem immer wieder fest, dass viele Leute ihre Häuser nicht verkaufen wollen. "Was kann man mehr tun?", fragt Seban. "Ich sehe für uns als Stadt keine Möglichkeiten mehr."

Jürgen Metz, Leiter Kreisentwicklung Landratsamt Bad Kissingen: Aufgabe der Stadt
"Das ist grundsätzlich Aufgabe der Stadt Bad Brückenau", sagt Jürgen Metz, Leiter der Kreisentwicklung am Landratsamt Bad Kissingen. Seine Leute könnten aber Hilfestellung geben - zum Beispiel Fortbildungen für Einzelhändler im Rahmen der Wirtschaftsförderung über das Rhön-Saale Gründerzentrum oder Ratschläge, welche Fördermittel es gibt. Seit 2012 leitet Jürgen Metz die Kreisentwicklung, eine Anfrage der Stadt Bad Brückenau habe es seitdem aber noch nicht gegeben. Wie viel Geld über Fördermittel gewonnen werden könnte, kann Metz auf Anhieb nicht sagen. "Dazu müsste ein Konzept vorliegen, das schon relativ konkret ist", sagt er.
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