Jubiläum

Alle geben ihr Bestes zum Fest in Schönderling

An der 700-Jahr-Feier wollen die Schönderlinger ihre Talente und ihren Ideenreichtum präsentieren.
Berthold Morber graviert das Schönderlinger Logo in Holzbrettchen, auf denen Brotzeit serviert wird.  Foto: Beatrix Lieb
 
von BEATRIX LIEB
Für die 700-Jahr-Feier hat sich Berthold Morber ins Zeug gelegt: Unzählige Brotzeitbrettchen werden von ihm per Hand mit dem Schönderlinger Logo versehen. "Jedes Brettchen ist ja ein bisschen anders", also müsse er auch seine Gravur individuell gestalten.

Wie viele Stunden er schon in seinem Hobby-Keller verbracht hat, weiß er nicht: "Ich mache ja auch noch andere Sachen fürs Fest!" sagt er lachend. So stapeln sich kleine und große Holzschweinchen, die als Schneidebrett zu verwenden sind, neben kunstvoll gefertigten Vogelhäuschen. Er verbindet sein Hobby mit dem großen Jubiläumsfest, das vom 1. bis 3. Juli in Schönderling stattfindet.


Historisches und Kulinarisches

Auf seinen Brettchen werden leckere Brotzeiten serviert und wer mag, kann das Unikat mit nach Hause nehmen. Auch die Vogelhäuschen stellt er zum Verkauf. "So wie viele andere Schönderlinger halt auch", sagt er bescheiden.

Schönderling will sich in diesen drei Festtagen präsentieren, so wie es heute ist. Natürlich wird ein Blick zurück in die "gute alte Zeit" nicht fehlen, wer jedoch dieser Tage durch Schönderling fährt, der spürt an allen Ecken und Enden die Talente und den Ideenreichtum, den das Dorf an den Tag legt. "Wir möchten, dass sich alle Gäste wohl fühlen", und mit kulinarischen Köstlichkeiten und vielen Attraktionen verwöhnt werden, freut sich Zweite Bürgermeisterin Beatrix Lieb über das herausragende Engagement. Und klar: Auch sie wird eine Brotzeit genießen und das Brett mit nach Hause nehmen.

"Ein wirklich schönes Buch, da hast du dir viel Mühe gemacht und viel Zeit reingesteckt", sagt die 91-jährige Emma Neuland zu ihrem Nachbarn. Und der ist Jürgen Hüfner, bekannt für seine ausdrucksstarken Rhönaufnahmen. Nun hält er sein neuestes Werk in den Händen. Es ist ein Bildband über Schönderling, Heimat am Hegkopf ist es umschrieben.

Denn eine neue Heimat hat der aus Oberbach stammende Hüfner seit 1997 in Schönderling gefunden. Mittlerweile ist er selbstständig und betreibt seit Jahren die "Physioscheune". Durch die vielen Kontakte mit der Bevölkerung ist ihm das Dorf ans Herz gewachsen.

Alte, historische Bilder sucht man in dem Bildband vergeblich, vielmehr versucht der ambitionierte Fotograf, die letzten 20 Jahre von Schönderling in stimmungsvollen Bildern festzuhalten. Momentaufnahmen von Natur, Häusern und Landschaft finden ebenso Platz wie die dörflichen Bräuche, Vereine und Menschen. Und genau die sind es, die seit Wochen unermüdlich bauen, malen und basteln.

Überall wird gehämmert und gesägt. Kein Wunder, haben sich doch 21 Kapellen angesagt, die die Gäste unterhalten wollen. Kulinarisch bewegen sich die "Küchenchefs" auf Restaurantniveau. Es wird drei Stationen im Dorf geben, an denen die Besucher essen können. Eine abwechslungsreiche Auswahl wird es geben, sogar vegan.
Diese Bilder freilich finden sich nicht in dem Buch von Jürgen Hüfner. Das können die Gäste nur sehen, wenn sie kommen. Und am Fest werden sie auch Gelegenheit haben, den Bildband zu erwerben. Die Nachfrage ist bereits im Vorfeld groß. Und was sagt die Neulands Emma dazu? "Kein Wunder", und dann muss sie weiter, sie hat noch viel zu tun, denn am Fest soll ja alles picobello sein.
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