Bad Bocklet
Kirche

Abschied der Erlöserschwestern aus Bad Bocklet

In Bad Bocklet geht eine Ära zu Ende. Die Erlöserschwestern verlassen das Kurhaus, seit 1925 waren sie hier tätig.
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Die Erlöserschwestern verlassen das Kurhaus in Bad Bocklet. Unser Foto zeigt (von links, hintere Reihe) Pfarrer Matthias Karwath, Geschäftsführer Georg Sperrle, Bürgermeister Andreas Sandwall, Kurdirektor Thomas Beck, Pfarrer Michael Kubatko und Direktor Uli Dickas sowie (vordere Reihe) Schwester Margrit Ziegler, Schwester Oberin Hildrun Eck, Schwester Herlindis Metz und  Generaloberin Schwester Monika Edinger. Foto: Björn Hein
Die Erlöserschwestern verlassen das Kurhaus in Bad Bocklet. Unser Foto zeigt (von links, hintere Reihe) Pfarrer Matthias Karwath, Geschäftsführer Georg Sperrle, Bürgermeister Andreas Sandwall, Kurdirektor Thomas Beck, Pfarrer Michael Kubatko und Direktor Uli Dickas sowie (vordere Reihe) Schwester Margrit Ziegler, Schwester Oberin Hildrun Eck, Schwester Herlindis Metz und Generaloberin Schwester Monika Edinger. Foto: Björn Hein
Gemeinsam mit der Caritas wirkten die Erlöserschwestern entscheidend an der Umsetzung des christlichen Auftrags mit und prägten den Geist des Hauses. In einer Feierstunde wurden die letzten verbliebenen Schwestern verabschiedet. Diese wirkten die vergangenen vier Jahre im Kurhaus und gehen nun in den Ruhestand. Es sind dies Schwester Oberin Hildrun Eck, Schwester Herlindis Metz und Schwester Margrit Ziegler. In der Hauskapelle fand der Abschiedsgottesdienst statt, zu dem die Besucher so zahlreich erschienen waren, dass einige von ihnen auf den Gang ausweichen musste. Der Festgottesdienst wurde von Domkapitular Clemens Bieber geleitet, ihm zur Seite standen als Konzelebranten Pfarrer Matthias Karwath und Pfarrer Johannes Markert.

"Wenn die Schwestern gehen, dann werden hier bald Schilder mit dem Hinweis auf "Bauarbeiten" aufgestellt", so der Domkapitular, der darauf anspielte, dass das Kurhaus sich einem großen Umbau unterziehen wird. Doch das "Baustellenschild" passe auch für die Arbeit der Erlöserschwestern sehr gut. Mit zahlreichen Menschen seien sie in Kontakt gekommen, die erschöpft, müde und erkrankt in der Kur Heilung suchten - und ein tröstendes Wort, zu dem die Erlöserschwestern immer Zeit fanden. "Ihr Dienst bestand auch darin, sich den Menschen anzunehmen - dieses Ideal haben sie immer gelebt", lobte Bieber in seiner Predigt. Wichtig sei der Dienst am "Innern" der Menschen gewesen, damit diese wieder befreit in die Zukunft blicken konnten. Er dankte der Kongregation, dass sie damals in schwieriger Zeiten hier nach Bad Bocklet kamen. "Die Erlöserschwestern werden hier in guter Erinnerung bleiben", gab sich der Domkapitular zuversichtlich. In der Gottesdienstfeier wurden den in den Ruhestand gehenden Schwester rote Kissen mit dem Schriftzug der Caritas überreicht - Sinnbild dafür, dass sie jetzt auch einmal Zeit haben, sich auszuruhen. Den Gottesdienst umrahmte Altbürgermeister Wolfgang Back mit seinem Gesang.

Im anschließenden Festakt bedankte sich Geschäftsführer Georg Sperrle für den feierlichen Gottesdienst. "Die Erlöserschwestern haben das Umfeld hier von Anfang an mitgeprägt", sagte er. Umso bewegender sei nun der Abschied nach 93 Jahren, was doch etwas wehmütiges mit sich bringe. In einem kurzen historischen Abriss ließ er die Tätigkeit der Erlöserschwestern noch einmal Revue passieren.

"Ich bekam auf vielfältige Weise mit, wie wichtig ihr Dienst war", erklärte Pfarrer Matthias Karwath. Die Grundsätze der Barmherzigkeit, der Fürsorge und des Glaubens, wie sie in den Ordensstatuten gefordert werden, haben die Schwestern hier immer gelebt.

Bürgermeister Andreas Sandwall attestierte den Schwestern eine enge Verbundenheit mit dem Haus: "Sie haben auch auf den ganzen Ort Bad Bocklet sehr prägend gewirkt. Ihr habt vielen Menschen geholfen, oftmals nur für Gotteslohn. Hierfür herzlichen Dank". Er erwähnte außerdem, dass es den Erlöserschwestern zu verdanken sei, dass in Bad Bocklet der Kindergarten aufgebaut wurde. "Der Geist der Erlöserschwestern wird ewig mit diesem Haus verbunden sein. Ich wünsche Ihnen für die Zukunft von Herzen alles Gute: Halten sie Bad Bocklet in guter Erinnerung", sagte Sandwall.

Direktor Uli Dickas sprach von einem guten Miteinander. "Die Erlöserschwestern brachten einen ganz besonderen Flair in dieses Haus. Dieser Geist soll auch nach ihrem Weggang weiter hier spürbar sein", ist Dickas überzeugt. Er dankte für die geleistete Arbeit. "Sie sind natürlich auch in Zukunft jederzeit gerne hier willkommen", lud er ein.

Generaloberin Schwester Monika Edinger ging auf die gute Zusammenarbeit zwischen Caritasverband, Diözese, dem Bürgermeister und der Gemeinde ein: "Wir hatten hier ein sehr gutes Miteinander". Ein großes Anliegen sei es, dass die christlichen Werte auch nach dem Weggang der Erlöserschwestern hier oberste Richtschnur seien müssten. "Die neu errichteten Räume müssen auch "durchbetet" werden, die Mitarbeiter werden nun Träger dieses Geistes sein", sagte Edinger. Auch die Mitarbeiter des Kurhauses bedankten sich bei den Erlöserschwestern für deren Wirken. Nach dem offiziellen Teil bot dann ein Empfang noch die Möglichkeit zu Gesprächen.
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