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Weinlese

Winzer im Saaletal mit Ernte zufrieden

Sonne und trockenes Wetter ab Mitte August haben den verregneten und kühlen Frühsommer mehr als aufgewogen.
Winzermeister Klemens Rumpel (von links) und Thomas Lange vom Weingut Schloss Saaleck sind zufrieden mit dem ersten Bio-Jahrgang unter anderem am Hammelburger Heroldsberg. Fotos: Ralf Ruppert
 
von RALF RUPPERT
Nach einem mäßigen Ertrag im Jahr 2015 können sich Winzer und Weintrinker freuen: "Das wird sowohl von der Qualität, als auch von der Menge her ein sehr guter Jahrgang", sagt Georg Bätz, Abteilungsleiter Weinbau bei der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim. Das gilt auch für das Saaletal: "Wir haben ein Mostgewicht von 77 bis 98 Grad Oechsle", berichtet Thomas Lange vom Weingut Schloss Saaleck in Hammelburg, und: "Die Gärung verläuft optimal, das ist wichtig für einen guten Wein."
Auch Lorenz Neder aus Ramsthal ist sehr zufrieden: "Das Wetter hat super mitgespielt", blickt der Weinbautechniker zurück. Der 26-Jährige sammelte bereits Erfahrungen im Steigerwald und in Österreich. Mittlerweile unterstützt er seine Eltern Helga (57) und Ewald (56). "Wir haben seit 2012 etwa dreieinhalb Hektar entweder zugekauft oder gepachtet", berichtet er. Das Familienunternehmen investierte in neue Lagerräume und einen repräsentativen Verkaufsraum.


Alte und neue Rebsorten

Aber auch in den Weinberger der Neders tut sich einiges: Ein Teil der insgesamt elf Hektar wurde neu angepflanzt, zum größten Teil mit traditionellen Sorten wie Silvaner, Müller-Thurgau und Riesling, aber auch für die Region neue Sorten wie Sauvignon Blanc bekommen eine Chance. Drei bis vier Jahre seien notwendig, bis die neuen Reben Ertrag bringen. "Wir erwarten jetzt steigende Erntemengen, müssen uns also auch intensiver um die Vermarktung kümmern", sagt Lorenz Neder, deshalb sei vorerst keine weitere Vergrößerung geplant. In Ramsthal teilen sich die Neders bei der Betriebsgröße den 2. Platz mit Familie Keller. Primus im Ort bleibt die Marke Baldauf.
Bis zu 45 000 Liter Saft erwarten die Neders heuer, in den kommenden Jahren könnte sich der Ertrag auf bis zu 60 000 Liter steigern. Mitte September begann die Lese mit rund 15 Helfern. "Der erste Wein ist schon durchgegoren." Bereits Ende November werde er den ersten Müller-Thurgau abfüllen, aber nur weil die Regale im Verkaufsraum ziemlich leer sind. "Langfristig will ich zu längeren Lagerzeiten kommen." Einige Trauben der Sorte Silvaner und Weißburgunder hängen dagegen noch. Je nach Wetterlage sollen die in den kommenden Tagen geerntet werden.
Das Hammelburger Weingut Schloss Saaleck hat dagegen die Weinlese gestern offiziell beendet: Der mit Reben geschmückte Traktor machte am Nachmittag Station auf dem Marktplatz. "Diese letzte Fuhre ist eine alte Tradition, wir schenken auch immer kostenlos den letzten Federweißen aus", berichtet Thomas Lange. Der 45-Jährige hat im Jahr 2011 gemeinsam mit seiner Frau Ulrike (44) das Weingut von der Stadt Hammelburg gekauft. "2012 war unsere erste eigene Ernte, in dem Jahr haben wir auch gleich probeweise den Saalecker Schlossberg auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt", erinnert sich Lange.


Offiziell erster Bio-Jahrgang

Weil der Test erfolgreich verlief, begannen die Langes offiziell 2013 mit der Umstellung der kompletten 18 Hektar. "Die 2016er Lese ist also unsere erste echte Bio-Lese, ab jetzt dürfen wir Bio-Wein auf die Etiketten schreiben." Die Reaktion der Kunden sei sehr positiv, obwohl der Wein von Schloss Saaleck dadurch etwas teurer wurde. "Der Aufwand ist höher, aber der Ertrag eher niedriger", begründet Lange den Preis-Anstieg bereits in der Umstellungsphase.


Auswirkung des Klimawandels

Auch wenn die Langes heuer mit einem überdurchschnittlichen Ertrag von mehr als 90 000 Litern rechnen, sind fränkische Bio-Weine noch eher die Ausnahme. Georg Bätz von der LWG schätzt den Anteil auf unter fünf Prozent. Empfehlung für eine bestimmte Bewirtschaftung gibt die LWG nicht: "Das kommt auf den jeweiligen Betrieb an", sagt Bätz. Allerdings sieht er gute Vermarktungschancen: "Der Markt verträgt noch mehr Bio-Weine."
Trotz später Fröste und kleinerer Probleme mit Peronospora, also falschem Mehltau, sei das Jahr 2016 sehr gut gelaufen. Heiße Tage hätten zu einer guten Reife geführt und die Vermehrung der Kirschessigfliege gebremst. Zudem trugen laut Bätz die kühlen Nächte zu einer "schönen Säurestruktur" bei. "Das gibt frische, knackige Weine", erwartet Bätz für den 2016er Jahrgang.
Die LWG hat selbst 20 Prozent ihrer Rebfläche umgestellt: Auf gut vier Hektar werden Verfahren ohne mineralische Dünger und Pestizide erprobt. Zudem untersuche die LWG, welche Rebsorten den Klimawandel am besten aushalten: "Der Riesling scheint eher ein Verlierer, der Silvaner eher ein Gewinner zu sein", nennt Bätz als ein Ergebnis. Zudem werde mit alten Sorten wie der Adelfränkisch-Traube experimentiert.
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