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Dances of shadow

Von Klangfarben, die dem Gesang am nächsten kommen

Das Signum-Quartett spielt so engagiert miteinander, dass der Zuhörer manchmal schmunzeln kann.
Signum-Quartett mit Gast (v. l.): Erik Nestler (Altsaxophon), Guerino Bellarosa (Baritonsaxophon), Martynas Levickis (Akkordeon), Alan Lužar (Tenorsaxophon) und Blaž Kemperle (Sopransaxophon). Foto: Gerhild Ahnert
 
von THOMAS AHNERT
Sie sehen aus wie eine etwas in die Jahre gekommene Boygroup, die es gerne auch mal krachen lässt - natürlich nur rein musikalisch. Und wenn sie das tun, dann gibt es einen Gewinner: das Publikum.
Dabei geht es den vier Mannen des Signum-Quartetts, Blaž Kemperle (Sopransaxophon), Erik Nestler (Altsaxophon),
Alan Lužar (Tenorsaxophon) und Guerino Bellarosa (Baritonsaxophon) gar nicht um Komik, und schon gar nicht um Klamauk, sondern um ganz Ernsthaftes. Sie spielen nur so engagiert miteinander, dass man manchmal schmunzlen kann.
Dass sie von der Klassik herkommen, sieht man an ihrem Programm: Ihr Konzert im Rossini-Saal eröffneten sie mit einem Arrangement von Maurice Ravels "Le Tombeau de Couperin", einer sechssätzigen Klaviersuite, die durch die Bearbeitung enorm an Leuchtkraft gewann, weil plötzlich ein fast unerschöpfliches Arsenal an Klangfarben zur Verfügung stand und weil die Saxophone mehr und andere Rhythmisierungsmöglichkeiten haben als die Tasteninstrumente.
So begann die Musik, als würde sie "blubbernd" aus einer magischen Unterwasserwelt aufsteigen, und hatte sofort die allgemeine Aufmerksamkeit. Es war aber auch spannend, wie das Quartett, völlig unberührt von Tempofragen und technischen Schwierigkeiten, die Musik durch die vier Stimmen zu einem Ganzen zusammensetzte, wie sie mit einem Atem spielten.
Special Guest war der junge Litauer Martynas Levickis mit seinem Akkordeon, ein absoluter Shooting Star der Szene. Er spielte nicht nur "Fragilissimo" des Basken Gorka Hermosa, in dem er die Töne durch Verfremdung der Identifizierbarkeit entzog, sondern mischte sich auch ein ein die Bearbeitung von Ravels für Orchester geschriebene "Rhapsodie espagnole" mit wunderbaren Farben und Rhythmisierungen. Ein virtuoser Tango von Astor Piazzolla und der "Bolero" in einer raffinierten Verschlankung beendeten den ersten Teil.
Piazzolla stand dann im zweiten Teil im Mittelpunkt. Sein "Tango for Four", ein Auftragswerk des Kronos-Qaurtetts, erwies sich in der Signum-Fassung als wesentlich spannender und mitreißender als das zu streichende Original. Und auch die "Cuatro estaciones portenas", mitreißend musiziert, waren gerade durch die Verschiedenheit der Gleichartigkeit außerordentlich spannend. Dazwischen gab's den sehr emotionalen "Tango pour Claude" für Akkordeon und Altsaxophon des Franzosen Richard Galliano.

zum Thema "Kissinger Sommer"

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