Bad Kissingen
Verkehr

Viel Neues am Westring geplant

Das Staatliche Bauamt stellt der Stadt mehrere Varianten für die Einmündungen an der Seehof- und der Lessingstraße vor.
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Der Radweg in Richtung Albertshausen ist fertig, für die Garitzer Kreuzung läuft das Planfeststellungsverfahren. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses stellte Abteilungsleiter Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt nun die Planung für den Abschnitt dazwischen vor. "Die Straße wird in dem Bereich durch eine Rinne und einen Hochbord ergänzt." Gleichzeitig werde der straßenbegleitende Radweg auf dem Westring erneuert. Als Folge nahm die Behörde die beiden Kreuzungen unter die Lupe.


Rund 8000 Fahrzeuge täglich

Rund 8000 Fahrzeuge sind jeden Tag auf der B 286 aus Richtung Oberthulba und bis zur Garitzer Kreuzung unterwegs. Mit rund 1500 Autos ist die Lessingstraße die meist befahrene Abzweigung. Die Seehofstraße und die Raiffeisenstraße nutzen laut der jüngsten Verkehrszählung täglich an die 400 Fahrzeuge, in der Waldstraße zählte das Bauamt nur rund 110 Autos.
Gezählt wurden aber auch Fußgänger und Radler. "Da kamen in den vier Stunden frühs und nachmittags jeweils so 20 Fußgänger", berichtete Wacker über den Einmündungsbereich von Lessing- und Raiffeisenstraße. An der Seehofstraße ergab die jüngste Zählung 17 Fußgänger und zwei Radler.
1998 sei schon einmal der Bereich Lessing- und Raiffeisenstraße überplant worden, damals sollte ein Fahrbahnteiler für mehr Sicherheit bei den Fußgängern sorgen. Ein Haken: Linksabbiegen aus Richtung Stadt wäre unmöglich. Die Raiffeisenstraße soll zwar keine Einbahnstraße werden, aber die Umgestaltung hätte zur Folge, dass Autofahrer über die Seehofstraße ausweichen oder in die Lessingstraße einbiegen und dann wenden müssten.


Kreisel mit fünf Einmündungen

"Es spricht vieles für eine Lichtzeichenanlage", verwies Wacker auch deshalb auf einen aktuellen Entwurf des Staatlichen Bauamtes: Fußgänger könnten dann per Knopfdruck den Verkehr auf der Bundesstraße stoppen, aber auch die Fahrzeuge auf den Seitenstraßen würden die Ampel aktivieren. Auf alle Fälle werde die Bushaltestelle aus dem Bereich in die Seehofstraße verlegt.
Für die Einmündung Wald- und Seehofstraße gibt es gleich mehrere Varianten: Möglich seien kurze oder lange Linksabbiegespuren sowie ein fünfarmiger Kreisel. "Die große Ampellösung hat alle Fahrbahnbeziehungen, aber der Flächenverbrauch ist am größten", ging Wacker auf Unterschiede ein. Auch wenn der Kreisel zunächst groß aussehe, sei dafür etwas weniger Platz notwendig. Zudem könnten Fußgänger und Radfahrer am sichersten über die Bundesstraße geleitet werden. Allerdings seien beide Kreuzungsbereiche keine Unfall-Schwerpunkte. Ein Nachteil der Kreuzungslösung: Der Bus würde auf der Fahrbahn halten, das sei allerdings auch auf Bundesstraßen durchaus üblich.
Auf Nachfrage der Stadträte sagte Wacker, dass der Kosten-Anteil der Stadt bei jeweils 20 Prozent an den Knotenpunkten liege. Und: "Es kann los gehen, sobald wir eine Einigung mit der Stadt erzielen, aber nicht mehr in diesem Jahr." Sämtliche Pläne würden nun den Fraktionen zukommen. In einer der nächsten Sitzungen müsse sich die Stadt dann entscheiden. "Ich finde nicht gut, dass die Bushaltestelle auf der Bundesstraße sein soll", sagte CSU-Stadtrat Klaus Bollwein. Auf Nachfrage von FW-Stadtrat Klaus Zehe betonte Wacker, dass ein Kreisel am Ortseingang keine Auswirkungen auf Ampelschaltungen habe.
Mehrere Varianten stellte Wacker auch für den Innenort von Kleinbrach vor: Knapp 7000 Fahrzeuge, darunter knapp 300 Lkw sind dort jeden Tag unterwegs. In mehreren Bürgerversammlungen war immer wieder gefordert worden, dass zum einen das Einbiegen in den Ort verlangsamt und zum anderen die Sicherheit für Fußgänger verbessert werden soll.


Haltestelle nicht überfahrbar

Wacker betonte, dass ein Fahrbahnteiler unmittelbar an der Einfahrt nicht möglich sei. Auch einen Fahrbahnteiler in Richtung Bad Bocklet hält das Bauamt für nicht realisierbar, unter anderem weil dafür Privat-Grund notwendig wäre und private Zufahrten behindert würden. Der Favorit des Bauamtes ist deshalb der Umbau der Bushaltestelle mit einem Hochbord und einer behindertengerechten Querung. Auch hier müsste der Bus auf der Fahrbahn stehen: "Die aktuelle Unfallforschung sagt, dass am wenigsten passiert, wenn der Bus auf der Straße hält", betonte Wacker. Die Stadt müsste sich an dieser Lösung mit rund 12 000 Euro beteiligen.
Bürgermeister Anton Schick brachte deshalb zwei weitere Varianten ein: "Entweder wir machen gar nichts oder wir bauen den Kirchplatz aus." Wenn die Bushaltestelle auch für den überregionalen Bus hinter die Kirche verlegt würde, könne die Fläche auch gleich für weiteren Schwerlastverkehr ertüchtigt werden. Die Kosten von mindestens 25 000 Euro müsse aber die Stadt alleine tragen.
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