Bad Kissingen
Museumsfest

Vergangenheit ist nichts Verstaubtes

Am Internationalen Museumstag brachte das Museum Obere Saline beim Museumsfest mit Sonderführungen den Besuchern seine Arbeit näher.
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Die "Spräublöaser" aus der Rhön spielten beim Museumsfest in der Oberen Saline auf. Foto: Sigismund von Dobschütz
Die "Spräublöaser" aus der Rhön spielten beim Museumsfest in der Oberen Saline auf. Foto: Sigismund von Dobschütz
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Seit 1978 laden alljährlich am dritten Sonntag im Mai weltweit die Museen am Internationalen Museumstag zu Sonderführungen, ungewöhnlichen Aktionen und zum Blick hinter die Kulissen ein. Auch das Museum Obere Saline in Hausen hatte heuer wieder zum Museumsfest geladen, bei dem die "Rhöner Spräublöaser" mit ihrer zünftigen Musik für fröhlich-gemütliche Stimmung und die Männer vom Poppenrother Stammtisch "Einer steht immer" für das leibliche Wohl sorgten.
Ziel auch des 39. Internationalen Museumstages war es wieder, die Öffentlichkeit durch ungewöhnliche Aktionen auf das breite Spektrum der Museumsarbeit aufmerksam zu machen. Das diesjährige Motto "Museum - Gesellschaft - Zukunft" war als Hinweis auf die Bedeutung der Museen als unverzichtbarer Teil gesellschaftlichen Lebens gedacht.


Grußwort der Stadt

Museumsarbeit sei "nicht von gestern", betonte deshalb auch Stadtrat Sigismund von Dobschütz (Freie Wähler) als offizieller Vertreter der Stadt in seinem Grußwort. "Eine Gesellschaft findet nur dann ihren Weg in eine bessere Zukunft, wenn sie aus ihrer Vergangenheit gelernt hat." Dies gelinge vor allem dann, wenn die Museen der Welt den heute Lebenden längst Vergangenes auf moderne Weise vermitteln und an vielleicht Vergessenes erinnern. "Heimatmuseen sind nicht nur für Auswärtige, sondern gerade für Einheimische interessant", lud er die Kissinger zum Besuch der Oberen Saline ein.


Bismarckzeit im Vordergrund

Am Museumstag stand das Weltbad des 19. Jahrhunderts im Vordergrund. Reichskanzler Otto von Bismarck, der bei 14 seiner 15 Kuraufenthalte im Obergeschoss der Oberen Saline gewohnt hat, wurde in Sonderführungen als Staats- und Privatmann vorgestellt. Eine Modenschau eleganter Kleidung aus Kaisers Zeiten ließ das mondäne Weltbad und seine herrschaftlichen Gäste lebendig werden. Kinder durften sich nachmittags an historischen Spielen im Freien versuchen, um zu erfahren, dass ihre Groß- und Urgroßeltern sich auch ohne Computer die Freizeit zu gestalten wussten.
Das Museum hatte bis zum Abend alle Abteilungen geöffnet. Neben den Privaträumen Bismarcks war wie immer Wichtiges aus der Geschichte der Salzgewinnung am ältesten Gradierstandort Europas zu erfahren und man konnte die neue Erlebnis-Station Siedesalz besichtigen. Im Spielzeugmuseum zeigt Stifterin Hilla Schütze neuerdings eine sehenswerte Auswahl ihrer umfangreichen Sammlung von Kinderbüchern aus aller Welt.
Aus Vergangenem für die Zukunft lernen lässt sich auch aus der ab 15. Juni im Museum Obere Saline laufenden Sonderausstellung "10. Juli: Das Gefecht bei Kissingen und die Folgen". Vor 150 Jahren kämpften im deutschen Bruderkrieg preußische gegen bayerische Soldaten in Bad Kissingen bis zum Tod, um erst als Gefallene doch wieder vereint in gemeinsamen Grabfeldern beigesetzt zu werden.
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