Nach wenigen Minuten war alles vorbei: "So ist das meistens", sagte Christian Fenn und montierte sein Teleskop wieder auseinander. Wolken bedeckten die Sicht auf Sonne und Venus, als hätte der Himmel nach einem kurzen Akt den Vorhang zugezogen. "Der Aufwand war diesmal wenigstens nicht so groß", so Dirk Zirwick. Die beiden Hobbyastronomen mussten zumindest nicht weit reisen - aber früh aus dem Bett steigen.
Bereits um 1 Uhr hatte am Mittwoch der Venustransit begonnen. Die Venus, unser Nachbarplanet, zog als kleiner Fleck an der Sonne vorbei. "Das besondere daran ist, dass wir die Konstallation nicht mehr erleben werden", so Fenn. Der nächste Venustransit findet erst im Jahr 2117 statt, erklärte er. In Hammelburg war das Schauspiel erst mit Sonnenaufgang ab 5.15 Uhr zu sehen, aber leider nur kurz. Denn die Sonnenscheibe war noch nicht ganz hinter den Baumwipfeln hervorgekommen, da verschwand sie hinter den Wolken. In einem unbedeckten Streifen am Himmel tauchten Sonne und Venus dann noch kurz auf, um sogleich ganz verdeckt zu werden.
Die Hobbyastronomen schafften es dennoch, einige Fotos von dem Himmelsereignis zu machen. Sie mussten die weitere Beobachtung aber abbrechen. "Für die Astronomen hat sich der Aufwand trotzdem gelohnt. Ein Bild von einem solch seltenen Ereignis zu besitzen, hat einen ganz besonderen persönlichen Wert", so Fenn. "Seit Johannes Keppler im Jahr 1627 den Transit erstmals vorhersagte, konnte dieser mit der diesjährigen Beobachtung erst siebenmal beobachtet werden."
Da die Venusbahn zur Erdbahn leicht geneigt sei, wandere die Venus mal oberhalb, mal unterhalb der Sonne vorbei. Nur dann, wenn der Überholvorgang genau im Knotenpunkt der beiden Kreislinien stattfinde, komme es zu einem Venustransit. Das war auch im Jahr 2004 der Fall.