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Leerstand im Ortskern nimmt zu

Die Entwicklung bereitet auch dem Thundorfer Bürgermeister Anton Bauernschubert Sorgen.
Das Albert-Haus gegenüber dem Thundorfer Rathaus Foto: Erhard Beudert
 

Der einstige Kolonialwarenladen Albert in Thundorf ist ein dominantes Gebäude und war über Jahrzehnte hinweg ein zentraler Punkte in der Ortsmitte. Dieses Haus ist nun seit einigen Monaten eines von mindestens zehn leerstehenden Häusern in der Ortsmitte. Dazu kommen noch circa zwanzig weitere Häuser im Ortskern, die nur noch von einer Person bewohnt sind. Diese Tatsache macht auch Bürgermeister Anton Bauernschubert (CSU) nachdenklich.

Die leerstehenden Gebäude waren schon vor Jahren Thema in der kommunalen Allianz "Henneberger Frankenland", die aber nicht mehr existiert. In der neuen Allianz "Schweinfurter Oberland", der sich der Markt Maßbach und die Gemeinde Thundorf angeschlossen haben, wird dieses Thema ebenfalls in Gesprächsrunden diskutiert, denn es betrifft alle Kommunen gleichermaßen.

Anton Bauernschubert ist deshalb froh über jeden Bauantrag, der für einen Ortskern der drei Gemeindeteile gestellt wird. Leider sind solche Anträge selten. Während in den Gemeindeteilen Rothhausen und Theinfeld leerstehende Häuser relativ schnell wieder einen neuen Besitzer finden, ist in Thundorf aktuell ein Fall bekannt. Eine junge vierköpfige Familie hat das Geigeranwesen am Kirchberg erworben und ist derzeit damit beschäftigt, das Haus zu sanieren und umzubauen.

Die Gemeinde Thundorf selbst hat relativ wenig Einwirkungsmöglichkeiten auf die Bautätigkeit im Ortskern. "Die Anwesen sind in Privathand. Da kann man oftmals nur darauf hinweisen, dass das Wohnen innerhalb des Ortskernes durchaus seine Vorzüge hat", sagt Bauernschubert.

Kaum Geld für Unterstützung


Aufgrund der stets angespannten Haushaltslage der Kommune ist auch die finanzielle Unterstützung allenfalls sehr gering. Die Bauhilfen beschränken sich hauptsächlich auf Dorferneuerungsmaßnahmen, wie sie nun im Gemeindeteil vor dem Abschluss stehen. Grundsätzlich hält der Rathauschef die Problematik der leerstehenden Gebäude für ein wichtiges und ernstzunehmendes Thema, das seiner Meinung nach die interkommunale Allianz vertiefen könnte. Vielleicht ließen sich gemeinsame Lösungen finden, um einer weiteren Verödung der Ortskerne entgegenzuwirken.

Der Landkreis will mit dem Leader-Projekt "Mitten im Ort, mitten im Leben" das Ausbluten der Ortskerne verhindern. Die 2009 gestartete Initiative wurde gleich nach dem Start von 25 Kommunen aufgegriffen. In einer Broschüre wird mit Bildern, Grafiken und Diagrammen das Interesse geweckt, über dieses Thema nachzudenken. Ferner versucht der Katalog Antworten auf Fragen zur Ortskernrevitalisierung zu geben. Und wer sich bislang fragte, ob die künftige innerörtliche Entwicklung finanziell zu schultern sei, kann sich mittels der aufgelisteten Beratungsangebote und Förderprogramme informieren.

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