Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Silvester

Pro & Contra: Böllern an Silvester

Der Einzelhandelsverband erwartet heuer wieder kräftiges Geböller. Allein im Landkreis Bad Kissingen werden rund 120.000 Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben. Ein Pro und Contra aus der Redaktion der Saale-Zeitung.
"Auf keinen Fall!" (Benedikt Borst) Foto: Markus Klein
 
von MARKUS KLEIN BENEDIKT BORST
Rund 120 000 Euro werden laut Schätzungen des Einzelhandelsverbandes zum Jahreswechsel im Landkreis Bad Kissingen in die Luft gefeuert, zwei Millionen Euro in Unterfranken. In Bayern werden 20 Millionen Euro für Feuerwerkskörper ausgegeben. "In etwa Vorjahresniveau", sagt Bernd Ohlmann vom bayerischen Einzelhandelsverband. "Für viele war es ein gefühltes Krisenjahr", so Ohlmann. "Nach unserer Erfahrung heißt das aber: Jetzt wird erst recht geballert!" Die Wahl des Zündstoffes verändert sich dabei allerdings: "High-Tech ist längst eingezogen", sagt Ohlmann. Batteriefeuerwerke, die viele kleine Raketen und Explosionen hintereinander abfeuern, erfreuten sich zunehmender Beliebtheit. "Klassische Böller werden hingegen seltener gekauft", sagt der Fachmann. Klassische Raketen seien aber nach wie vor beliebt.


Böllern statt Ballern

Markus Klein

Heute können wir sie wieder mosern hören, die Sparfüchse des Landes: 120 Millionen Euro werden in Deutschland an Silvester in die Luft geblasen. Ich mosere mal zurück: Was wird denn täglich durch die Auspuffrohre geblasen, an Geld und an Treibhausgasen? Wirklich auf ein Auto angewiesen sind die Allerwenigsten, wenn man mal ehrlich ist. Und umso weniger Leute ihre eigene Abgasschleuder besitzen, umso besser sollte ein sparsames, öffentliches Verkehrssystem funktionieren. Einige Milliarden Euro und viele Kugeln wird die Bundeswehr im neuen Jahr in Mali und Syrien in die Luft feuern. Über den Sinn lässt sich zumindest streiten. Und hat eigentlich mal jemand in Frage gestellt, was jährlich für Weihnachtsbäume ausgegeben wird?

Aber weg davon, weg vom Zeigefinger, hin zu Silvester. Das heißt für mich: Eine Nacht kindisch sein! Sich der Faszination und der Ästhetik des Feuers und des Krachs hingeben. Wie erhaben die Explosion einer Rakete aussieht! Hunderte leuchtende Sterne in feierlicher Formation. Ein würdiges Ritual, um den alten Geistern mit Böllergedonner Lebewohl zu sagen und ein neues Jahr mit sprühenden Funken willkommen zu heißen.
Übrigens, liebe einmal-im-Jahr-Tierschützer: Ein Gewitter verängstigt ein Tier genauso wie Böller. Das halten die schon mal aus, die sind keine solchen Mimosen wie ihre Besitzer.

Seit rund 900 Jahren kennen die Menschen das Schwarzpulver. Ich behaupte: Lieber kindisch damit Böllern als durch Waffen damit Ballern. Zehn Euro Budget reichen für die kleine Freude ja aus. Lasst's krachen!



Einmal auf die Vernunft hören

Benedikt Borst

er Deutsche böllert an Silvester, weil es dazu gehört. Ist so, Tradition halt. Der Deutsche hält an lieb gewonnenen Traditionen fest, egal ob sie vernünftig sind oder nicht. Er packt etwa sein Erspartes auf Sparbücher und Geldkonten, egal wie tief die Zinsen sind. Selbst wenn sie im Minus lägen und der Deutsche den Banken Geld geben müsste, dass sie sein Erspartes verwahren - er würde es tun. Er würde schimpfen und jammern, aber er würde es tun.

Es gibt noch mehr Beispiele, wo die Tradition über die Vernunft siegt. Tempolimits auf Autobahnen zum Beispiel: Der Verkehr wäre sicherer und es würden weniger CO2 -Emissionen die Umwelt belasten. Außerdem gibt es doch sowieso keinen längeren Autobahnabschnitt mehr, auf dem eine freie Fahrt möglich ist. Trotzdem ist ein Tempolimit mit den deutschen Autofahrern nicht zu machen.

Und dann die Böllerei an Silvester: Mal abgesehen davon, dass die extremlauten Minuten nach Mitternacht für Tiere der pure Stress sind und dass am nächsten Tag tonnenweise Müll auf den Straßen liegt. Fragen Sie doch einmal Rettungskräfte, was die in der Nacht auf Neujahr alles erleben. Es brennt (garantiert nicht nur einmal), Betrunkene sprengen sich beinahe selbst in die Luft, Jugendliche nehmen sich mit Hörschäden eine pfeifende Erinnerung fürs Leben mit. Für die ganze Gaudi geben dieses Jahr allein die Bayern 20 Millionen Euro aus. Eigentlich ist es schade, gerade an Silvester die Moralkeule zu schwingen. Aber vielleicht sollte man wenigstens einmal auf die Vernunft hören.





Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:
Benutzer     Passwort    

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.