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Voll cool

Pfannkuchentorte für den Kater

Im Parkett des Kurtheaters hatten die Grundschüler die Herrschaft übernommen: Das Theater Schloss Maßbach spielte seine Version von "Petterson und Findus".
Endlich stimmt alles bei "Pettersson und Findus": Gockel Caruso (Georg Schmiechen) und Huhn Prillan (Susanne Pfeiffer) haben sich gefunden, der feindselige Nachbar Gustavsson (Uwe Reichwaldt) ist besänftigt und Kater Findus (Elmar Börger) kriegt endlich die Pfannkuchentorte, die ihm sein Freund, der alte Pettersson (Marc Marchand) schon so lange versprochen hat. Foto: Sebastian Worch
 
von GERHILD AHNERT
Kinder sind halt doch das beste Publikum. Weil sie noch nicht wissen, dass man sich im Theater gesittet verhält und seine Meinung nicht lautstark äußert. Kinder sind ein schwieriges Publikum, gerade weil sie das alles vielleicht ein bisschen beigebracht bekommen haben, aber es lustvoll nicht tun. Wenn die Handlung auf der Bühne sie aber packt, dann sind sie ganz dabei - beim Herbstgastspiel des Theaters Schloss Maßbach im Bad Kissinger Kurtheater.

Als es dunkel wurde, ging sofort ein gespanntes Raunen durch die fröhliche Menge, das sich in Gelächter entlud, als sich auf der Bühne Huhn Prillan mit viel Gegacker und großen Verrenkungen darum bemühte, sein Morgenei zu legen. Und als Kater Findus darauf bestand, zum dritten Mal in diesem Jahr Geburtstag zu haben und deshalb von seinem Freund und Besitzer Pettersson eine Eierkuchentorte gebacken zu bekommen, waren die Zuschauer schon mitten drin in dieser Bühnenversion des schwedischen Kinderbuchklassikers von Sven Nordqvist, den Tristan Berger und Jürgen Flügge für das Theater eingerichtet und mit einigen Rap-und Reimpassagen angereichert haben.


In allen Büchern gewildert

Sie beginnt wie der erste Band der Buchreihe, "Eine Geburtstagstorte für die Katze", doch bevor Findus die am Ende der Aufführung kriegt, werden noch viele witzige und spannende Episoden aus den übrigen Büchern eingeschoben: Stierkampf zwischen Pettersson und Gustavssons Kraftprotz-Stier Mårton, Findus' Sängerwettstreit mit dem eitlen Hahn Caruso, Pflanzen von Kartoffeln und Fleischbällchen im Garten, postwendender Diebstahl derselben durch das gierige Mastschwein Mathilda, Findus' genial-verrückte Methode, den mordlustigen Fuchs zu vertreiben und natürlich die am Ende geglückte Geburtstagstorte und im Glück endende Liebesgeschichte von Prillan und Caruso. So war die Stunde Spielzeit prall gefüllt mit ständig neuen Wendungen, Geschichten und überraschenden Effekten, mit Witzen und Streichen.


Kindergerecht und durchdacht

Regisseur Augustinus von Loë brachte durch sein kindergerechtes und durchdachtes liebesvolles Spiel seine jungen Zuschauer zum befreiten Lachen und Fürchten und atemlosen Mitgehen: "Hinter dir!", schrien sie in kollektiver Angst, als auf grünlich-dunkler Bühne im Hintergrund plötzlich hell leuchtende Fuchsaugen auftauchten; und mit lautstark gebrülltem "Nein!" versuchten sie Mastschwein Mathilda davon abzuhalten, die von Pettersson gepflanzten Kartoffeln zu stehlen. Das Heraufholen des ins Plumpsklo gefallenen Schlüssels ließ eine Ekelwelle durch das Kurtheater schwappen und das überraschende Wieder-Auftauchen des vermeintlich vom Fuchs geholten Caruso eine Welle der Freude.

Den bewährten Kindertheatermachern vom Theater Schloss Maßbach ist auf der Bühne mit drehbarer, ebenso praktischer wie nett anzuschauender Kulisse von Robert Pflanz und den witzigen, fantasievollen Kostümen von Daniela Zepper ein prall gefülltes Vorweihnachtspaket mit Vergnügen gelungen. Dazu sorgte die Theaterpädagogin Julia Kren mit einer Materialienmappe, die auch von der Homepage des Theaters problemlos heruntergeladen werden kann, für eine ganze Unterrichtseinheit zum Weiterspielen mit wichtigen Tipps und Infos zum Theaterspielen überhaupt.


Ständige Rollenwechsel

Die vielen kleinen Gags, die Mengen witziger Ausstattungseinfälle wie Findus' multifunktionaler Katzenschwanz oder die reibungslose Funktionsweise der Hühnerzusammensetzmaschine machten viel Spaß beim Zuschauen, bedeuteten aber auch ein ständiges Gefordertsein der Schauspieler, ganz abgesehen davon, dass diese in verschiedene Rollen und Kostüme zu schlüpfen hatten. Uwe Reichwaldt sorgte als Puppenspieler dafür, dass die Mucklas an allen Ecken und Enden auftauchten, spielte aber auch einen der schwer als gut oder missgünstig einzuschätzenden Angehörigen der Nachbarfamilie Gustavsson.


Vom Stierkämpfer zum Schwein

Letzteres tat in einer Episode auch Georg Schmiechen, doch war er ansonsten fast ständig in einer der wesentlichen Tierrollen auf der Bühne. Und das mit Hingabe und großem Spielspaß: als dumm-aggressiver Stier-Dauerkämpfer Mårton, als mädchen-pink berocktes gefräßiges Schwein Mathilda und als aufgeblasener Tenor-Gockel Caruso, wobei er die Ähnlichkeiten zwischen beiden Tonerzeugern genüsslich ausspielte. Auch Susanne Pfeiffer war mal ein Gustavsson, spielte aber zudem den so furchterregenden Fuchs mit den Leuchtaugen. Absolut großartig war aber ihre Hühnerpantomime und Lautsprache als Prillan, das zum Haushalt gehörende, aber liebestoll gackernd bzw. sehnsüchtig jammernd zum Hahn überlaufende Haushuhn von Pettersson und Findus.


Ein liebenswertes Paar

Die beiden Titelhelden bildeten ein liebenswertes und perfekt aufeinander eingespieltes Paar. Marc Marchand war Pettersson, ein verrückt- sympathischer Alte, der seine Einsamkeit durch seine Tiere vergisst und darauf besteht, dass alle Konflikte gewaltfrei gelöst werden. Das ist seinem findigen Kater Findus, domestiziertes Raubtier, das er ist, nicht immer so ganz recht, aber die Freundschaft zwischen den beiden behält immer die Oberhand und so kann das Theaterstück am Ende auch ein turbulentes Finale in einem Happy End mit Geburtstagstorte und Hühnerglück finden.

Die Grundschüler im Kurtheater jubelten vor Begeisterung, ihre Lehrer waren zufrieden und der Applaus für die Bereicherung des Unterrichtsvormittags für alle Beteiligten herzlich.
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