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Elfenwelt

Mitten im Reich der Elfen

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi verabschjedeten sich mit ihrem "Ein Kissinger Sommernachtstraum" für dieses Jahr vom Festival.
Zum Schluss bittet Puck das Publikum um wohlmeinenden Applaus: Katja Riemann und Mitglieder des Tütarlastekoor Ellerhein. Foto: Gerhild Ahnert
 
von THOMAS AHNERT
Das war er also, der "Kissinger Sommernachtstraum". Das Projekt der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen" eigens für den Kissinger Sommer. Sozusagen die Morgengabe für die fünfjährige "Residency" des Orchesters beim Festival.
Es war eine gelungene Überraschung und ein schönes Geschenk: William Shakespeares "Sommernachtstraum" mit der Schauspielmusik von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Allerdings - und das war auch gut so - handelte es sich weder um das englische Original noch um die Übersetzungsversion von Schlegel/Tieck. Die RTegisseurin, Schauspielerin und Schriftstellerin Amina Gusner hatte eine Fassung erarbeitet, in der sie die Handlung auf die wesentlichen Handlungsstränge, also das Verhältnis von Titania und Oberon sowie der beiden Liebespaare, die am Ende zueinander finden. Was beispielsweise nicht berücksichtigt war, waren die Handwerkerszenen. Sie sind zwar komisch und populär, aber für die Handling nicht wesentlich entscheidend. Den Esel, in den sich Titania verliebt, hatte Amina Gusner allerdings aus Gründen der Eifersuchtsdramaturige gerettet: Es war Puck, der sich in das liebesbedürftige Grautier verwandelte.
Es wäre aber auch zu schade gewesen, wenn das Tier keine Rolle gespielt hätte, denn das Orchester zitierte seinen Gesang gar zu gerne. Überhaupt: die Bremer! Sie spielten wieder so, als würden sie großen Spaß an ihrer Arbeit haben, fast ein bisschen übermotiviert (Beweismittel: ein einziger verfrühter Oboenton). Aber bei den hohen Tempi bekam die Welt der Elfen wirklich eine flirrende Silbrigkeit, die so schwer zu erreichen ist.
Andererseits: Wer den berühmten Hochzeitsmarsch bisher nur bei Hochzeitsfeiern vom Alleinunterhalter mit Keyboard gehört hat, konnte überrascht sein von der enormen Kraft, mit der die Bremer diesen Satz spielten. Das klang schon fast wie ein Marsch in den künftigen Ehekrieg. (Fast) jeder andere Dirigent hätte seine Musiker erschrocken gebremst und gedämpft. Aber Paavo Järvi ließ seinen Leuten die Zügel locker. Er wusste, dass er sie wieder einfangen konnte.
Katja Riemann war Puck, dieser Shakespearesche Quälgeist, Hofnarr und Pumuckel, der nicht nur die Liebespaare durcheinander- und Titania und Oberon wieder zusammenbrachte, sondern als solcher auch die Moderation für den Abend übernommen hatte,. Sie war allgegenwärtig auf dem Podium, tauchte immer da auf, wo man sie nicht erwartete, und erzählte die Geschichte, geschickt wechselnd zwischen dem Märchenton des Originals und der Dramatisierung der Geschichte aus der Beobachterposition, wobei sie die männerfeindlichen Aspekte mit besonderem Genuss betonte.
Die beiden Sopranistinnen Christina Landhamer und Katharina Konradi, die als 1. und 2. Elfe vor dem Chor positioniert waren, sangen ihre kurzen Sololieder mit großer Klarheit und gutem Durchsetzungsvermögen. Die eigentliche Überraschung dar der Tütarlastekoor Ellerhein aus Estland, verstärkt durch die Damen des Deutschen Kammerchors. Die jungen Damen sangen nicht nur sehr genau, sondern auch mit erstaunlicher Textverständlichkeit. Ihre beiden Chöre "Bunte Schlangen zweigezüngt" und "Bei des Feuers mattem Flimmern" atmeten einen sehr schönen romantischen Geist.
Das nächste Wiedersehen mit den Bremern gibt's beim Eröffnungskonzert 2018.

zum Thema "Kissinger Sommer"

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