Ebenhausen
Pädagogik

Mit Massivholz können die Kinder ihr Gleichgewicht finden

Im Kindergarten St. Martin Eltingshausen hält die Bewegungspädagogik als Unfallprävention Einzug.
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Nora, Merle, Emma, Fabio und Lotte spielen mit den Massivholzelementen und probieren verschiedene Modelle aus. Foto: privat
Nora, Merle, Emma, Fabio und Lotte spielen mit den Massivholzelementen und probieren verschiedene Modelle aus. Foto: privat
Ziel ist es, den Kindern durch Bewegung, Turnen, Bauen, Ausprobieren, Gleichgewicht finden und mehr zu helfen, Schwierigkeiten zu überwinden und ihnen Lebenskompetenz im Alltag zu vermitteln. Basis dieses pädagogischen Ansatzes ist das Pikler-Hengstenberg-Konzept. Emmi Pikler (1902-1984) war Kinderärztin, Gründerin und langjährige Leiterin des Säuglingswaisenheims "Lóczy" in Budapest, das heute durch seine Forschung und Weiterbildung international als Pikler-Institut bekannt ist. Sie erkannte den Wert der Eigenaktivität und selbstbestimmten Bewegungsentwicklung des Kindes für seine Persönlichkeitsentfaltung. Elfriede Hengstenberg (1892-1992) war Gymnastiklehrerin in Berlin und hat dort mit Großstadtkindern gearbeitet. Ihr Anliegen war es, dass Kinder selbständig ihre Bewegungsfähigkeiten entdecken und entwickeln können.

Sie vertraten die Auffassung, dass Kinder aus den erreichten und selbsttätigen Bewegungsmöglichkeiten mit viel Ausprobiermöglichkeiten Zusammenhänge erkennen und Widerstände bezwingen können, wenn ihnen Raum, Zeit und entsprechende Geräte und Materialien zur Verfügung gestellt werden.

Um diesen Ansatz verwirklichen zu können, besuchte das Kindergartenteam ein Seminar für den Umgang mit den Spiel- und Bewegungsmaterialien von Pikler/Hengstenberg. Die Massivholzelemente wie Kippelhölzer, Vierkanthölzer, Bau- und Balancierbrettchen, Kippelscheiben, Hühnerleiter, Hocker Balancierstangen, große Leiter regen nach einem anfänglich mit wenig Materialein begonnen Arbeiten zur Einzelarbeit, zur Teamarbeit, verbunden mit motorischen Fertigkeiten, sprachlichen Fertigkeiten - also zu selbsbestimmten Tun an. So können die Kinder Widerstände bezwingen und lernen fürs Leben.

Unterstützt wurde die Fortbildung von der DAK Gesundheitskasse Bad Kissingen. Bezirksleiter Mario Wirth war gekommen, um dieses Projekt im Kindergarten vorzustellen und es zu begleiten. So war er auch zum Elternabend gekommen und steuerte Wissenswertes zu den Vorträgen und dem praktischen Ausprobieren der Geräte bei. Für die referierenden Mitarbeitern und interessierte Eltern, die ganz nach den bewegungspädagogischen Grundsätzen einen Parcour selbst erstellten und ausprobierten, war es ein sehr praktischer Abend, der viel Wissen vermittelte.

In diesem Zusammenhang wird Eva Schmale Ende Mai in den Kindergarten kommen und hospitieren. Sie ist europaweit als Multiplikatorin der Pikler-Hengestenberg-Bewegungspädagogik tätig.
Der wöchentliche Einsatz in verschiedenen Kleingruppen ist vertraglich festgehalten und wird verbindlich von allen Parteien eingehalten.

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