Lebensmittel

Labor ersetzt Fleischbeschauer

Fleischbeschau war gestern, Trinchinenuntersuchung in einem zugelassenen Labor ist heute: Ab dem 1. April kooperiert der Landkreis mit dem Unternehmen Laboklin. Er setzt damit eine Vorgabe der Europäischen Union um, nach der eine Untersuchungsstelle zwingend akkreditiert sein muss.
Tierarzt Miguel Galian sucht per Mikroskop nach Trichinen (und   findet erwartungsgemäß keine). Dabei  schauen ihm über die Schulter Laboklin-Chefin Elisabeth Müller und Landrat Bold.  Foto: Bartl
 
Das neue System hat laut Landrat Thomas Bold (CSU) Vorbildcharakter. Andere Landkreise hätten noch keinen vergleichbaren praktikablen Weg gefunden. Und: Die Gebühren blieben unverändert. Das sei sehr wichtig gewesen. Man habe für den Raum Bad Kissingen etwas Positives geschaffen und die Untersuchungen für die Zukunft auf eine gute Basis gestellt.
Davon profitieren die Metzgereien der Umgebung, die noch selbst schlachten, und Jäger, die ein Wildschwein erlegt haben. Bislang wurden die Tests direkt am Tier von Fleischbeschauern vorgenommen - nach der selben Methode, die auch Laboklin anwendet. Bold lobte deren gewissenhafte Arbeit über viele Jahre.

Ergebnisse noch am selben Tag


1500 Proben fallen im Jahr an. Sie werden per Kurier oder Post zu Laboklin gebracht. Ergebnisse gibt es noch am selben Tag.
Dieses Labor mit 160 Beschäftigten, darunter 25 Tierärzte, verfügt über die notwendige Zertifizierung, die für einzelne Veterinäre zu teuer wäre. Sie müssten deren Kosten dann auf ihre Kunden umlegen.
Laboklin-Chefin Elisabeth Müller sagte, man wolle niemandem etwas wegnehmen. Für kleine Praxen sei aber eine Akkreditierung wirtschaftlich nicht oder nur sehr schwer zu stemmen. Außer der Adresse ändere sich für Fleischer oder Jäger bei den Untersuchungen nichts.
Trichinen ind Parasiten, die in den Muskeln von Fleisch- und Allesfressern vorkommen. Menschen infizieren sich, wenn sie rohes oder nicht ausreichend erhitztes Fleisch von ihnen essen. Trichinenbefall ist in Deutschland äußerst selten. Bei 100 000 Wildschweinen ist mit drei Funden zu rechnen. Bei mehreren 100 Millionen geschlachteten Hausschweinen aus Stallhaltung wurden seit etlichen Jahren keine Trichinen mehr festgestellt. ed
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