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Schaeffler

Kampf um Schaeffler-Werk in Elfershausen

Vor rund drei Wochen sind die Mitarbeiter über die drohende Schließung des Standortes Elfershausen informiert worden. Abfinden wollen sie sich damit nicht.
Einsatz in Elfershausen: In dieser Werkshalle fand am Donnerstag die Schaeffler-Betriebsversammlung statt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Mitarbeiter waren vor drei Wochen über die drohende Schließung des Standortes zum Jahresende 2017 informiert worden. Foto: Siegfried Farkas
 
Die Beschäftigten des Schaeffler-Werks in Elfershausen im Landkreis Bad Kissingen wollen sich mit der angekündigten Schließung ihres Standorts nicht abfinden. Am Donnerstag nutzten sie eine eigentlich turnusmäßige Betriebsversammlung für Kritik an den Plänen der Geschäftsführung. Wie Michael Walter, der Vorsitzende des Betriebsrats im Schaeffler-Werk Elfershausen, danach berichtete, fordert die Belegschaft den Verzicht auf die geplante Schließung des Werks. Auch betriebsbedingte Kündigungen dürfe es nicht geben. Wenn es denn notwendig sein sollte, nicht profitable Teile der Produktion aus Elfershausen abzuziehen, dann müssten im Gegenzug eben neue, profitable Produktionen an den Standort im Landkreis Bad Kissingen verlagert werden, so der Betriebsratsvorsitzende.

Norbert Lenhart, Gesamtbetriebsratsvorsitzender und Betriebsratsvorsitzender am Standort Schweinfurt, habe berichtet, dass sich der Standort in der Kugellagerstadt selbst in schwierigem Fahrwasser bewege. Beschäftigte aus Elfershausen aufnehmen könne der Standort Schweinfurt nur, wenn dort ebenfalls zusätzliche Produktion angesiedelt werde.

Neue Botschaften in den Verhandlungen um die Schließung gab es in der Betriebsversammlung offensichtlich nicht. Den Befreiungsschlag hatte aber auch keiner der Beteiligten erwartet. Wie ein Unternehmenssprecher bestätigte, haben die Gespräche über die angekündigten Einschnitte bereits begonnen. Konkrete Ergebnisse lägen noch nicht vor. Die erste Gesprächsrunde am Montag soll nach Gewerkschaftsangaben aber "wenig ergiebig" gewesen sein.

Unterdessen fordert der Landtag die Bayerische Staatsregierung auf, sich in die Diskussion um die Zukunft des Standortes Elfershausen einzumischen: Das zuständige Wirtschaftsministerium solle sich "aktiv vor Ort" einbringen, "mit dem Ziel, zu einer für die Beschäftigten wie auch das Unternehmen zufriedenstellenden Lösung zu gelangen", heißt es in einem von allen Fraktionen angenommenen Dringlichkeitsantrag der CSU. Die SPD forderte zudem in einem ebenfalls einstimmig angenommenen Antrag von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) "entsprechende Aktivitäten zu ergreifen, um das Schaeffler-Werk in Elfershausen möglichst zu erhalten". Die unternehmerische Entscheidung von Schaeffler sei zwar "zu berücksichtigen", heißt es in der Begründung des CSU-Papiers. Allerdings seien auch die guten Geschäftszahlen sowie die bis 2020 geltende Beschäftigungsgarantie von Bedeutung. Man dürfe die Betroffenen jedoch nicht über die Einflussmöglichkeiten des Staates täuschen, warnte der CSU-Wirtschaftsexperte Erwin Huber: "Dass es gelingt den Standort und alle Arbeitsplätze zu erhalten, scheint eher unwahrscheinlich." Die CSU lehnte deshalb eine Freie-Wähler-Initiative ab, die von Aigner genau dies gefordert hatte. Neben den direkten Gesprächen des Aigner-Ministeriums mit der Schaeffler-Spitze, die Mitte Dezember beginnen könnten, sei es ebenso wichtig, "dass die Staatsregierung neue wirtschaftliche Zukunftspotenziale für die Region erschließt", forderte der Bad Kissinger CSU-MdL Sandro Kirchner.

"Ich hoffe sehr, dass das Ruder noch einmal herumgerissen werden kann", sagte die Schweinfurter SPD-Abgeordnete Kathi Petersen: Die Schaeffler-Verantwortlichen müssten auch "ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitern gerecht werden". Wie berichtet, hatte Schaeffler vor drei Wochen angekündigt, in seiner Industriesparte 500 Arbeitsplätze streichen zu wollen. Sollte die Ankündigung umgesetzt werden, wäre der Einschnitt mit der geplanten Werkschließung in Elfershausen am radikalsten. Die Produktion von Wälzlagern, die mit gut 270 Stellen in Elfershausen läuft, solle nach Schweinfurt, sowie an Standorte in Portugal und in der Slowakei verlagert werden, hieß es.

Von Siegfried Farkas und Henry Stern

zum Thema "Schaeffler"

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