Ich willige einX

Diese Website verwendet das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke. Mit einem Cookie kann so nachvollzogen werden, wie unser Marketing auf Facebook wirkt und wie wir es verbessern können. Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihr Einverständnis hierzu erteilen. Eine genaue Beschreibung zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies im Allgemeinen und Ihrem Widerspruchsrecht, das Sie jederzeit ausüben können, steht Ihnen in unserer Datenschutzerklärung unter hier zur Verfügung.

Jagdrecht

Jagdgenossen sehen sich im Fadenkreuz

Für große Aufregung bei den Jagdgenossen sorgt der jüngste Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs.
BBV-Kreisobmann Karlheinz Vogler mit dem neuen Sprecher der Jagdgenossen, Klaus Eisenhauer, und dessen Stellvertreter, Hans Seufert (von links)Foto: Gerd Schaar
 
von GERD SCHAAR
Bei der Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften verteidigten die Jagdbefürworter das Reviersystem. Der Verwaltungsgerichtshof hatte einem Grundstückseigentümer aus Frankenbrunn zugebilligt, die Jagd auf seiner Fläche aus ethischen Gründen zu verbieten.

"Es geht um die Zukunft der Jagdausübung, vor allem der Bewegungsjagden. Es geht um zunehmende Verbissschäden und die unkontrollierbare Wildpopulation, vor allem bei den Wildschweinen. Es geht um den Bruch mit alter Tradition und es geht vor allem um die weitere Existenz der Jagdgenossenschaften", sagte Karlheinz Vogler. Seit Jagdgegner ihre gerichtliche Klagen mit Erfolg durchsetzten, sei die Jagdausübung auf wackeligen Füßen, erklärte der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands (BBV).

Allein mit Verweis auf die "Ethik" könne ein Besitzer jagdlich geeigneter Flächen seine Mitgliedschaft als Jagdgenosse verweigern, bestätigte Hans-Peter Donislreiter von der unteren Jagdbehörde beim Landratsamt Bad Kissingen. Die Konsequenzen bei jagdfreien Flächen könnten dann möglicherweise immense Wildschäden und zunehmende Wildunfälle auf den Landstraßen sein.

Klaus Eisenhauer kritisierte einen Bericht in der Sendung "Quer" des Bayerischen Fernsehens als einseitig. Er fühlte sich in einem Interview falsch dargestellt. Unter den Jagdgenossen kochte die Stimmung. "Das Jagdrecht löst sich womöglich zugunsten der sogenannten Tierschützer total auf", sah Peter Gleißner schwere Zeiten auch auf die Landwirte zukommen. Die Bauern würden demnächst auf den Schäden sitzen bleiben. Das intakte Gleichgewicht von Jagd, Wild und Forst sei infrage gestellt.

"Das ist eine toternste Sache", meinte Gleißner. "Bitterböse Zeiten in der rot-grünen Pampa", erblickte auch Wolfgang Scholz. Andere Jagdgenossen sahen den Automatismus des Präzedenzfalls, gegen den sich sowohl der Bauernverband als auch der Jagdverband juristisch wappnen sollten.

Werner Kuhn, der unterfränkische Sprecher der BBV-Jagdgenossen, sah die Jäger als "Lusttöter" im Internet am Pranger. Die populistischen Ausschlachtungen deutschlandweiter Medien hätten ein Übriges in negativ verstärkender Weise getan. "Ein lange bewährtes System ist jetzt in Gefahr", stellte Kuhn anhand von Wärmebildaufnahmen aus jagdfreien "Friedensbereichen" fest. Diese hätten ein übermäßiges Wildschweinvorkommen nachgewiesen.

Außer dem Jagdrecht war auch das digitale Kataster Thema der Versammlung. Konrad Unsleber, Leiter des Bad Kissinger Vermessungsamts, erläuterte es. "Das ist ein absolutes Muss für unsere Jagdgenossenschaften", erklärte Anton Huber, Leiter der Würzburger BBV-Hauptgeschäftsstelle. Klaus Eisenhauer aus Hetzlos wurde einstimmig zum Sprecher der Arbeitsgemeinschaft gewählt. Sein Stellvertreter ist Hans Seufert aus Untereschenbach.



noch Zeichen



Bitte melden Sie sich an, um kommentieren zu können:

Sie sind noch nicht registriert? Bitte hier registrieren.