Bad Kissingen
Ausbau

Im Sommer frei zum Radeln

Im Juli sollen die ersten den neuen Radweg zwischen Bad Kissingen und Albertshausen nutzen können - wenn das Wetter für die Bauarbeiten hält. Damit das Herzstück montiert werden kann, bleibt die Abbiegespur auf der B286 in Richtung Poppenroth für die nächsten Wochen gesperrt.
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Mitarbeiter der Firma Stolz bauen aktuell die Fertigteile für eine Stützmauer unter der Brücke ein. Fotos: Ralf Ruppert
Mitarbeiter der Firma Stolz bauen aktuell die Fertigteile für eine Stützmauer unter der Brücke ein. Fotos: Ralf Ruppert
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Wo jetzt noch Arbeiter im Matsch stapfen, sollen in einem Vierteljahr die ersten Radler unterwegs sein. Der Bau des Radwegs von Bad Kissingen nach Albertshausen ist in vollem Gange. Fast zumindest. Das Aprilwetter macht Bauleiter Hubert Dorn gerade einen Strich durch die Rechnung.
"Die Erdbauarbeiten werden vom Regen im Moment ausgebremst", sagt Hubert Dorn von der Firma Stolz aus Hammelburg. Die Bagger stehen still, wenn die Erde durchnässt ist. Stattdessen kümmern sich die Bauarbeiter um Randarbeiten. Noch in diesem Monat soll das Herzstück des Radwegs installiert werden, das vier Meter tief in der Erde liegt: die Unterführung. 3,3 Meter hoch und 2,5 Meter breit wird der ovale Durchlass. Von der einen zur anderen Öffnung strampeln Radfahrer auf einer Länge von 15 Metern unter der Erde. Das Ausbaggern muss noch warten, bis es trockener wird. Der Aushub wird für die Strecke in Richtung Bad Kissingen gleich wieder verbaut.

Mal über, mal unter der Straße

Von Albertshausen führt der Radweg bis zur Brücke am Waldrand entlang gut einen Meter über dem Niveau der Straße. Nach der Unterführung liegt der Weg unterhalb der Staatsstraße. "Das hat mit der geographischen Lage zu tun", sagt Hubert Dorn. Der habe man sich angepasst. Geringfügig werde der Untergrund angeglichen.
Angepasst werden musste auch die Trasse an sich, als klar wurde, dass sich die "borstige Glockenblume" dort recht wohl fühlt. Die bedrohte Pflanzenart sorgte aber nur für einen unerheblichen Umweg, meint Marcel Zimmermann vom Tiefbau-Referat der Stadt. Ein anderer Bewohner wurde vorsorglich gleich umgesiedelt. Ein Haufen der Roten Waldameise hat jetzt ein neues zu Hause. Um die Haselmaus nicht beim Winterschlaf zu stören, wurden die Rodungsarbeiten vorgezogen. Bereits im Oktober hatten die Arbeiten damit angefangen, weil die Maus zu diesem Zeitpunkt ihr Winterquartier noch nicht bezieht.
In den kommenden zwei Monaten gelangen die Autofahrer über die Kreuzung B286/St2291 in Richtung Poppenroth. Bis Juli 2015 soll der Radweg fertig sein. Die Stadt ist guter Dinge, dass der Termin gehalten wird.

Gemeinschaftsprojekt

Die Maßnahme läuft als Gemeinschaftsprojekt der Stadt Bad Kissingen und dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Die Stadt übernimmt die Federführung. Das Bauamt freut´s: "Wir sind gut ausgelastet im Moment", sagt Matthias Wacker vom Staatlichen Bauamt Schweinfurt. Er sieht für beide Parteien Vorteile in der Arbeitsteilung: "Wir sind froh, dass die Stadt es übernimmt, und für die Stadt geht so alles etwas schneller." Die Radfahrer werden es danken.
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