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Kissinger Sommer

Gute Laune ist nicht ans Freie gebunden

Den Boogie Blasters konnte das nasse Wetter nichts anhaben.
Die Boogie Blasters (von links): K. C. Miller, Bernhard Herzinger und Volker Halbbauer. Foto: Ahnert
 
von THOMAS AHNERT
Rauskommen - durchatmen - den Schalter auf gute Laune umlegen: Den Boogie Blasters konnte das nasse Wetter nichts anhaben. Obwohl es natürlich schon schade war, dass zumindest die musikalische Abteilung des Jazz-Lunchs aus dem stimmungsvollen Garten des Hotels Kaiserhof Victoria in den weniger stimmungsvollen Rossini-Saal verlegt werden musste (auch akustisch wäre ausnahmsweise mal der Zeltpavillon im Garten günstiger gewesen.) Aber gegen Regen kommt auch die beste Musik nicht an.
Boogie Blasters, das sind die drei Herren K. C. Miller am Klavier, Bernhard Herzinger am Schalgzeug und Volker Halbbauer, Tenorsaxophonist und auch ein bisschen Gute-Laune-Bär oder Gruppenclown der Combo. Eines muss man ihnen von Anfang an lassen: Es gibt viele gute Pianisten, Drummer und Saxophonisten, aber es gibt wirklich nur wenige Bands mit drei Mitgliedern, die nicht nur gut, sondern auch gleich gut singen können. Man lasse ja nur mal die Ensembles im Kissinger Sommer Revue passieren.
Dass die Matinee kein trockenes Seminar über Boogie-Woogie, Swing, Jump'n'Jive und Rock'n'Roll werden würde, zeigte schon der erste Song, der einen deutlichen Hang zur Selbstironie verrät: "Ain't Nobody Here But Us Chickens" von Louis Jordan, mit viel Pfiff gespielt und gesunden von Volker Halbbauer. Louis Jordan ist einer der Komponisten, auf den die Boogie Blasters offenbar gerne zurückgreifen, denn er war mehrfach vertreten, unter anderem noch mit dem sprachlich-stimmlich köstlichen "The Barnyard" oder "Caldonia", in dem sich auch Bernhard Herzinger mal ein Solo gönnte.


Jeder klaut immer irgendwo

Louis Prima kam mehrfach zu Wort, etwa mit seinem "Buena sera, Signorina", oder das "Dschungelbuch" mit dem schwungvollen "I Wanna Be Like You", oder Volker Halbbauer mutierte zu Marilyn Monroe: "I Wanna be loveed By You". K. C. Miller verbiss sich geradezu ins Klavier bei Fats Dominos "New Orleans Rock'n'Roll".
"Das hat Status Quo geklaut, das singt eigentlich Dion", meinte Bernhard Herzinger. Jetzt sang er es mit schönem trottendem Rhythmus: "The Wanderer". Die Lieblingsnummer von Volker Halbbauer war - natürlich - "Yakety Sax", das wiederum die Boogie Blasters aus der Benny-Hill-Show geklaut haben: Da spielt das Saxophon eine kleine Marschmelodie und Klavier und Schlagzeug treiben es in aberwitzige Tempi.
Ein echtes Gute-Laune-Konzert und in der Moderation nicht so vernuschelt, wie man das öfter hat. Die Boogie Blasters haben ein gutes Zusammenleben gefunden zwischen dem Schlagzeug als stabiler, freundlich antreibender Basis und dem Saxophon sozusagen als freiem Spielbein - und dazwischen das Klavier, das sich in beiden Bereichen austoben kann. Nein, man hätte gerne und mühelos noch weiter zugehört. Aber schließlich wartete das Essen. Und das lässt niemand gerne warten.

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