Bad Kissingen
Lebenshilfe

Gemeinsam kochen macht Spaß

Der monatliche Kochtreff fand schon zum 40. Mal statt. Für Menschen mit Behinderung gibt es ein großes Freizeitangebot.
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Jeder hat seine Aufgabe: In der Mitte Sozialpädagogin Christina Leurer.  Foto: Werner Vogel
Jeder hat seine Aufgabe: In der Mitte Sozialpädagogin Christina Leurer. Foto: Werner Vogel
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Das Förderzentrum der Franz-von Prümmer-Schule unterstützt Menschen mit Behinderung auch mit einem großen Freizeitangebot. Zu einem echten Renner hat sich der monatliche Kochtreff entwickelt. Schon zum 40. Mal hatte Christina Leurer in die Schulküche geladen. Dem kleinen Jubiläum entsprechend, stand diesmal ein Raclette-Essen auf dem Plan.
Da waren Kartoffeln zu kochen, Käse zu sortieren, musste geschnippelt, geschält und gewürfelt werden, was in die kleinen Pfännchen passt. Die Dipl. Sozialpädagogin stellt das Gericht erst einmal vor. Dazu hat sie in ihrem umfangreichen Ordner mit Rezepten die entsprechende Seite aufgeschlagen. Es zeigt die einzelnen Arbeitsschritte im Bild, denn nicht alle können lesen. Ziel des Kurses ist, fachgerechten Umgang mit Lebensmitteln zu vermitteln, Handlungskompetenz und soziales Verhalten zu fördern. "Kochen ist mein Hobby", verkündet Markus und lässt sich von Frau Leurer die Schleife der Schürze knoten. "Ich koche mit Mama zusammen, aber spülen und abtrocknen mach ich allein". Betreuerin Claudia Nieland ergänzt: "Markus ist von Anfang an dabei, schreibt alle Rezepte ab und verschenkt sie".
Inzwischen haben sich alle die Hände gewaschen und jeder übernimmt eine Aufgabe. "Man muss sie einfach machen lassen", erklärt die Sozialpädagogin und greift nur ein, wenn etwas schief zu gehen droht. Mit der Feinmotorik ist es oft nicht so weit her, deshalb schaut sie Isabell und Stefanie über die Schulter, die Tomaten und Champignons schneiden.
Robert richtet die Käse und Salamischeiben auf den Servierplatten an. Eine echte Herausforderung alles exakt in Reih und Glied zu legen. Die Backen glühen, er ist hochkonzentriert und Frau Nieland korrigiert nur ganz wenig. Es herrscht ein emsiges Treiben, jeder nimmt seine Aufgabe ganz wichtig, dennoch wird viel gelacht.


Zu hoch getürmt

Während die Kartoffeln kochen, richten Robert, Klaus und Franziska den Tisch her. Die, die immer kommen, haben ihren festen Platz, da gibt's kein Vertun. Am Ende ist alles sauber aufgedeckt, die Schinken- und Zucchinischeiben werden auf der Steinplatte gegrillt, die Pfännchen gefüllt. Bei Sonja klappt das nicht auf Anhieb, sie hat ihre Leckerbissen zu hoch aufgetürmt. "Du hast ganz schön Hunger was", meint Robert und verkündet, dass er beim nächsten Kochtreff Geburtstag hat. "Da darfst Du Dir was wünschen", meint Christina Leurer. Wie aus der Pistole geschossen meint er: " Da machen wir Cordon Bleu mit Pommes" und alle jubeln.


Auf Ehrenamtliche angewiesen

Für Fahrdienste und Betreuung zu diesem oder anderen Aktionen ist die Lebenshilfe auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Quer durch den Landkreis geht die Fahrt, wo auch immer die Menschen mit Behinderung leben. Herausfordernde Logistik für die Lebenshilfe, aber ein Segen für Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. "Hilfen für Menschen anzubieten, die ein schwieriges Leben zu meistern haben, dafür steht die "Offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bad Kissingen e.V." (OFA) meint Monika Fella, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Lebenshilfe. Sie ist stolz, wie breit die Unterstützung für Menschen mit Handicap rund um die Franz-von-Prümmer-Schule angelegt ist.
Neben Förderschule und Werkstatt wird auch viel in Freizeit und Bildung investiert, um vorhandene Fähigkeiten zu fördern, Interesse an Neuem zu wecken, aber auch um Familienangehörige zu entlasten.
Im Programmheft für das erste Halbjahr 2017 wird Reiten, Kegeln, Schwimmen ebenso aufgelistet wie ein Filmabend und lustige Sketche mit Fredi Breunig und Martin Wachenbrönner in der Nüdlinger Werkstatt. Zu besonderen Highlights werden auch weitere Busfahrten organisiert. Im April geht's zum Musical "Daddy Cool" mit Liedern von Boney M. und im Mai zum "Down-Sportlerfestival" nach Frankfurt. Auch das Würzburger Afrikafestival steht auf dem Reiseplan. Unverzichtbar sind auch die monatlichen Treffs bei denen gemalt oder gestickt, gespielt oder einfach nur Kaffee getrunken wird. Mal im Mehrgenerationenhaus oder in Hammelburg und Obererthal. Alles ist organisiert, der Bustransfer eingeschlossen. "Schön wäre es", meint Monika Fella, "wenn sich noch mehr Ehrenamtliche für kleine Dienstleistungen einbringen könnten".
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