Der Naturschützer holte sich fachkundigen Rat bei Michael Zimmermann, dem "Storchenvater von Erlangen", und dieser riet, das Risiko einzugehen und den Unrat zu entfernen. Das Wetter war günstig, und Bürgermeister Ernst Stross stellte auf Anfrage auch ohne zu zögern das Hammelburger Feuerwehrauto bereit. So fuhr Willecke kurzerhand auf der Drehleiter zum Nest auf dem Mönchsturm, um den gefährlichen Müll herauszufischen. Erst beim zweiten Versuch kam er nah genug ran.
Zwölf Minuten, nachdem sie das Nest verlassen hatte, saß die Storchenmutter nach einigen Drohgebärden wieder auf den Eiern - wieviele Eier? Dieses Geheimnis lüftete Willecke, als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Es sind fünf.
Willecke nimmt den Einsatz auf seine Kappe. Er sei sicher, dass die Brut durch die kurze Unterbrechung keinen Schaden genommen hat. "Weißstörche sind allerhand gewohnt, die hat nicht einmal der Düsenjet letzte Woche gestört", sagt er.

"Stein fiel mir vom Herzen"


Begleitet wurde der Hammelburger Naturschützer von Daniel Scheffler, Kreisgruppenvorsitzender des LBV (Landesbund für Vogelschutz) in Rhön-Grabfeld und Unterfränkischer Beauftragter für die Beringung von Greifvögeln und Störchen. Die erfolgt vier bis fünf Wochen nach dem Schlüpfen.
Die Storchenfreunde, die das Geschehen im Nest im Internet verfolgen (www.storchencam.de) hatten den Müll auch schon zeitig entdeckt und sich Sorgen gemacht. Nach der Säuberungsaktion machte sich dann Erleichterung breit. So schreibt zum Beispiel eine Userin im Gästebuch: "Ein Stein fiel mir vom Herzen, als ich von der geglückten Aktion gelesen habe."