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Feuerwehr bekommt eine neue Einsatzplanung

Die Feuerwehren innerhalb der großen Kreisstadt müssen sich genauso wenig neu erfinden wie die knapp 100 Wehren des gesamten Landkreises, und dennoch stehen den Kissinger Wehrmännern und den Brandschützern in den direkt angrenzenden Stadtteilen größere Umstrukturierungen bevor.
Die Garitzer Wehr bei der Bekämpfung eines Auto-Brandes. Fotos: Rauch
 
Lange schon vorbei sind die Zeiten in denen es bei den Feuerwehren hieß "das ist unser Feuer, da löschen nur wir." Durch die vor wenigen Monaten in Betrieb genommene Integrierte Rettungsleitstelle in Schweinfurt kommen nun nochmals Veränderungen auf die Wehren zu, die den Außenstehenden vermutlich erst auf den zweiten Blick auffallen werden.

Klassifizierte Schadensfälle

Wurden bislang zum Beispiel bei einem Brand in einem Stadtteil generell Stadtteilwehr und Kernstadtwehr alarmiert, so kann es schon bald möglich sein, dass in der Kernstadt drei Fahrzeuge aus den Stadtteilen und nur ein Fahrzeug der Kissinger Feuerwehr zum Einsatz kommt. Ursache ist nicht etwa die fehlende Personalstärke, wobei auch diese eine Rolle spielt, sondern vielmehr eine völlig neue Einsatzplanung. So werden Schadensfälle von der Leitstelle "klassifiziert", ein Zimmerbrand mit Personenbeteiligung hat das Schlagwort "B3". Alarmiert werden die nächstgelegenen Wehren, die die dafür benötigten Einsatzmittel besitzen. Für den Brandfall wird daher ein Fahrzeug mit Wasser, Atemschutzgeräteträgern und Wärmebildkamera alarmiert und, weil Personen im Spiel sind, auch die Drehleiter.

Bis zum Ostring

Neu hinzu kommt nun noch, dass das gesamte Stadtgebiet nicht mehr nur in "östlich und westlich der Saale" eingeteilt ist, sondern dass es in Zukunft drei Wachbereiche geben wird. Stadtbrandinspektor Harald Albert erläuterte dies seinen Garitzer Kollegen anlässlich deren Mitgliederversammlung am Wochenende. So wird Garitz in Zukunft vermehrt auch Brandeinsätze bis zum Ostring fahren, ist der Ölschadensanhänger gefragt wird der Einsatzradius noch viel weiter gezogen.

Was für Garitz zutrifft, gilt aber genauso für die anderen angrenzenden Wehren, falls sie über entsprechende Einsatzmittel verfügen.

41 mal ausgerückt

Zurück nach Garitz, dort rückte die Wehr im vergangen Jahr 41 mal nach der Sirenenalarmierung aus, wobei sich technische Hilfeleistungen und Brandeinsätze fast die Waage hielten. Auffallend waren im vergangen Jahr mehrere bislang ungeklärte Kfz-Brände sowie mehrere Flächen-, Hecken- und Grüngutbrände. Leider gab es auch acht Brandmeldealarme, die sich als Fehlalarme herausstellten. "Besonders hervorgetan" hat sich dabei laut Kommandant Ralf Schubert eine neu eröffnete Klinik in der Schönbornstraße, in der man innerhalb von 48 Stunden gleich zweimal war. Das sei leider ein undankbares Geschäft, "denn selbst wenn wir schon während der Anfahrt wieder zurückgerufen werden, wir müssen hin, denn nur wir (die Feuerwehren) können und dürfen die Anlage wieder scharf stellen", so Kommandant Ralf Schubert. KBI Harald Albert betonte, dass einige, egal ob Hotel oder Klinik, erst dann regieren, wenn die Stadt sie zur Kasse bittet. So sind auch in Bad Kissingen 300 Euro ab dem zweiten Fehlalarm fällig - für die Stadtkasse und nicht etwa für die beteiligten Feuerwehrkräfte.

Verstärkt Nachwuchs werden

Ralf Schubert sieht das Aufgabengebiet mit der Tageseinsatzbereitschaft erweitert, was aber auch unbedingt zur Folge hat, dass verstärkt Mitgliederwerbung betrieben werden muss. 52 Aktive hat die Wehr derzeit, dazu kommen noch 14 Jugendliche. "Viele wandern jedoch nach der Schule ab, oder verlassen die Feuerwehr schon bald wieder", bedauert Kommandant Ralf Schubert, der 2012 nur ein einziges neues Mitglied gewinnen konnte.
"Danke" in allen Varianten, das war das was Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) den Geehrten und vor allem den Aktiven sagte, "denn was soll man sonst als Oberbürgermeister zu einer funktionierenden Wehr sagen". "Würde man in der Stadt eine Umfrage machen, meinten wahrscheinlich die meisten, wir hätten eine Berufsfeuerwehr, aber ohne die Freiwilligen Feuerwehren wäre kein Staat zu machen". Daher sollten die Feuerwehren auch das bekommen, was sie brauchen. damit auch ihre Sicherheit allzeit gewährleistet ist.

Ausgezeichnet

Zahlreiche Ehrungen gab es während der Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Garitz. So wurden mit Emil Beck, Berthold Bömmel, Ferdinand Henz, Erwin Hippler, Erich Hippler, Edgar Hippler, Horst Hippler, Werner Koch, Herbert Reichert, Hubert Reuß, Dieter Schmück, Wolfgang Sell, Helmut Sterker und Leonhard Wiedamann gleich 14 Ehemalige für 60 Jahre geehrt. Für 50 Jahre wurden geehrt Heinz-Dieter Chwolka, Walter Dück, Klaus-Peter Glöckler, Erwin Hippler und Heinz-Dieter Hippler. Seit 40 Jahren sind dabei: Michael Bauer, Elmar Behr, Norbert Hickl, Ulrich Marx, Axel Maunz, Heinz-Jürgen Mazur, Peter Naujoks, Jörg Peschel, Christian Reuß, Peter Schäfer und Wolfgang Speyer und dann noch für 25 Jahre Lars Dörfler, Matthias Hippler, Ralf Schubert, Peter Taschowsky, Martin Zeissner und Oliver Mainberger.

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