Albertshausen bei Bad Kissingen
Erste Hilfe

Defibrilator: Wichtig ist es, Mut zu haben

Erstmals wurde in einem Bad Kissinger Stadtteil ein Automatisierter Debrifilator installiert.Die Bürger wurden mit dem neuen Gerät vertraut gemacht.
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Einzelunterricht: Rotkreuz-Dozent Christian Bauer beantwortet zwei Albertshäusern deren Fragen zur Handhabung des Externen Automatisierten Defibrilators (AED). Foto: Sigismund von Dobschütz
Einzelunterricht: Rotkreuz-Dozent Christian Bauer beantwortet zwei Albertshäusern deren Fragen zur Handhabung des Externen Automatisierten Defibrilators (AED). Foto: Sigismund von Dobschütz
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Bei Weißwurst und Weißbier ließen sich rund 100 Albertshausener Bürger am Sonntag von Fachleuten die Handhabung des Externen Automatisierten Defibrilators (AED) erklären. Das waren Informationen, die lebenswichtig sein können.
Seit einigen Tagen hängt am Feuerwehrhaus in Albertshausen der erste öffentlich zugängliche AED außerhalb der Kernstadt. Möglich wurde dies durch Initiative der beiden Stadträte Walter Schuhmann und Klaus Zehe (beide Freie Wähler) sowie durch Spenden von Albertshausener Firmen, Vereinen und Privatpersonen.


Wartung des Gerätes

Nicht nur die Anschaffung eines Geräts der modernsten AED-Generation mit direkter Telefonverbindung zur Rettungsleitstelle in Schweinfurt, sondern auch der Unterhalt in den ersten sechs Jahren sei durch die Spenden gesichert, informierte Walter Schuhmann die Dorfbewohner. Er bat allerdings auch um weitere Spenden, die wie der aktuelle Überschuss von der Stadt treuhänderisch verwaltet werden, um auch für spätere Jahre den Unterhalt des Gerätes zu sichern. "Pro Jahr etwa 300 Euro" fallen dafür an. Er habe aber den Wunsch, "dass wir dieses Gerät niemals einsetzen müssen".
Sein Stadtratskollege - er ist auch Rotkreuz-Rettungsassistent - Klaus Zehe leitete in den praktischen Teil des Vormittags über. Ein solcher Debrifilator könne ohne jegliche Vorkenntnis bedient werden. Jeder Hilfeversuch sei besser, als einem Menschen bei Herzstillstand darauf zu verzichten, mahnte er. "Denn toter wie tot geht nicht." Zehe nutzte die Gelegenheit, zur Buchung von Erste-Hilfe-Kursen beim Roten Kreuz aufzurufen.


Handhabung ist sehr einfach

"Alle 30 Minuten bricht in Bayern ein Mensch mit Herzstillstand zusammen", sagte Thomas Schreiner, Projektleiter beim Kissinger Zentrum für Telemedizin. Ersthilfe sei gerade mit diesem "Albertshäuser-AED", einem Gerät der jüngsten Generation mit automatisch aktivierender Telefonverbindung zur Schweinfurter Rettungsleitstelle, besonders einfach. Nicht nur zum aktiven Einsatz bei akutem Herzstillstand sei der AED zu gebrauchen, sondern dank dieser Telefonverbindung auch als "Notrufsäule" bei einem Verkehrsunfall oder Brand.


Missbrauch ausgeschlossen

Obwohl der AED öffentlich zugänglich ist, sei ein Missbrauch ausgeschlossen, versicherte Schreiner. "Wir haben durch eine Funküberwachung immer ein Auge darauf." Gemeinsam mit Christian Bauer, er ist Dozent beim Roten Kreuz für Erwachsenenbildung und Ausbilder für Notfallsanitäter, zeigte er den Albertshäusern die einfache Handhabung des Defibrilators: "Man kann nichts falsch machen."
Wichtig sei es, Mut zu fassen, auf ein Opfer zuzugehen und es anzusprechen, fügte Bauer an und gab den Anwesenden gleich einen kurzen Erste-Hilfe-Kurs. Die Ersthilfe bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sei für Herzstillstand-Opfer extrem wichtig. "In nur fünf Minuten verliert der Patient 50 Prozent seiner Überlebenschance."


Stolz auf die Gemeinschaft

Dritter Bürgermeister Thomas Leiner bewunderte in seinem kurzen Rede die Albertshausener. Die hier durch Privatspenden gezeigte Gemeinschaftsinitiative und Heimatverbundenheit sei wohl nur in Dorfgemeinschaften wie dieser möglich. "Bad Kissingen kann stolz auf euch sein", so Thomas Leiner abschließend.
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