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Abriss

Das Haus der Wehr muss fallen

Lange wurde diskutiert und protestiert. Wofür das Zahlbacher Feuerwehrhaus abgebrochen wird, ist weiter unklar.
So sah es am Montag Vormittag im Innern des Gebäudes aus: Der Blick ins Dachgeschoss durch die ehemalige Decke ist frei, nur noch die Deckenbalken sind sichtbar. Fotos: Kathrin Kupka-Hahn
 
von KATHRIN KUPKA-HAHN
Das Feuerwehrhaus in Zahlbach ist nun definitiv Geschichte. Seit Montag sind Bauarbeiter einer Fachfirma dabei, das Gebäude in der Straße Am Döllengraben abzureißen. Stück für Stück entfernen sie alte Beläge, Einbauten und das Dach. Dementsprechend ist der Baucontainer hinterm Haus schon gut gefüllt, zieht feiner Baustaub durch die Straße. Finaler Schritt wird schließlich der Einsatz des Baggers sein, der das Mauerwerk einreißen wird. Das Baufahrzeug steht ebenfalls schon seit Wochenbeginn an der Ortsdurchfahrt und kündet vom baldigen Ende des alten Feuerwehrhauses.
Doch was kommt danach? Was wird mit der freiwerdenden Fläche geschehen? Eine Antwort darauf hat Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) nicht. "Es ist noch offen, was dort entstehen wird", sagt er auf Nachfrage dieser Zeitung. Manchmal müsse eine Fläche auch erst einmal eine Zeitlang brachliegen, um Ideen dafür zu entwickeln. "Man muss das auf sich wirken lassen", fügt er hinzu.


Beispiel Gerberkeller

So sei die Gemeinde auch beim Gerberkeller in der Unteren Marktstraße vorgegangen. Bereits 2010 wurde das alte Baywa-Gebäude abgerissen, seither liegt die Fläche brach, wird als Parkplatz genutzt. Erst vor vier Wochen hat der Gemeinderat den Beschluss gefasst, den Gerberkeller zu sanieren und um einen Funktionsbau zu erweitern. Mehr als eine Million Euro werden investiert, was aber nur durch entsprechende Fördermittel möglich ist. Etwa 60 Prozent der Kosten trägt der Freistaat Bayern.
Etliche Zahlbacher Bürger können genau das nicht nachvollziehen. Öffentlich genannt werden wollen sie aber nicht. Sie beklagen sich darüber, dass die Gemeinde so viel Geld in den Gerberkeller investiert und im Gegenzug das alte Feuerwehrhaus in Zahlbach abreißt. Es sei schließlich das letzte Gemeinschaftsgebäude des Ortsteils, wäre gerade deshalb erhaltenswert gewesen. Zudem habe es durchaus Ideen für die weitere Nutzung gegeben, so die Argumentation, unter anderem sei ein Jugendtreff im Gespräch gewesen.


Standort an der Strengen Tür

Das Feuerwehrhaus wurde in den 1950er-Jahren errichtet. Zuvor haben die Zahlbacher Floriansjünger ein Gebäude in der Forstmeisterstraße 44 als Domizil genutzt. Heute ist daraus ein Wohnhaus geworden. Doch seit sechs Jahren wird auch das jüngere Feuerwehrhaus nicht mehr als solches verwendet. Seit 2010 leisten die Zahlbacher Floriansjünger ihren aktiven Dienst im Verbund mit den Kameraden aus Wollbach und Burkardroth. Seither dient das Burkardrother Feuerwehrhaus in der Strengen Tür als Standort für alle drei Wehren samt ihrer Einsatzfahrzeuge und -geräte. Auch Schulungen und Veranstaltungen finden hier statt.
Deshalb stand das Zahlbacher Feuerwehrhaus in den vergangenen Jahren leer, wurde lediglich vom Rhönklub-Zweigverein Burkardroth und der Feuerwehr Zahlbach als Lager genutzt. Der Zustand des Gebäudes war nach Einschätzung des Ortsoberhauptes nicht mehr der beste. Auch die Bauarbeiter vor Ort, die jetzt den Abriss erledigen, bestätigen das. "Es sieht besser aus, als es ist", so der Vorarbeiter.
Laut Bug sind im Mauerwerk Risse aufgetreten, zudem sei Nässe eingedrungen. Weitere Probleme bereite die Verkleidung des Schlauchturmes, die sich Stück für Stück gelöst habe. Deshalb habe Gefahr für Passanten und parkende Fahrzeuge bestanden. Letztlich hätte die Gemeinde Geld in eine Sanierung stecken müssen. Deshalb habe sie 2015 zunächst den Verkauf des Gebäudes samt Grundstück geplant, eine entsprechende Ausschreibung sei veröffentlicht worden.


Gegen Verkauf

Obwohl es Angebote von Kaufinteressenten gegeben hat, habe der Gemeinderat schließlich gegen den Verkauf und für den Abriss votiert. Ursprünglich sollte das Gebäude schon im Frühjahr weichen. "Doch wir mussten auch die Statik der benachbarten Häuser berücksichtigen", erklärt Bürgermeister Waldemar Bug, weshalb es schließlich zu der Verzögerung von mehreren Monaten gekommen sei. "Das hat halt etwas gedauert, die zu berechnen", fügt er hinzu. Ebenso andauern werden auch die Abrissarbeiten. "Mit dem Bagger wäre das schnell erledigt. Doch wir müssen die verschiedenen Materialien und Baustoffe getrennt voneinander entsorgen", so der Vorarbeiter.
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