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Braveheart Battle

Beim BraveheartBattle ist die Qual Programm

Der Braveheart Battle in Münnerstadt gilt als einer der härtesten Extremläufe in Deutschland. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb haben sich am Samstag wieder fast 2800 Teilnehmer auf die 26 Kilometer lange Strecke gemacht, quälen sich über Hindernisse und lassen sich vom Publikum anfeuern.
Erstmals ging es beim BraveheartBattle durch die Stadt. Foto: Heike Beudert
Münnerstadt - Braveheart Battle (Teil 1)
Münnerstadt - Braveheart Battle ( Teil 2 )
 
von HEIKE BEUDERT

Sie sind wieder losgelassen - die Hartgesottenen, für die scheinbar kein Wasser zu kalt, kein Schlammloch zu tief und keine Hürde zu hoch ist. 2800 solcher harter Kerle und unerschrockener Frauen wollen in Münnerstadt zum Braveheart-Finisher werden.

Doch vor den Ehren liegt vor ihnen ein 26 Kilometer langer Weg durch die Höllenpein des Lauertals - der BraveheartBattle. Zum fünften Mal verwandelte sich am Samstag das sonst so ruhige Örtchen im Lauertal zu einem Mekka von Extremläufern mit hoher Leidensfähigkeit.
Der BraveheartBattle ist aber auch dieses Mal wieder eine Bühne, ein Schaulauf. Ob im Schottenrock oder mit Schlumpfmütze - ein bisschen bunt und verrückt darf es schon sein. So wird Münnerstadt für einige Stunden gewissermaßen das Dschungelcamp für den ambitionierten Ausdauersportler - aber auf die ganz angenehme Art.

Diese Mixtur macht den Ort zum Pilgerziel für ein Mehrfaches an Publikum, das mit wohligem Schauer hautnah mitverfolgt, wie die Kämpfer die 35 mehr oder weniger gemeinen Hindernisse mit Bravour oder letzter Mühe nehmen. Mehrere tausend Zuschauer stehen nach Schätzungen des Veranstalters an den Hindernissen und entlang des Wegverlaufs. Genau kann das aber niemand sagen. Ein Shuttlebus ermöglicht ihnen, möglichst viele Hürden mitverfolgen zu können."Das faszinierende am Wettkampf ist die Leistung, die die Leute bringen", betont Thomas Ankenbrand, der das Treiben als Zuschauer verfolgt."Hut ab, vor denen, die das schaffen", meint der Münnerstädter.

Manche Namen der Hindernisse wie "Killing Thrill" lassen schon erahnen, dass die Teilnehmer hier kein Zuckerschlecken erwartet. Andere klingen eher unverdächtig, sind dafür aber umso ekliger, wie Loch Ness, bei dem die Teilnehmer gezwungen sind, ins kalte Wasser des Reichenbacher Regenrückhaltebeckens auf Tauchstation zu gehen. Micha Kargerbauer aus Erlangen: "Da bleibt einem wirklich das Herz stehen". Das Wetter in diesem Jahr ist zwar ideal. Strahlende Sonne und milde Temperaturen dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Wasser eiskalt ist. Und durch Bach und Regenrückhaltebecken müssen die Läufer häufig. Das fordert ihre ganze Kraft.

Hart ist es auf jeden Fall - manches Hindernis härter als sonst, ist das Urteil einiger erfahrener Läufer am Ende. Vor allem die Schlammlöcher haben es in diesem Jahr in sich. "Da kommt man fast nicht mehr heraus", erklärt Rainer Hofmann (Veitenstein). Rainer Rößler (Münnerstadt) findet, dass die Hindernisse teilweise anstrengender wurden.

Die Läufer scheint das nicht zu stören. Sie machen mit, "weil´s einfach geil ist", sagt der Münnerstädter Andreas Dieterle . Er hat beim Start ein festes Ziel: Unter drei Stunden und unter den hundert Besten. Das schafft der junge Mann schließlich auch. Er bewältigt den Lauf in 2:54 Minuten und landet damit auf Platz 80. Er ist damit der beste aus dem Umkreis, der Local Hero. Der schnellste Läufer kommt bereits nach zwei Stunden und 18 Minuten ins Ziel. Ein anderer Läufer will mehr und absolviert die Runde ein zweites Mal.
Andere sind weniger ambitioniert, sondern wollen vor allem eines: Spaß und Freude, wie Michael Haigis und Christoph Kleiner aus Würzburg. "Da fühlt man sich in die Kindheit zurück versetzt", meint Haigis - wegen des Matsches und der Kletterei, ergänzt er.

Trotz aller Schikanen erreichen 97 Prozent der fast 2800 Teilnehmer das Ziel. Ziemlich angeschlagen, aber einfach nur glücklich ist Harald Lange aus Bad Homburg am Ende. Der Ausdauersportler startet als Einzelläufer, obwohl er fast blind ist. Bei schwierigen Hindernissen kann er auf die Hilfe von anderen Startern rechnen. Dumm ist für ihn manchmal nur, dass einige glauben, seine Blinden-Binde sei nur ein Gag. "Damit macht man doch keine Scherze" , stellt er fest.
Knapp vier Stunden benötigt er bis zum Ziel, dabei hätte er noch schneller sein können. Doch kurz vorm Ziel übersieht er einen Baumstamm. "Da hab ich mir den Schädel rasiert". Die Sanitäter wollen den Bad Homburger eigentlich gar nicht mehr weiter laufen lassen, doch der fühlt sich trotz klaffender Wunde noch fit genug, ins Ziel zu kommen. "Ich wollte einfach Finisher werden". Beim Frühstück am Sonntag in der Mensa der Hauptschule zeigt er seine Wunde am Kopf. Sie wurde mit acht Stichen im Krankenhaus genäht.Andere können den Lauf nicht beenden und werden mit dem Sanka zurück zum Startpunkt gebracht. Der Rettungsdienst hat in diesem Jahr zwar weniger zu tun als in den Vorjahren. Trotzdem: Einige Blessuren und auch Knochenbrüche bleiben nicht aus; zweimal wird deshalb sogar ein Rettungshubschrauber angefordert. Die Krankenhäuser im Umkreis von 30 Kilometern waren vom Rettungsdienst im Vorfeld informiert worden und hatten sich auch auf Verletzte eingestellt.




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