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Gesundheit

Bei Anruf: Behandlung

Mit dem Bad Kissinger Zentrum für Telemedizin betreut Stroke-Managerin Katharina Helm Schlaganfallpatienten nach der Entlassung. Per Telefon.
Stroke Managerin Katharina Helm und Arthur Aubree vom Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen arbeiten gemeinsam daran, Schlaganfallpatienten auch nach dem Klinikaufenthalt effektiv zu betreuen.  Foto: Anja Greiner
 
von ANJA GREINER
Wenn Stroke-Managerin Katharina Helm morgens in ihr Büro im Erdgeschoss in der Neurologischen Klinik in Bad Neustadt kommt, fährt sie ihren Computer hoch, klemmt sich ein Headset ans Ohr und wartet darauf, dass ihr das Programm anzeigt, welchen Schlaganfallpatienten sie anrufen und welche Fragen sie ihm stellen muss. Die Fragen sind unterschiedlich, je nachdem in welchem Stadium sich der Patient befindet - in der Reha oder bereits zu Hause.

Das Programm, mit dem Katharina Helm in den Tag startet stammt aus Bad Kissingen, entwickelt im Zentrum für Telemedizin (ZTM), derzeit betreut von Arthur Aubree.
Im Juni 2015, nach einer zweijährigen Studienphase, ging das Projekt "Stroke-Manager" offiziell an den Start - 50 Patienten hat Helm seitdem betreut. Im Schnitt drei Monate lang.
Die Betreuung beginnt "so schnell wie möglich", also ein oder zwei Tage nach Einlieferung in der Klinik. Helm stellt sich dann vor und erklärt, wie sie den Patienten fortan unterstützen könnte. "75 Prozent machen mit", sagt Helm.

Die ersten Gespräch finden bereits in der Reha-Phase statt, braucht der Patient beispielsweise eine Ergotherapie wenn er wieder zu Hause ist, sucht sie eine geeignete Praxis in seiner Umgebung. Ist der Patient eine Woche zu Hause, ploppt bei Helm eine Meldung auf dem Bildschirm auf und beim Patienten klingelt wenig später das Telefon.

"Wie ist der Blutdruck?", "Rauchen sie noch?", oder, weil es keinen Sinn hätte zu fragen sind sie depressiv, sagt Helm: "Wie schätzen Sie ihre Stimmungslage ein?". Eine der wichtigsten Fragen ist: "Hat der Hausarzt alle Medikamente verschrieben, die bei der Entlassung aufgeschrieben wurden?" Hier gab es in der Vergangenheit die meisten Missverständnisse. Hier ist die Kontrolle am wichtigsten, sagt auch Hassan Soda, der als Neurologe und Oberarzt für das Projekt zuständig ist. Eine falsche Medikation kann unter Umständen einen erneuten Schlaganfall auslösen.

Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Beteiligt sind das Zentrum für Telemedizin in Bad Kissingen, dass die Software stellt, die Neurologische Klinik Bad Neustadt mit Katharina Helm als Sroke Manager und das Rhön-Klinikum, das das Projekt finanziert.

Arthur Aubree vom ZTM hat mittlerweile die fünfte Version der Software lanciert - durch die jüngste Neuerung kann Helm jetzt wenn sie die aktuellen Daten aus dem Telefongespräch in den PC eingibt sehen, was die Male zuvor eingetragen wurde. Der größte Vorteil des Programms für Helm: "Ich kann keinen vergessen und ich mache nichts doppelt".

Die wohl größte Veränderung könnte in ein paar Monaten anstehen: wenn die Kommunikation auch per Videokonferenz möglich sein soll. Die größte Hürde bislang: der Datenschutz. Es muss ein sicherer Kommunikationskanal geschaffen werden, so dass keine vertraulichen Daten beispielsweise über Medikation abgefangen werden können.

Der Vorteil für Helm in einer Videoschalte: Die Patienten können ihr noch schwerer etwas vormachen.
Was in Bad Neustadt Stroke Manager heißt, ist in anderen Kliniken unter dem Namen Schlaganfall-Lotsen bekannt, das Ziel ist dasselbe: Patienten nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus besser kontrollieren zu können, vor allem die Medikamentierung, und die Personen schneller wieder in ihr altes Leben, sozial und beruflich, zurückzuführen.

Manager oder Lotse, Hassan Soda findet das beste Bild: vergleicht es mit einem Navigationssystem für die Schlaganfallpatienten: Das ist ein Fall für die Rentenversicherung, da müssen Sie dort hin oder: Sie haben ein Anrecht auf einen Behindertenausweis, dazu müssen Sie folgendes beantragen.
Bis März 2017 ist die Finanzierung durch das Rhön-Klinikum noch gesichert, danach, so hofft Soda, sprechen die erzielten Erfolge für sich und wahlweise die Regierung oder die Krankenkassen springen bei der Finanzierung ein. Entsprechende Modell-Projekte laufen bereits andernorts.
Telemedizinische Betreuung von Patienten wird, in Zeiten von Fachkräftemangel, Urbanisierung und einer überalterten Bevölkerung, eine immer größere Rolle spielen. Davon ist auch Katharina Helm überzeugt - darum ist die Betreuung von Schlaganfallpatienten nur ein Anfang: künftig soll es auch für Patienten mit Multiples Sklerose, Diabetes oder Herzerkrankungen eine solches Angebot geben. Das Zentrum für Telemedizin arbeitet gerade an der entsprechenden Software.

Medizinische Versorgung nach einem Schlaganfall

Stroke Unit Inzwischen haben die meisten großen Kliniken in Deutschland eine solche Abteilung, In Bad Neustadt wurde die Stroke Unit 1998 eingerichtet, ihr Einzugsgebiet umfasst in erster Linie die Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen.

Behandlung Die frühe Rehabilitation beginnt bereits direkt auf der Stroke Unit wird dort bis zur Entlassung in die Rehaklinik weitergeführt . Es wird beispielswiese festegestellt, um welche Schlaganfallart es sich handelt und die passende Behandlung einleiten.

Stroke Manager Seit dem 1. März 2015 ist Katharina Helm für Patienten nach einem Schlaganfall Ansprechpartner auch nach der Entlassung. Das Zentrum für Telemedizin liefert die für die Betreuung notwendige Software.

Prävention Unter www.bayern-schlaganfall.de/risiko-bestimmung/ bietet die Deutsche Schlaganafallsgesellschaft einen Risikotest an.





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