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Region  // Bad Kissingen

Wirtschaft

Bäderland und Mineralbrunnen kooperieren

Das Bäderland Bayerische Rhön macht gemeinsame Sache mit der Staatlichen Mineralbrunnen AG. Die Region will sich gezielter vermarkten.
 
von ULRIKE MÜLLER
Einen "Anfang" nennt Klaus Holetschek die Kooperationsvereinbarung, die gestern im Staatsbad Bad Brückenau unterzeichnet wurde. Einen Anfang deshalb, weil es nicht viel mehr als eine Absichtserklärung zwischen dem Bäderland Bayerische Rhön und der Staatlichen Mineralbrunnen AG ist. Zumindest noch nicht. Dass der Präsident des Bayerischen Heilbäderverbands trotzdem in die Rhön gereist ist, zeigt, dass er viel von solchen Initiativen hält. Zum einen, weil eine Werbe-Partnerschaft zwischen klassischen Heilbädern und der Privatwirtschaft recht selten ist. Zum anderen, weil sich der Heilbäderverband um ein zeitgemäßes Image bemüht und bewusst neue Wege gehen will.

Zwei Jahre lang verhandelten die Vertragspartner hinter den Kulissen. Dass die Staatliche Mineralbrunnen AG von einer noch stärkeren Verankerung in ihrer Stammregion profitieren würde, war klar. Die Arbeitsgruppe Heilbäder der Bäderland Bayerische Rhön GmbH musste die Interessen ihrer Mitglieder sorgsam abwägen. Die Region erstreckt sich über zwei Landkreise, in denen auch andere Unternehmen ansässig sind, deren Produkte die Philosophie des Bäderlandes treffen. Zudem ist der Mineralbrunnen nicht allein auf dem Markt der Getränkehersteller aus der Rhön - in Bad Neustadt beispielsweise werden neben dem Bad Brückenauer Wasser auch noch Rhön Sprudel und andere Marken ausgeschenkt - allerdings der einzige, der ein ortsgebundenes Heilwasser vermarkte. Genau dafür stehe das Bäderland doch, argumentiert Thomas Beck, Sprecher der Arbeitsgruppe und Kurdirektor von Bad Bocklet.

Und so betonte Emil Müller, stellvertretender Landrat des Landkreises Bad Kissingen (CSU), dass jeder Kurort sein eigenes Profil behalten solle. An der Tatsache, dass sich eine Region nur gemeinsam vermarkten lasse, komme man dennoch nicht vorbei. Josef Demar (CSU), der den Landrat aus Rhön-Grabfeld vertrat, spielte auf das Logo des Mineralbrunnens an. Der Regenbogen sei ein Zeichen der Verbindung.


Austausch von Leistungen vereinbart

Die beiden Partner werden sich in Zukunft also wechselseitig präsentieren. Die erste Broschüre des Bäderlands mit dem Logo des Mineralbrunnens ist bereits gedruckt. Die Verlinkung im Internet und das Beilegen von Werbematerial des jeweiligen Partners sollen folgen. Zudem stellt der Brückenauer Abfüllbetrieb nach Absprache gratis Getränke für die fünf Heilbäder zur Verfügung. Im Gegenzug zeigt sich das Bäderland erkenntlich und sponsert zum Beispiel Preise für Gewinnspiele des Mineralbrunnens. Gelder aber fließen nicht. Das Unternehmen befürwortete einen gemeinsamen Topf für Markting-Ausgaben, berichtet Vorstandsvorsitzender Ingo Vialon. Das aber ging den Partnern dann doch zu weit.

Die Vereinbarung ist erst einmal für drei Jahre geschlossen worden. "Uns war es wichtig, dass alle Partner mit Überzeugung in diese Kooperation gehen", sagt Beck. "Man kann davon träumen, dass die Kur wieder so wird, wie sie Anfang der 1990er Jahre war", sagt der Präsident des Heilbäderverbandes vielleicht bewusst provokativ. Dann stellt er fest: "Das wäre schön, ist aber nicht so." wusst als Absichtserklärung betitelt ist, erklärt Thomas Beck: "Es wird dauern, diese Kooperation mit Leben zu erfüllen." Diese Form der Zusammenarbeit sei für das Bäderland schließlich Neuland.

Er spricht davon, dass jeder Partner nun seine Hausaufgaben machen müsse. Konkret heißt das, dass die bereits vereinbarten Punkte umgesetzt werden und die Augen offen bleiben für weitere Anwendungsfelder. Dass sich die fünf Kurdirektoren monatlich treffen, stimmt ihn positiv. Bei der Frage, ob es eine exklusive Partnerschaft sei, antwortet Beck behutsam: Für die Zukunft sei durchaus denkbar, auch andere Partner mit ins Boot zu holen. Zunächst aber müssten erst Erfahrungen gesammelt werden.


Spannungsfeld zwischen Tradition und Zeitgeist

Klaus Holetschek, Präsident des Bayerischen Heilbäderverbandes nennt dieses Vorgehen "vorbildlich und wegweisend". Er betont die Rolle von Kurorten und Heilbädern für die gesamte Wirtschaft im Freistaat Bayern. 100.000 Arbeitsplätze und rund 3,7 Milliarden Euro Wertschöpfung schaffe diese oft unterschätzte Branche - vieles davon finde im ländlichen Raum statt. Holetschek spannt den Bogen weiter: Die Weiterentwicklung von Kurorten und die Suche neuer Partner hängen für ihn unmissverständlich mit der Zukunft der Heilbäder zusammen.

Die Herausforderungen freilich würden nicht kleiner. Stichworte wie die Digitalisierung und die zunehmende Alterung der deutschen Bevölkerung greifen überall. "Auch da wollen wir als bayerische Heilbäder Angebote machen", sagt Holetschek. Dass dieser Weg oft ein Balanceakt zwischen einer großen Geschichte und dem Zeitgeist ist, weiß Frank Oette, Kurdirektor von Bad Kissingen, nur zu gut.

"Es ist ein Spannungsfeld, in dem wir uns bewegen", sagt Oette. Zum einen müsse man die Gäste zufrieden stellen, die bewusst den alten Charme in der Kurstadt suchen. Jüngere Besucher erwarteten hingegen neue und zeitgemäße Angebote. Dass die drei Staatsbäder im Landkreis so gut zusammenarbeiten, ist "aus meiner persönlichen Sicht etwas besonderes und nicht selbstverständlich", sagt der Kissinger Kurdirektor.



Das Bäderland Bayerische Rhön:

Bad Bocklet liegt in einer Schleife der Saale am Rande der bayerischen Rhön. Das Staatsbad ist über regionale Grenzen hinweg für seine Balthasar-Neumann-Quelle mit ihrem hohen Eisengehalt bekannt.

Bad Brückenau zeichnet sich vor allem durch die historischen Kuranlagen des Staatsbades aus. Bekannt ist die Wernarzer Quelle, die gegen Nierenleiden hilft. Insgesamt gibt es sieben Heilquellen in der Stadt.

Bad Kissingen lebt von seinem Ruf als Kurort für den Adel in früherer Zeit. Sieben natürliche Heilquellen sprudeln im Staatsbad. Heute rücken Medizin und Gesundheit stärker in den Fokus.

Bad Königshofen wartet mit fränkischem Fachwerk-Charme und einem Heilwasser-See auf. Es gibt zwei Bittersalz-Quellen.

Bad Neustadt hat drei Heilquellen zu bieten. Dabei ist das Wasser der stark salzhaltigen Karl-Theodor-Quelle nicht trinkbar, es wird zur Bewegungstherapie angewendet. Darüber hinaus ist Bad Neustadt für Elektromobilität bekannt.

zum Thema "Staatliche Mineralbrunnen AG"



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